Selbstbefriedigung

Voranstellen möchte ich einen kurzen Auszug aus einer Predigt, den ich “sexuelle Anfechtungen und andere Versuchungen” genannt habe, den ich nicht schriftlich vorliegen habe, möchte ich aber wegen der Ehrlichkeit sehr empfehlen.

Dann zum zweiten ein Video ( auf vimeo )  von Tim Conway, das sich mit dem Thema Selbstbefriedigung befasst. Es gibt mehrere Videos von ihm zu diesem Thema, aber dieses hier schien mir am ausgewogensten, vor allem, weil es quasi auf viele Fragen reagiert, die im Zusammenhang mit einem ersten Vortrag zu diesem Thema an ihn gestellt wurden. Zudem möchte ich nach reichlicher Überlegung auch noch einen Aufsatz von Stephan Holthaus verlinken, der das ganze umfassender (und wohl) durchdachter darstellt. Das ist mir wichtig, weil ich denke, dass hierzu verschiedenes beachtet werden muss. Den Beitrag findet man auf ethik-institut.de:

Totgeschwiegen und doch damit zu kämpfen: Das Problem mit der Selbstbefriedigung (auf den Link klicken)

Selbstbefriedigung

Text des Videos als .PDF herunter zu laden


Download des Videos als .wmv

Mehr:

http://www.nacktetatsachen.at/

Folgendes wurde mir von einem Bruder dazu empfohlen, ich kann dazu nichts sagen, weil ich den Kurs und die Seite nicht wirklich kenne. Aber ich verlinke es auf diese Empfehlung hin:

www.settingcaptivesfree.de
http://old.settingcaptivesfree.com/German_purity/enroll.php
http://old.settingcaptivesfree.com/German_purity/course.php

Siehe auch Schirrmachers Ausführungen zum Thema Pornographie:

http://www.horst-koch.de/joomla_new/content/view/150/157/

Über unwise Sheep

"Die Zeit benötigt eines, damit sie Sinn hat: Ewigkeit!" (unbekannt )
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17 Antworten zu Selbstbefriedigung

  1. Anna schreibt:

    Hallo Simon,
    also ich habe diesen Beitrag mit viel Gewinn gelesen. Es ist kein einfaches Thema und wer will schon gern darüber reden …
    Aber es ist eine Realität und Realitäten, die verschwiegen werden oder denen ausgewichen wird – bieten ein großes Potenzial für ein „bösartiges“ Eigenleben. Durch Verschweigen verschwinden ja die Probleme nicht, im Gegenteil sie können sich dann ohne „Gegenwehr“ frei entfalten …
    Ich denke auch, dass der erste Schritt der ist, anzuerkennen, dass es böse ist.
    Ich denke auch, dass der zweite Schritt der ist, anzuerkennen, dass man hier mit einer bösen Vorgehensweise noch Böseres verhindern möchte. Eine Selbsttäuschung, Sünde mit etwas weniger Sünde im Zaum zu halten.
    Dennoch sollte man einen Unterschied machen, zwischen denen, die mit Lust darin verharren und denen, die davon zu Fall gebracht werden und sich im Nachhinein dafür vor Gott selbst richten. Eine heikle Angelegenheit, die nicht nur für dieses Beispiel zutrifft, ähnlich bei Alkoholproblemen, Fresssucht und die Reihe der „heimlichen oder verborgenen“ Sünden ließe sich sicher fortsetzen.
    Vielleicht hilft es an der Stelle sich daran zu erinnern, was Jesus über die Vergebung sagt, wie viel mal soll man einem Andern vergeben? Was Jesus hier fordert ist keine Forderung, die den Menschen barmherziger erscheinen lässt als Gott. Gott ist um ein unvorstellbar höheres Maß barmherzig und Christi Blut ist mehr als ausreichend zur Tilgung der Schuld.

    Dieses Zitat befremdet mich aber in der Ausschließlichkeit der Behauptung schon:

    Zitat: „Was ich euch bitten mag, ist das: Begegnet den Männern und Frauen , deren Glauben ihr am meisten bewundert und fragt sie, ob sie sich selbst befriedigen. Ich garantiere, dass ihr herausfindet, dass sie es nicht tun. Ich garantiere, das sind Männer und Frauen, die Sieg fanden.“

    Hier wird meiner Meinung nach ein Bild von Männern und Frauen, die man im Glauben bewundert gezeichnet, dass in der Gesamtaussage eine völlig falsche Erwartung rüberbringt. Das kann gar niemand garantieren und Sündenexhibitionismus hilft auch dem Fragenden und Ringenden wenig.
    Was für Menschen waren die „Glaubenshelden“ in Hebräer 11? Wer sollte heute „über ihnen stehen“? Wie siegreich haben sie gegen so manche Sünde bestanden? Liebten sie ihre Sünden? …

    Welchen Nutzen haben Fragen nach nicht offenbaren Sünden? Eigentlich nur, wenn sie tatsächlich durch Gottes Gnade überwunden wurden. Es wäre besser hier an die Stelle die Aufforderung oder Bitte zu setzen, dass diejenigen Mut zum Zeugnis finden, die einmal darunter litten und jetzt frei davon sind. Wir dürfen uns auch nicht darüber täuschen, dass solche Geschwister Beistand durch andere Geschwister brauchen, auch zu ziemlich ungelegenen Zeiten. Wer ist bereit Zeit für seinen Bruder oder seine Schwester zu opfern? Wer ist bereit seinen eigenen Urlaub abzusagen, weil ein Bruder oder eine Schwester allein nicht klar kommt und dich braucht? Verstehst du was ich meine, mir kommt es viel zu oft so vor, als wollten wir lieber schnell das Problem beseitigen, um schnell wieder Ruhe zu haben.
    Am Ende wird nicht das Problem „entsorgt“, sondern der Mensch.

    Was nützt es jemanden so zu fragen und dann mit Gläubigen zu tun zu bekommen, die damit keine Probleme hatten oder haben?
    Was nützt es jemanden so zu fragen und dann mit Gläubigen zu tun zu bekommen, die auch keine dauerhafte Lösung kennen?
    Diese Art der Fragestellung ist mir viel zu unsicher und richtet im Extremfall mehr Schaden an, als dass es wirklich nützt.

    Lieben Gruß Anna

  2. unwise Sheep schreibt:

    Hallo Anna

    Sehr vielen Dank für deinen Kommentar. Ich habe absichtlich das Video von Daniel Herrmann (http://www.youtube.com/watch?v=njwI3Th-UlU ) dazu vorangestellt, keine Ahnung, vielleicht tippe ich das auch noch mal ab, dass man den Text schriftlich vorliegen hat. Jedenfalls wollte ich den Vortrag von Tim Conway nicht allein stehen lassen. Ich weiß auch, dass es nicht damit getan ist, irgendwem ein Video, einen Text, ein Buch oder eine Bibelstelle hinzuklatschen. Ich hab in meinem näheren Umfeld eine Person, die bestimmt seit 3 Jahren immer wieder im Grunde mit der gleichen Sache an mich herantritt. Manchmal lassen sich Dinge nicht so einfach lösen und überwinden, das ist mir sehr bewusst.

    Ich weiß auch aus eigener Erfahrung, wie sehr man gerade in diesem angesprochenen Bereich zu kämpfen haben kann, auch als Christ, ich verstehe Menschen sehr gut, die damit nicht fertig zu werden meinen. Ich habe nur sehr langsam darüber mehr und mehr Sieg bekommen, aber phasenweise war es ein Fallen und Wiederaufstehen, Fallen und Wiederaufstehen, Fallen und Wiederaufstehen…

    Das ist in manchen Bereichen so. Als ich zum Herrn fand, war nicht plötzlich mit einem Schlag meine Depression weg, nein, die blieb da und es wurde nur langsam besser und ich bin dankbar, dass ich inzwischen nicht mehr so damit zu kämpfen habe, aber bis dahin war es ein langer Weg, auch mit Rückschlägen, wo es auch streckenweise wieder bergab ging. Ganz ehrlich, manchmal, wenn manche Leute Zeugnis geben, wovon sie der Herr alles mit einem Schlag befreit hat, werde ich innerlich manchmal etwas wütend, weil es eben nicht immer so einfach geht und gerade auch der Kampf mit sehr tief sitzenden und hartnäckigen Sünden und anderen Nöten auch sehr frustrierend sein kann.

    Unser Leben als Christen ist kein vollkommenes, so als wären wir nun völlig andere Menschen, das sind wir nicht, wir sind immer noch versuchbar und nicht über alle Sünde erhaben. Und genau deswegen sagt Jesus uns auch zu beten „und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Das Heil ist nicht etwas, was wir inwendig uns tragen würden und uns zu grundsätzlich besseren Wesen machen würde. Wir haben immer noch unser Fleisch an uns kleben das wird nicht besser, weil wir jetzt Christen sind.

    Und deswegen brauchen wir vor allem den Herrn und auch einander als Christen, mir ist durchaus klar, dass sich, wie ich auch schon sagte, manches nicht so leicht löst und das mancher Bruder oder manche Schwester wesentlich mehr Hilfe benötigen als andere, aus den verschiedensten Gründen.

    Ich glaube auch, dass wir jungen Christen ( zu denen ich mich zähle ) es gerade im Bereich der sexuellen Sünden heute einfach viel schwerer haben als die Generation vor uns. Ich hab ja alle möglichen Werbeblocker im Browser, so dass ich kaum anzügliche Werbung im Internet sehe, aber wenn man ständig gereizt wird und ständig der Reiz da ist, z.B. auch nur, wenn man heute in einer großen Einkaufsstraße unterwegs ist, dann ist das einfach manchmal schwierig, man wird eben doch von allem möglichen immer wieder in diese Richtung gelenkt. Jetzt komme ich sicher mehr damit klar, single zu sein als früher, aber ich weiß durchaus Zeiten, wo mir das sehr schwer gefallen ist, und wo man dann eben aus tiefster Frustration in Sünde im sexuellen Bereich fällt, gerade, weil man ständig damit bombardiert wird.

    Also, ich bin da einfach durchaus kein unbeschriebenes Blatt – ja ich habe gelernt, damit besser umzugehen, aber ich habe auch heute keine Position erlangt, in der ich über diese Dinge völlig erhaben wäre, ich muss da aufpassen, ich mag zwar nicht so sehr damit zu kämpfen haben, Lügen zu erzählen oder mir Dinge unter den Nagel zu reißen, die mir nicht gehören, aber ich bin in diesem Bereich anfällig und mir durchaus bewusst, dass man gerade bei diesem Thema nicht einfach oberflächlich drüber gehen kann und alles ist gut. Das ist eine Illusion.

    Dennoch kann ich natürlich im Rahmen dieses Blogs nicht das tun, was ich tue, wenn ich bspw. einen Bruder vor mir habe, der mich um Hilfe bittet.

    Du hast auf jeden Fall Recht, dass es unsinnig ist, sich an Leute zu wenden, die nie wirklich mit solchen Dingen gerungen haben. Und nun, die Glaubenshelden aus Hebräer 11 haben auch manchmal ganz schönen Mist gebaut, auch ein Abraham. Ich finde, wir sollten uns auch davor hüten, Menschen zu verklären. Es mag aber durchaus Vorbilder im Glauben geben, die tatsächlich mit dem Gleichen gerungen haben wie der Hilfesuchende, da könnte Rat durchaus hilfreich sein. Aber das ist etwas, was man dann eher im Einzelfall klären muss.

    Nun, etwas, was mir sehr wertvoll in diesem Zusammenhang geworden ist, ist, dass Gott als eine Vater die züchtigt, die er liebt. Als seine Kinder züchtigt er uns als Gläubige und bringt uns wieder zurecht, weil er uns liebt. Ich denke, dieser Aspekt darf nie übersehen werden, weil es einfach nicht so ist, dass wir als Gläubige im Kampf gegen Sünde stehen und uns der lebendige Gott nicht hilft. Sondern er mag uns zurecht bringen und in die Richtungen Bahnen lenken. Das ist ein enorm wichtiger Aspekt, der manchmal vernachlässigt wird, der Gläubige darf wissen, dass er seinen Vater im Himmel auf seiner Seite hat, der dafür sorgt, einen auf der rechten Bahn zu halten.

    Und bevor ich es vergesse: Es ist natürlich unbedingt zu unterscheiden zwischen Gotteskindern, die damit tatsächlich ringen und das überwinden möchten und solchen, die das mehr oder weniger ohne Gewissensbisse tun und tatsächlich sündige Dinge für in Ordnung erklären und diese auch rechtfertigen versuchen.

    Also, nochmal vielen, vielen Dank für deinen Kommentar, der wichtige Dinge beinhaltet hat.
    Libe Grüße
    Simon

  3. Anna schreibt:

    Hallo Simon,

    du schreibst: „Nun, etwas, was mir sehr wertvoll in diesem Zusammenhang geworden ist, ist, dass Gott als eine Vater die züchtigt, die er liebt. Als seine Kinder züchtigt er uns als Gläubige und bringt uns wieder zurecht, weil er uns liebt. Ich denke, dieser Aspekt darf nie übersehen werden, weil es einfach nicht so ist, dass wir als Gläubige im Kampf gegen Sünde stehen und uns der lebendige Gott nicht hilft. Sondern er mag uns zurecht bringen und in die Richtungen Bahnen lenken. Das ist ein enorm wichtiger Aspekt, der manchmal vernachlässigt wird, der Gläubige darf wissen, dass er seinen Vater im Himmel auf seiner Seite hat, der dafür sorgt, einen auf der rechten Bahn zu halten“

    ich denke mit deiner Grundhaltung liegst du genau richtig. Wenn du dir dann noch vor Augen führst, dass Christi Amt derzeit ist, als Fürsprecher – als Hohepriester zu „fungieren“ – dann ist reichlich Trost und Ermutigung vorhanden. Nimm nur mal das so genannte hohepriesterliche Gebet aus Johannes 17 und lies es wie für dich gebetet. Dann bedenke wer hier der Beter ist. Es ist Christus, vom dem der Vater bezeugt, dass sein Wohlgefallen auf ihm ruht. Sollte er nicht Erhörung finden? Wenn nicht er, wer dann?

    Es ist wichtig, dass wir nicht vergessen, Gut ist Gut und Böse ist Böse. Einer Verkehrung dürfen wir nicht zustimmen – auch wenn wir das Böse selbst an uns/in uns entdecken. Selbstentschuldigung ist der erste Schritt zum eigenen Untergang.

    Ich denke auch, dass es die gefallenen Gläubigen, die immer wieder aufstehen, sind – die zu viel Segen gesetzt werden. In dem, in dem dir geholfen, oder in dem, in dem du überwunden – kannst und sollst zu dem Anderen eine Ermutigung, ein Ansporn … sein. Gott hat niemandem geholfen, um einen anderen zu zerstören. Wer sich selbst zerstören will, der wird von selbst gehen und alles ablehnen, was an Hilfe und Trost geboten werden kann …

    Wer hier etwas Tröstliches, etwas „zum Überwinden“ sagen kann, der soll es tun und sich nicht abschrecken lassen von den Vielen, die darin in Lust und Laune verharren und den Blick für „Sünde“ verloren haben oder …
    Aber ich kann mir eben auch vorstellen, dass es einige gibt, die meinen, dass ihr wiederholtes Fallen dazu führt, dass Christus sie nicht mehr annehmen wird, sie hinaus stoßen wird …

    Vielleicht ist es angebracht sich dann wieder einer ebenso gültigen „anderen“ Wahrheit zu widmen. Sollte auch nur einer hinaus gestoßen werden, der zu Christus kommt, wie die Schrift sagt (Oh, Gott sei mir Sünder gnädig!), dann wäre Christus der größte Lügner und unser Glaube eine Farce!

    Ganz herzliche Grüße Anna

  4. Religionslehrer schreibt:

    Hallo,

    Selbstbefriedigung ist KEINE Sünde!
    Selbstbefriedigung kommt in der Bibel gar nicht vor. Die Meinung, Sb sei Sünde und “unrein” (unrein auch die weibliche Periode!) ist reine Willkür. Nach Erkenntnissen der heutigen Medizin und Sexualwissenschaft ist Sb eine eigenständige und wertvolle Form der Sexualität. Der Sexualtrieb ist uns Menschen angeboren und wir behalten ihn ein Leben lang. Er ist NICHT auf den ehelichen Geschlechtsverkehr beschränkt! Schon Embryos im Mutterleib berühren ihre Geschlechtsteile. Das beweisen Ultraschallaufnahmen. Für Jugendliche ist Sb Triebabfuhr und Einüben ihrer Sexualität (die laut Schöpfungsbericht von Gott gegeben ist). Ich empfinde es als ungeheure Arroganz und Größenwahn, wenn “Christen” Menschen, die sich selbst befriedigen, verachten und allgemein gültige Verbote aufstellen wollen. Die jahrhundertelange Unterdrückung der Sb durch Mediziner und Kirchenväter (gibt es eigentlich auch Kirchenmütter?) hat viel Not und Elend über die Menschen gebracht. Ich erinnere nur an die zahlreichen Klitoridektomien in Europa und den USA zur “Behandlung” der weiblichen Masturbation.
    Selbstbefriedigung – eine Sünde? NEIN!

    • Oliver schreibt:

      Kann ja sein, dass es keine Sünde ist. Aber Willkür kann zweiseitig sein. Ebenso wie ich willkürlich die Masturbation zur Sünde erklären kann, weil es in mein Glaubensbild passt, kann ich sie ebenso willkürlich von Sünde frei sprechen, weil es in mein Glaubensbild passt. Warum ist sie keine Sünde? Weil Babys im Mutterleib es schon tun? Das ist kein Maßstab. Babys im Mutterleib sind nicht unschuldig, wie die Bibel feststellt. Jugendliche haben einen Drang danach? Auch das ist kein Grund. Menschen haben Schindluder getrieben? Ebenfalls kein Grund. Der einzige Maßstab, der gilt ist Gottes Wort.
      Ich selbst bin zwar auch der Auffassung, dass Masturbation keine Sünde ist, aber meine Überzeugung beruht nicht auf irgendwelchen humanistischen, biologischen, psychologischen, oder sonstigen menschenzentrierten Gründen, sondern auf der Bibel.

  5. unwise Sheep schreibt:

    @Religionslehrer

    Danke für deinen Beitrag. Ich selbst – arbeite mit Geistig – und – Körperbehinderten – bin auch von berufswegen hier noch nicht zu letzten Schlüssen gekommen. Ich finde die Frage nicht wirklich ganz einfach zu klären – wie ich schon verschiedene Male gesagt habe:

    “Hier finden sich Predigten und Vorträge im Blog in voller Länge. Hier gilt: Man nehme sich solche Predigten durchaus zum Anreiz zum Nachdenken und Forschen, aber einfach eine allgemeine Warnung: Nur, weil jemand etwas in einer Predigt sagt und um das zu untermauern ein paar Bibelstellen zitiert, muss das noch lange nicht stimmen. Daher: Wenn ihr hier – oder auch woanders – Predigten hört: Denkt darüber nach und vergleicht die Botschaft mit dem, was in der Schrift tatsächlich steht. Eine Predigt muss sich an dem messen lassen, was die Schrift sagt, weil sich die Predigt auf die Schrift berufen muss. Wir haben das Privileg, heute recht einfach an eine Bibel zu kommen und darin zu lesen und sie verstehen zu lernen. Wir sollten dieses Privileg nutzen.”

    Viele Gebote zu Moses Zeiten sind durchaus auch im Zusammenhang dessen, was ich als Christ als “Heilsgeschichte” betrachte bzw. im Kontext der gesamten Schrift, zu beurteilen.

    Ich suche aber noch nach einer mich zufriedenstellenderen Ethik, die ich als mit der Schrift konform betrachte. Ich denke auch nicht, dass dieser Beitrag hier das letzte Wort hat. Mir fehlt noch ein ausführlicheres eingehen auf die Geschöpflichkeit und die Sexualität des Menschen an sich – wie gesagt – das sind Fragestellungen, die sich mir auch berufswegen stellen und mit denen ich mich noch ausführlicher auseinandersetzen muss.

    LG
    Simon

    • unwise Sheep schreibt:

      Anmerkung: Ich habe Schirrmachers 6-bändige Ethik zu Hause stehen, Band 4 befasst sich spezifisch mit Sexualethik, zudem mit dem Verhältnis von AT zu NT. Das wollte ich mir eines Tages auf jeden Fall hierzu durchlesen.

  6. unwise Sheep schreibt:

    Ich hatte bei Schirrmacher gelesen, aber nichts direkt zur Thematik gefunden – ausgewogen und sinnig schreibt meines Erachtens aber Stephan Holthaus.Das ist mehr als eine Ergänzung zum Beitrag, ich werde diese ausführliche Darstellung auch im Artikel selbst verlinken.

    http://www.ethikinstitut.de/fileadmin/ethikinstitut/redaktionell/Texte_fuer_Unterseiten/Sexualethik/Vorherr_Selbstbefriedigung.pdf

    Demnach bezeichnet er Selbstbefriedigung an sich nicht per se als Sünde – wie er dazu kommt ist für mich absolut nachvollziehbar, betont aber dennoch, dass Sexualität eigentlich komplementär angelegt ist – und sich letztlich idealerweise auf das “Du” auf den Partner richten sollte. Mit dieser Darstellung kann ich persönlich leben, ich denke, sie ist angemessen.

    Kommt auf jeden Fall auch in meine E-Book-Sammlung

    • Religionslehrer schreibt:

      Die Arbeit “Das Problem mit der Selbstbefriedigung” (der Titel spricht für sich!) ist nicht von Dr. Stephan Holthaus, sondern von Johannes Vorherr.

  7. Religionslehrer schreibt:

    Man sollte biologische, psychologische, sexualpsychologische und andere wissenschaftlichen Aspekte nicht gering schätzen! Schon gar nicht, wenn es einem gerade nicht in den Kram passt. Diese Argumentation erinnert mich fatal an den Streit zwischen dem Kreationismus und der Evolutionstheorie. Die Kreationisten – auch andere christliche Fundamentalisten! – berufen sich auf den biblischen Schöpfungsbericht und nehmen ihn wortwörtlich (Erschaffung der Welt in sechs Tagen, Entstehung der ersten Menschen an einem Tag: Adam und Eva als historische Figuren, Konstanz der Arten). In christlichen Foren kann man diesem Standpunkt zur Genüge begegnen. Anhänger der Evolutionstheorie halten an der jahrmilliardenlangen Entstehung der Erde und jahrmillionenlangen Entwicklung der Menschen und der Auffassung, Menschen und Affen haben gemeinsame Vorfahren, fest. Die biblischen Schöpfungsberichte dürfen m.M.n.
    nicht wortwörtlich übernommen werden, sondern bedürfen einer historisch-kritischen Auslegung – übrigens Usus in der heutigen Theologie. Zahllose Indizien passen haargenau auf die Evolutions”theorie”, so dass man sie getrost als gültig (valide) betrachten kann. Das schließt die Annahme einer übergeordneten Schöpfungsmacht nicht aus. Nicht wenige Naturwissenschaftler glauben an Gott; allerdings nicht an wortwörtliche Übernahme von biblischen Texten – die imho Menschenwerk sind.

    • unwise Sheep schreibt:

      Meine Frage: Hat man sich hier auch kritisch mit den grundlegenden philosophischen Vorannahmen befasst, die eben in der Regel naturalistische sind? Ich weiche schon an dieser Stelle ab.

      Zudem denke ich, dass die Schrift ein Selbstverständnis hat, das eben mit Gott bzw. mit Jesus Christus beginnt – von diesem Fixpunkt aus wird alles andere betrachtet – wenn man dies ablehnt, hat man meines Erachtens letztlich auch keinen Grund, weiter am christlichen Glauben festzuhalten.

      http://unwisesheep.org/2011/05/18/apologetik-definiert-anhand-bibel-james-white/

      Das heißt übrigens nicht, dass man sich der Naturwissenschaft / Forschung im Allgemeinen verschließt. Man sieht aber Gott als Schaffer und Erhalter der Schöpfung und als Geber der Naturgesetze etc..

      Ich selbst interessiere mich durchaus für die Erkenntnisse von Psychologie, Soziologie etc. – mich interessiert aber auch, unter welchen Bedingungen und Weltanschauungen diese zustande gekommen sind.

  8. Religionslehrer schreibt:

    Der alltägliche Wahnsinn in “christlichen” Internetforen zeigt, welch ein gebrochenes Verhältnis “Christen” zur vorehelichen Sexualität haben. Besonders die Selbstbefriedigung ist weiterhin ein rotes Tuch für reaktionäre Christen. Auslöser des Ganzen sind die offiziellen Haltungen von Kirchen, wie z.B. der römisch-katholischen Kirche, die in der Selbstbefriedigung eine “absichtliche Erregung der Geschlechtsorgane, mit dem Ziel, geschlechtliche Lust hervorzurufen”, wie auch jeglicher freiwillige, außereheliche “Gebrauch der Geschlechtskraft”, eine “in sich schwere ordnungswidrige Handlung” sehen. Allerdings werden in der Seelsorge Faktoren wie “affektive Unreife, die Macht eingefleischter Gewohnheiten, Angstzustände und weitere psychische oder gesellschaftliche Faktoren” berücksichtigt, “welche die moralische Schuld vermindern oder sogar auf ein Minimum beschränken können.” (Katechismus der Katholischen Kirche, KKK, Nr. 2352).
    Diese unnatürliche Einstellung der Kirchen wirkte sich Jahrtausende lang auf die Menschheit aus und ist heute nicht nur auf die römisch-katholische Kirche beschränkt, sondern besonders evangelikale Kirchen und fundamentalistische christliche Gemeinschaften, aber auch Sondergruppierungen wie z.B. die Mormonen, sind diesem Leitbild verfallen. Man versucht besonders jungen Menschen, Schuldgefühle einzureden, wenn sie masturbieren. Das Leitbild dieser “Christen” ist der bis zur Ehe absolut keusch lebende Mensch, danach aber wird von demselben Gläubigen in der Ehe erwartet, dass die ehelichen “Pflichten” erfüllt werden.
    Das religiöse Sündengeschwafel diente und dient nur dazu, Menschen ein schlechtes Gewissen aufzuschwatzen. Das funktioniert in Sachen Sexualität hervorragend, weil es sich um einen Trieb handelt. Wer das Gewissen des Menschen beherrscht, beherrscht den Menschen.
    Religionen weisen drei große “”I” auf: Ignoranz, Intoleranz und Immunität (gegen Kritik)!

  9. Daniel schreibt:

    @Religionslehrer
    Das religiöse Sündengeschwafel diente und dient nur dazu, Menschen ein schlechtes Gewissen aufzuschwatzen ———>>> Dein Kommentar ist sehr undifferenziert

    Man sieht in dieser Welt wohin es führt:

    - Geschlechtskrankheiten
    - Abtreibungen
    - Kinder die ohne Vater / Mutter aufwachsen

    Anderseits finde ich das Zölibat der kath. Kirche absolut unbiblisch und die Presse prangert zurecht die Misstände an die daraus resultieren.

    Paulus hat freiwillig keusch gelebt und jeder der sein Leben komplett sein Leben an Jesus Christus gibt ist ein SEGEN. Anderseit soll jeder der nicht keusch Leben kann/will seine eigene Frau haben gemäss dem Korintherbrief.

    @ Religionslehrer

    Anstatt den Katechismus der kath. Kirche zu lesen, Vorurteile nach dem anderen aufzuschreiben besser in der HEILIGEN Schrift zu meditieren und beten das Dir der HERR Weisheit gibt.

    Das Wichtigste dass der HERR im Zentrum von allem steht, an erster Stelle kommt. Dann wirst du wachsen im Glauben und alles verstehen. Dein Kommentar bassiert nicht auf der Bibel sondern aus den gängigen klischees.

  10. Religionslehrer schreibt:

    Dein Rat kommt zu spät – ich habe schon als Jugendlicher die Bibel komplett durchgelesen. Schon damals kamen mir Geschichten wie die von Adam und Eva oder Noahs Arche höchst unrealistisch vor. Das hat sich bis heute nicht geändert.
    Die römisch-katholische Kirche beruft sich im Übrigen nicht nur auf die Bibel, sondern auch auf die traditionelle kirchliche Lehre, die – weil durch den Heiligen Geist erleuchtet – unfehlbar ist.
    Die Einstellung der RKK zur Sexualethik ist im Katechismus und zahlreichen weiteren Schriften (auch in Internetbeiträgen) nachzulesen. Dass vor- und außerehelicher Sex, ehelicher Geschlechtsverkehr – natürlich nur zwischen Mann und Frau! – ohne Offenheit zur Zeugung, Selbstbefriedigung, Homosexualität, Empfängnisverhütung als Sünde und Unzucht betrachtet wird, ist amtliche katholische Lehre. Verstöße dagegen sollen in der Beichte bekannt werden.

  11. Daniel schreibt:

    @Religionslehrer

    Die Bibel ist kein gewöhnliches Buch das man von A-Z liest und fertig ist das ganze. Die Bibel versteht man nur durch den Heiligen Geist. Die Bibel kann man ein Leben lang lesen und man sieht auch dann noch neue Aspekte. Daher würde es sich durchaus lohnen die Bibel wieder mal in die Hand zu nehmen :)

    Nochmals die Bibel allein ist das Wort GOTTES. Die von dir erwähnte römisch katolische Sexualethik etc. ist nicht = Wort GOTTES.

    Daher bitte ich dich Bibelzitate zuverwenden bei deiner Argumentationen.

  12. Religionslehrer schreibt:

    Die Bibel ist Menschenwerk, das vor Jahrtausenden entstanden ist und über 100 verschiedene Autoren hat. Sie wird in der heutigen Theologie eben nicht wortwörtlich genommen, sondern historisch-kritisch augelegt. Man muss dazu selbstverständlich den sozialen, kulturellen und politischen Hintergrund bedenken.

  13. Christina schreibt:

    Mag sein, dass das in bestimmten Kreisen der heutigen Theologie so ist (ganz gewiß ist es so), bedeutet doch aber lange noch nicht, dass es wahr und richtig sein muss.

    Vielleicht hat eine akademisch erfahrene Theologieprofessorin und ehemalige überzeugte Verfechterin der historisch-kritischen Theologie auch etwas dazu beizutragen:

    http://www.clv.de/index.php?sid=732e9b5e6c6dc060fe1da27d8e26fad4&cl=details&anid=280&listtype=search

    Auch als PDF downloadbar.

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