Atheist Christopher Hitchens darüber, ein Sklave zu sein (James White)

27 Mai

Christopher Hitchens, Autor von Büchern, wie “Der Herr ist kein Hirte – Wie Religion die Welt vergiftet” – hält immer wieder Vorträge über seinen Atheismus und seinen Antitheismus, in denen er seine Abscheu der Vorstellung gegenüber ausdrückt, dass es einen Gott gibt. Bevor ich hier auf James Whites kurzen Clip verweise, möchte ich noch einmal an die DVD erinnern von John Lennox, die sich mit dem neuen Atheismus auseinandersetzt, den Christopher Hitchens zusammen Richard Dawkins und Co. vertritt, die ich bereits im Blog vorgestellt habe (aufs Bild klicken)

Hitchens wollte sogar 2010 eine Debatte mit James White führen, musste aber aufgrund seiner Krebserkrankung (Speiseröhrenkrebs) absagen. James White geht hier nun in diesem kurzen Clip auf Hitchens Aussagen ein, der mitunter auch den biblischen Gott mit dem Dikator aus Nordkorea vergleicht und antitheistisch rigoros die Existenz eines Schöpfers bestreitet. James White legt hier nur ein paar Gedanken als Christ dar, ohne jetzt systematisch auf alles Gesagte einzugehen und es zu beantworten.

Ich möchte es fortsetzen, auf einige der Kommentare zu antworten, die Christopher Hitchens in einer Debatte mit Frank Turek gegeben hat bzgl. des Themas der Existenz Gottes. Wir haben uns bereits in einem früheren Video angeschaut, was wir als „Hitchens-Frage“ bezeichnen könnten. Nun möchte ich, dass wir uns einige Kommentare Hitchens anschauen bzgl. der Idee, ein Diener, ein Sklave Gottes zu sein, wenn wir tatsächlich seine Geschöpfe sind. Lasst uns ansehen, was Hitchens hier sagt.

Ausschnitt aus einem Video von Christopher Hitchens:

„[…] Das Denken, der gesunde Menschenverstand, der vernünftige Anstand rebellieren gegen diese im Kopf von Gläubigen geschmiedete Fessel, wie ansprechend und humorvoll diese Fessel auch dargestellt werden mag. Die Idee einer Hölle existiert im Denken sogar einiger Menschen, mit denen ich heute gesprochen habe, während ich auf diesem Campus Konversationen hatte. Für sie ist die Hölle eine Wirklichkeit und ich sage nicht, dass sie das nicht wirklich glauben, aber, was ich euch zeigen mag, ist, dass wenn jemand solche Ideen im Kopf hat, diese durchaus bekämpft werden können, so wie viele andere in Köpfen Gläubiger geschmiedeter Fesseln und menschengemachte Gedankentyrannei. In der Tat, dieser Glaube an eine allesbestimmende und unveränderliche Tyrannei ist der älteste Feind unserer Spezies, der älteste Feind unserer intellektuellen Freiheit und unserer moralischen Autonomie. Dieser Tyrannei muss begegnet werden, sie muss herausgefordert und besiegt werden. Ich möchte hier für nichts weniger als das eintreten.

[…]

Quelle

Es gibt keine totalitäre Lösung für diese Probleme. Es gibt keinen himmlischen Big Brother. Es ist eine schreckliche Idee, dass es jemanden geben soll, der uns besitzt, der uns gemacht hat, der uns überwacht, ob wir nun wach sind oder schlafen, der alle Gedanken kennt, der uns von in unseren Gedanken begangenen Verbrechen überführen kann, der uns richten kann für das, was wir im Schlaf tun, für Gedanken, die wir in unseren Träumen haben mögen, der uns schlecht  erschaffen kann, genau so wie wir ja tatsächlich schlecht auf die Welt kommen um uns dann mit dem Druckmittel ewiger Pein zu befehlen, wieder gut zu werden . Zu fordern, dass das eben Geschilderte Wahrheit sei, ist zu wünschen, als absoluter Sklave zu leben. Es ist m.E. wunderbar, dass wir nun genug Information, genug Intelligenz und hoffentlich genug intellektuellen und moralischen Mut haben, zu sagen: Diese grausame Vorstellung ist eine Lüge und wir sollten das feiern. Ich würde mich freuen, wenn ihr da mit mir übereinstimmt […] „

Absolute Knechtschaft. Sklaverei. Unterwürfigkeit.  Das steht laut Hitchens unserer intellektuellen und moralischen Autonomie im Weg. Der Mensch will definitiv autonom sein, oder? Ist das nicht die Essenz der Rebellion des Menschen, der sich weigert anzuerkennen, dass er ein geschaffenes Geschöpf ist? Es ist recht offensichtlich, dass genau das Hitchens antreibt. Wir bekommen hier einen Einblick in die Seele dieses Mannes und in das, was er so derartig abstoßend findet an seinem eigenen geschaffenen Wesen. Das muss schrecklich sein. Aus christlicher Perspektive kann man sich recht leicht an Hitchens, Barkers, Dawkins  Aussagen stoßen, die ja zusammen  mit Anderen den christlichen Glauben attackieren.

Aber, wenn wir darüber nachdenken: Wie muss das Leben eines Atheisten sein? Er ist im Bild Gottes geschaffen. Ich denke immer an das Bild vom Töpfer und dem Gefäß, wo direkt oben auf das Gefäß gedruckt ist: „Geschaffen durch Gott“. Dem kann man nicht entgehen. Man mag sich volllaufen lassen um es zu vergessen, man mag alles Mögliche tun um es hinter sich zu lassen, aber dennoch bleibt es da. Und tatsächlich muss man jeden einzelnen Tag eine Menge an Energie aufwenden um dieses Wissen niederzuhalten. Es ist offensichtlich: Dem kann man eigentlich nicht entkommen. Man wird diesem göttlichen Abdruck nicht entkommen können. Das muss eine wirklich elende Existenz sein. Und es scheint im Laufe der Zeit eine große Menge an Bitterkeit und Unglücklichsein zu verursachen. Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber Christopher Hitchens macht auf mich nicht den Eindruck eines fröhlichen Individuums. Wie das auch sein mag: Wir können hier ein wenig in Christopher Hitchens existenziellste Erfahrungen Einblick erhalten und deswegen kann ich nicht wirklich wütend ihm gegenüber sein.  Man denke  nicht nur an das Gericht, das eines Tages über ihn kommen mag. Man denke an seine vielen Gaben, die er gebraucht um seine Erkenntnis über Gott  nieder zu halten, man denke auch an die unschöne Existenz, die damit kommt. Das verändert meine Einstellung ihm gegenüber.  Man sieht hier  weiterhin auch diesen Hass der christlichen Botschaft gegenüber, diesen Hass, der sich in seinen Worten widerspiegelt.

Abseits all dessen, bleibt man aber etwas irritiert zurück ob der unausgesprochenen Annahme, die hinter solch einer Argumentation steckt. Diese Annahme besagt im Grunde: Eine autonome Kreatur und ohne Gott zu sein, ist so viel besser als ein unterwürfiger Sklave Gottes zu sein. Christopher Hitchens hat außergewöhnliche Fähigkeiten, Sprache für seine Zwecke zu gebrauchen, weit mehr als ich. Aber, wenn wir das Blendwerk schöner Formulierungen entfernen, stellt sich die Frage: Was wird hier wirklich gesagt? Was behauptet Christopher Hitchens nun tatsächlich? Lasst uns darüber einen Moment nachdenken. Was er sagt, ist, dass es schrecklich sei, ein Diener Gottes zu sein. Das  christliche Verständnis dessen, ein Diener Gottes zu sein, was Thema dieser Debatte war, meint sicherlich: Mein Leben ist nicht mein eigenes. Ich bin nicht autonom. Ich bin der Diener meines Schöpfers. Aber gleichzeitig bedeutet es auch: Mein Leben hat transzendente, ja ewige Bedeutung. Es gibt einen Sinn im ganzen Leben, auch in den Schwierigkeiten des Lebens. Die Gaben, die mir gegeben wurden, die habe ich, um einen bestimmten Zweck zu erfüllen. Tatsächlich erfahre ich enorme Freude, wenn ich den Zweck erfülle, für den Gott mich und meine Gaben gedacht hat.

Daher kann ich Schönheit in der Welt, in Gottes Schöpfung als sein Geschöpf sehen. Ich kann meinen Platz in der Schöpfung sehen, den Gott mir gegeben hat, ich kann seine Herrlichkeit sehen. Ich finde Erfüllung darin, zu dienen und mich selbst als ein Diener Gott hinzugeben. Denn so entspreche ich meiner Bestimmung als ein Geschöpf. Wenn man seiner Bestimmung nicht entspricht, wird man solch eine Freude nicht kennen. Und genau das scheint er zu beschreiben. Und damit hat er tatsächlich Recht. Er scheint die Bedeutung dessen, ein Geschöpf und Diener zu sein, lediglich aus seiner atheistischen Perspektive zu betrachten, in derer  beständig seinen Gott und Schöpfer leugnet. Und das empfindet er als schrecklich, weil er ja dafür am Ende gerichtet werden würde. Und insofern ist es dann tatsächlich schrecklich, ein solches Geschöpf Gottes zu sein.

Aber, was bietet er uns als Alternative an? Was ist von dieser autonomen Kreatur zu halten, die eine intellektuelle und moralische Autonomie besitzt? Diese Kreatur ist sich selbst Gesetz. Aber sie ist sich selbst Gesetz in einem Universum, das keine Bedeutung hat. Es ist ein Universum, das keine transzendente Bedeutung hat.  Jedes böse Tun ist nicht wirklich böse. Wir nennen es zwar vielleicht böse, aber es gibt eigentlich kein „gut“ und „böse“. Auch gibt es keinen wirklichen Sinn im menschlichen Leiden, es sei denn, wir definieren einen Sinn, wenn wir dem überhaupt eine  Bedeutung und einen Wert geben möchten. Alles, wofür Christopher Hitchens stehen mag, hört auf, relevant zu sein, wenn er in den letzten Atemzügen liegen mag, wenn er seine letzten Worte sprechen mag, die wahrscheinlich seinem Wollen nach ein Verfluchen Gottes sein werden. Es gibt keine Werte, keine Bedeutung, keinen Sinn und Zweck. Es ist ein Universum, das lediglich seinem eigenen Wärmetod entgegenschreitet, nicht mehr. Es gibt keinen bleibenden Wert, nachdem Hitchens verschwunden sein wird. ABER er ist autonom!

Ist das wirklich alles, was der Atheismus anzubieten hat? Nichts außer absoluter Rebellion einem – laut Atheisten – nicht existierendem Gott gegenüber?

Es scheint: Alles, was er uns anbieten kann, ist ein zufällig entstandenes Universum. Moleküle, die ineinander krachen, zufällig gerichtete Energie und  Bewegung ohne Sinn und ohne Zweck. Daraus müssen wir einfach das Beste machen!? Aber wir sind autonom und das ist wichtig.

Je mehr ich Atheisten zuhöre, die uns heute begegnen und ihre Rebellion Gott gegenüber predigen, desto mehr bin ich absolut erstaunt  über die ersten 3 Kapitel des Römerbriefes. Denkt auch einmal darüber nach, wie uns heutzutage von Atheisten die Menschen des Altertums beschrieben werden, die ja beispielsweise sehr wenig Gefallen an einem Paulus finden können, der sich selbst als Sklave Jesu Christi beschreibt. Paulus ist ein Mann, der vor all den modernen Erfindungen und Entdeckungen gelebt hat, die wir inzwischen heute gemacht haben.  Und doch trifft er Christopher Hitchens Seele, ebenso wie er auch Dan Barkers Seele, auch deine und meine Seele damit, so unterschiedlich wir – menschlich gesehen – auch sein mögen. Mit gar nicht allzu vielen griechischen Worten beschreibt er deutlich,  in welchem Zustand sich der Mensch befindet. Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber je mehr ich Römer 1, 2 und 3 studiere und je mehr ich die Welt um mich herum beobachte, scheint es mir, dass Paulus hier Worte niedergeschrieben hat, die seine eigenen Worte waren und doch nicht seine eigenen.

„vom heiligen Geist getrieben redeten  Menschen, von Gott gesandt. „

(2. Petrus 1, 21)

Das ist das beste Zitat, das ich je gehört habe, das das Wesen der Schrift beschreibt und die beste Antwort darauf gibt, wie Paulus solche Einsichten haben konnte in die Rebellion, die wir in Christopher Hitchens, Richard Dawkins, Dan Barker und Co.  in ihrem öffentlichen Auftreten in den Medien sehen können. Denkt darüber nach – danke für‘s Zuschauen.

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