Christ und Single? Hat Gott dich vergessen? ( Gedanken meinerseits + Tim Conway)

Dieses Thema hier ist ein Thema, das für mich durchaus sehr emotional ist. Denn ich stecke im Single-Sein mitten drin und habe keine Ahnung, wie lange noch. Ich bin mit meinen 25 Jahren nicht mehr ganz jung, aber auch noch nicht so alt. Hab schon einen Studiumsabbruch hinter mir, komme nun bald ins dritte Lehr-Jahr meiner Ausbildung und wünsche mir nicht erst seit gestern jemanden an meiner Seite. Das geht schon einige Jahre so. Und es gibt durchaus Leute, die das sich das von mir schon öfters anhören durften.

Ich mag das nicht. Und diese Situation ist durchaus auch dem geschuldet, dass ich für eine Beziehung mit einer jungen Frau durchaus eine gewisse Schwelle ansetze, was bederseitige Reife, Glauben und Lebensziele angeht. Es hat eben bisher noch nicht so gepasst. Und lange Zeit, besonders als ich noch jünger war, hat mich das fertig gemacht. Ich hab das nicht so gut verkraftet, “Single” zu sein und aus dieser Situation mit adäquaten Mitteln nicht herauszukommen.

Und das ist meines Erachtens eine sehr kitzlige Sache. Es gibt nicht wenige “christliche Singles”, die aufgrund ihres Partner-Wunsches ihren Glauben an den Nagel hängen und Beziehungen mit Menschen eingehen, die nicht ihre Glaubensüberzeugungen haben und so viele Prinzipien, auf denen ihr Leben aufgebaut gewesen sein mag, zurücklassen. Und oft lassen sie dabei den Gott zurück, an den zu glauben sie einmal bekannt haben.

Ich persönlich kann verstehen, weshalb sie das tun. Ich kenne viele, die das – bewusst oder unbewusst getan haben. Christliches Elternhaus. Christliche Umgebung. Christliche Lebensprinzipien, die einfach durchaus in einer Hinsicht eine Einschränkung darstellen, die fordern, dass man sich selbst zurücknimmt und eben nicht allem hinterherspringt, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Und das wollen dann viele nicht mehr. Sie wollen sich nicht einschränken, sie wollen vielleicht auch nicht so eine derart verbindliche und treue Beziehung führen, wie ich denke, dass es richtig zu tun ist.

Und nun, im Ersten Moment ist das einfacher. Man muss kürzer warten. Man bekommt schneller, wonach man sich sehnt. Und in einem gewissen Sinne ist das dann flexibler, vielleicht unkomplizierter. Zumindest kurzfristig.

Wenn man sich dann als Christ doch entscheidet, nicht die nächst beste Person zu nehmen, sondern gewisse Kriterien beachtet, dann kann das schwer werden, überhaupt jemanden zu finden. Dann ist man unter Umständen wesentlich länger Single als einem lieb ist. Und ich bin bis heute kein Freund davon. Ja, ich habe gewisse Mechanismen entwickelt, damit umzugehen ( z.B. Gebet, theologisches Studieren, das Gestalten dieses Blogs), aber es ist trotzdem zu Zeiten nicht immer einfach und ich bin durchaus auch schon an den Punkt gekommen, in sehr frustrierenden Situationen diesbezüglich, wo ich gesagt habe: “Herr, ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr, ich hab wirklich keine Nerven mehr dafür!”

Und ich dachte im Frust, dass es Gott letztlich nicht interessiert, wie gewisse Dinge in diesem Bereich meines Lebens laufen. Und eines Tages kam ich an den Punkt, wo ich wirklich so frustriert und desilusioniert war,dass ich anfing zu glauben, dass Gott sich über mich lustig machen will, dass er mich verhöhnen will, dass ich ihm schlicht egal bin.Ich habe in dieser  Hinsicht viel gebeten, den “Willen Gottes” gesucht, mich in verschiedenster Weise umgeschaut und hatte das Gefühl als wäre das Ganze so festgefahren, dass sich daran niemals mehr etwas ändern wird, egal, was ich auch mache, solang ich an meinen Prinzipien in diesem Lebensbereich festhalte. Und das wäre schier eine Sackgasse für meinen Glauben geworden. Und mit in der für mich schwierigsten Phase, musste ich umdenken lernen.

Und was ich hierbei gelernt habe und noch lerne, ist, dass ich die Frage danach, ob Gott mir zugeneigt ist, nicht davon abhängig machen kann, ob ich Single bin oder nicht. Das sagt nämlich letztlich gar nichts darüber aus. Ich kann es auch nicht von meinem Erfolg im Beruf abhängig machen oder davon, ob der christliche Dienst, den ich tue, “Frucht” trägt.

All das sagt nichts über meine Beziehung zu Gott aus. Das, was mir sagt, dass Gott mich liebt, ist, das Jesus Christus, der Sohn Gottes, für mich gestorben ist. Wenn ich das an irgend etwas anderem festmache, steht meine Zuversicht in die Liebe Gottes auf sehr wackligen Beinen. Die Liebe Gottes zeigt sich primär in der Liebe Christi am Kreuz zu mir. Hier sehe ich Gottes Zuneigung am Klarsten und Deutlichsten und es wäre dumm, in den Umständen meines Lebens nach ihr zu suchen, denn die ändern sich, mal laufen Dinge angenehmer, mal sind sie schwieriger, aber all das sagt letztlich wenig aus. Während es im Leben auf und ab gehen mag, stehen das Kreuz Jesu und die damit verbundenen Zusagen der Liebe Gottes an den Christen fest und sicher da.

http://unwisesheep.org/2010/02/10/geliebt-in-christus/

Gottes Liebe zeigt sich nicht darin, was mir zustößt, welche “Führungen” Gottes ich erleben mag und was allgemein geschieht. Mir haben hier auch zwei Bücher sehr geholfen, die hiermit scheinbar nicht extrem viel damit zu tun haben (auf die Bilder klicken um die Rezensionen zu lesen)

Und insofern ist das Ganze durchaus wertvoll, weil mir dadurch das Evangelium – die frohe Botschaft von Jesus Christus – auch tiefer aufgegangen ist. Das heißt nicht, dass dadurch alles leichter und einfacher wird. Aber es gibt einem eine ganz andere Perspektive und eine ganz andere Grundlage für einen Frieden, den man im Herzen tragen kann trotz einer ungeliebten Lebenssituation, die an bestimmten Tagen wirklich auch manchmal nicht so einfach ist.

Jedenfalls hab ich dieses Video von Tim Conway entdeckt. Ich wollte es zuerst nicht übersetzen. Irgendwie habe ich es doch gemacht. Es ist nicht das ultimative, alles enthaltende, unfehlbare Video zum Thema, aber er bringt ein paar gute Aspekte vor – und zusammen mit diesem Blog-Beitrag ist es vielleicht dem einen oder anderen hilfreich:

Hier der Text dazu:

Als Christ, speziell, wenn du Single bist, kannst du an Punkte in deinem Leben kommen, wo du fühlen magst, dass Gott dich vergessen hat. Du willst vielleicht heiraten. Du willst nicht Single sein. Du hast den Herrn für einen Ehepartner gebeten. Du siehst wie andere Leute in deiner Umgebung heiraten. Und du fragst: „Herr, was ist los? Ich habe mir genauso einen Partner gewünscht wie diese Leute! Ich bin für das Single-Sein kein Stückchen mehr begabt als die!“. Du tust dir selbst leid und entwickelst letztlich Selbstmitleid.

Denkt daran. Der Teufel wird als Ankläger beschrieben. Dir werden Gedanken kommen wie: „Schau dir mal die da an. Gott hat ihm eine Freundin und ihr einen Freund gegeben. Sie haben sich verlobt. Sie konnten das tun. Schau dich an. Gott ist egal, was aus dir wird. Du bist wahrscheinlich nicht mal Gotteskind, er interessiert sich nicht für dich, er verspottet dich. Er hat dich vergessen. Warum dienst du ihm? Schau, wer alles einen Partner hat. Du hast gar nichts“.

Weißt du, was du mit dieser Einstellung kannst? Du kannst Sünde rechtfertigen. Hört mir zu. Sagt Gott, er sei gegen dich? Schau, was er in der Schrift zu einem Christen sagt. Römer 8, 31:

Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? (Römer 8, 31)

Schau: Nur, weil er dir bisher den so ersehnten Partner nicht gegeben hat, bedeutet das nicht, dass er gegen dich ist. Schaut! Alle von uns müssen gewisse Widrigkeiten ertragen. Single-Sein mag die sein, die du jetzt tragen musst. Du magst dir den Verheirateten betrachten und denken: „Schau ihn dir an. Ich hab nicht, was er hat!“ Da hast du Recht. Aber gleichzeitig hat er nicht, was du hast. Wenn du nicht in jemandes anderen Schuhen gesteckt bist, denke nicht, dass der andere dadurch Gottes Liebling ist. Gott hat viele Lieblinge, alle seine Kinder sind seine Lieblinge. Und er hat uns allen verheißen, dass wir durch Schwierigkeiten gehen müssen um ans Ziel zu kommen. Und nur weil deine Schwierigkeit nicht gleichartig wie beim Verheirateten ist und sie bei dir im Single-Sein besteht, heißt das nicht, dass der Verheiratete nichts zu tragen hätte. Ganz im Gegenteil!

Bevor du sagst: „Gott hat mich hier völlig benachteiligt!“: Versetze dich in seine Lage und denk mal darüber nach, dass es sehr viele Verheiratete gibt, die sich wünschen, sie wären’s nicht.

Denkt über die weiteren Verse nach

Welcher sogar seines eigenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken? ( Römer 8, 32)

Schau: Wenn er dir seinen Sohn gegeben hat, wird er dir alles geben, was dir zum Guten, was dir zum Besten ist. Er weiß, was dir zum Besten ist. Das tut er wirklich.

Wer will uns scheiden von der Liebe Christi?

( Römer 8, 35)

Single-Sein scheidet dich nicht von der Liebe Christi. Jesus war Single. Gott behält dich eine Zeit lang in diesem Stand. Paulus war Single. Das mag eine Zeit lang so sein in deinem Leben. Du bist nicht mehr damit geschlagen als Jesus und Paulus es waren.

Der HERR steht mir bei, ich fürchte nichts; ( Psalm 118, 6)

Ich sage dir: Wenn deine Einstellung folgende ist, dass du sagst, dass der Herr es weiß, dass er alles über deine Lage weiß, dass er auf deiner Seite ist, dass er für dich und nicht gegen dich ist, und du weißt, dass er seinen Sohn für dich gegeben hat und, wenn er das getan hat, dir gnädig alles, was gut und förderlich für dein Leben ist, gibt und alles zum Guten wirkt und du Gott liebst, und weißt, dass er dich nicht vergessen hat und du weißt, dass Gott die Verheißung gegeben hat, dass er dich nicht verlässt oder aufgibt,  dann kannst du sagen:

Das weiß ich, daß Gott für mich ist. (Psalm 56, 9)
Wenn du diese Einstellung hast, kannst du diesen Widrigkeiten Stand halten.

Wenn nun ihr, die ihr arg seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten! ( Matthäus 7, 11)

Und ich sage euch: Gott gibt seinen Kindern gute Dinge.  Gott schaut dich womöglich an und sagt: „In meiner unendlichen Weisheit weiß ich, dass das Beste für diese Person gerade jetzt ihr Single-Sein ist“

Ich wollte niemals heiraten bis Gott mich gerettet hatte. Aber dann wollte ich heiraten und eine Familie haben. Gott hat mich 3 Jahre lang Single gelassen. Diese 3 Jahre waren für mich nicht sehr angenehm. Das war schwer. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass es in diesen 3 Jahren das Beste für mich war, Single zu bleiben. Und so konnte ich meine Zeit so nutzen und Gottes Wort derart studieren, wie es mir nie möglich gewesen wäre, wenn er mir sofort eine Frau gegeben hätte. Ich war in diesen drei Jahren in der Lage mich mit Gebet und dem Wort Gottes zu sättigen. Ich kam vom Arbeiten nach Hause, las in der Bibel, hörte Predigten, ging raus zum Beten. Tag für Tag für Tag. Ich ging in verschiedenen Diensten auf und mein Leben ging darin auf. Das hätte ich nie tun können mit einer Frau an meiner Seite. Die beiden Herren, mit denen ich damals oft unterwegs waren, die war verheiratet und hatten Kinder und konnten nicht das tun, was ich tat. Sie konnten die Schriften nicht so studieren wie ich. Also: Wenn Gott dir das Single-Sein setzt, dann gibt er dir die Möglichkeit, Dinge zu tun, die jemand verheiratetes nicht tun könnte. Du kannst womöglich in einem gewissen Sinne fruchtbarer arbeiten als jemand Verheiratetes. Verachte das nicht. Lass dir das nicht vom Selbstmitleid kaputt machen. Nutze den Tag, mein Freund!

Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild, der Herr gibt Gnade und Ehre; er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen ( Psalm 84, 11)

Wenn du gottesfürchtig wandelst, dann wird Gott kein Gutes mangeln lassen. Wenn Gott dich anschaut und sagt: Gutes bedeutet für dich eine Frau, dann bekommst du eine. Wenn er sagt: Gutes bedeutet für dich Single-Sein, dann bekommst du es. Gott ist weise.

Habe deine Lust am Herrn; der wird dir geben, was dein Herz wünschet. ( Psalm 37, 4)

Es gibt eine Art zu bitten, indem du sagst: Ich habe den Herrn lieb, ich freue mich an ihm. Ich jage dem Herrn nach und ich bitte ihn um einen Partner. Herr. Magst du mir das Verlangen meines Herzens geben? Ich wäre wirklich gern verheiratet.

Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, auf daß du nicht scheinest vor den Leuten mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, welcher verborgen ist; und dein Vater, der in das Verborgene siehet, wird dir’s Vergelten öffentlich. ( Matthäus 6, 17 u. 18)

Faste, suche eifrig den Herrn. Frag ihn nicht ungebührlich, sondern zeig ihm, dass du es ernst meinst. Faste. Bitte ihn und der Herr vergilt es öffentlich. Denke an folgenden Vers.

Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei. ( 1. Mose 2, 18)

Nimm diesen Vers und sag: Herr, hier steht: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Ich bin allein. Rufe ihn im Gebet an“.

Hof erbt man von den Vätern; aber vom HERRN kommt ein verständiges Weib.

( Sprüche 15, 19)

Ich sag dir das: Wenn du einen Ehemann oder eine Ehefrau bekommst, dann kommen sie vom Herrn. Das geschieht ja nicht abseits von Gottes Wissen und Handeln. Ist das wichtig? Das ist extrem wichtig! Schau dir jemanden an, der den ganzen Tag seinen Hintern hinter dem Fernseher parkt und sich all die Soaps und Filme anschaut mit diesen hübschen Menschen und sich im Spiegel betrachtet und von sich sagen muss: „Ich bin nicht so attraktiv, so hübsch, so anziehend wie diese Leute. Ich hab keine Chance, jemanden zu finden“.

Was sagt der da? Ist Gott etwa nicht souverän? Ist er nicht in der Lage, einem Menschen einen Partner zu geben? Du magst vielleicht von dir denken: Ich bin nicht so ausgestattet wie andere! Hör zu. Meine Bibel sagt, dass eine verständige Frau vom Herrn ist. Nebenbei. Ein verständiger Mann kommt vom selben Ort her. Wenn dein Verlangen ist, einen Partner zu haben, du dich am Herrn freust, du sagen kannst: Es ist nicht gut, allein zu sein – was für beide Geschlechter gilt, dann bitte doch denn Herrn.

Wenn du denkst, Gott sei gegen dich, dann kann das in eine dumme Richtung gehen. Ich habe Leute so argumentieren gehört: „Ich bin nicht verheiratet, ich habe diese Verlangen. Ich muss einfach die Schärfe aus der Situation nehmen. Ich muss dies und das tun um Druck abzulassen. Gott versteht das schon“. Wenn du in sexuelle Sünde fällst und du sie so rechtfertigst, indem du sagst: Ich will ja heiraten, aber Gott hat mir bisher keine Frau gegeben, dann schiebst du Gott für deine Sünde die Schuld in die Schuhe. Du magst denken: „Gott ist nicht für mich da und sorgt sich um mich nicht wie um andere Leute“. Bitte, bekomm so eine Einstellung nicht…

Nachtrag zum Artikel:

http://unwisesheep.org/2012/07/08/nachtrag-zum-beitrag-christ-und-single/

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Über unwise Sheep

"Die Zeit benötigt eines, damit sie Sinn hat: Ewigkeit!" (unbekannt )
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17 Antworten zu Christ und Single? Hat Gott dich vergessen? ( Gedanken meinerseits + Tim Conway)

  1. Ja, ich will dir Mut machen, diesen Weg weiterzugehen. Als Single hast du jetzt Zeit, all diese wunderbaren Videos zu untertiteln, die immer wieder Mut machen und tiefer in das Verständnis der Bibel und ihrer Lehre führen. Als Ehemann und Vater wirst du deine Zeit brauchen für deine Familie. Dann wird es ruhiger werden in diesem Blog ;-) Bis dahin segne dich der Herr mit Standhaftigkeit, Geduld und Kraft und der Gewissheit, dass du in Ihm völlig geborgen bist und Er dich niemals im Stich lässt. Und außerdem – könnte es ein besseres Zeugnis für deine zukünftige Frau geben als diesen Blog? Wird sie dann wohl wissen, wie ernst du es meinst? Sollte dir ihr Herz dann nicht jubelnd zufliegen?
    Mich überfällt da gerade der Gedanke an die Väter des Volkes Israel: Isaak und Jakob waren beide deutlich älter als du jetzt …
    Ich habe erst mit 35 meine Frau kennengelernt und bin durch sie zum lebendigen Glauben gekommen; als ich 39 war bekamen wir unseren ersten Sohn, nun sind es deren 3. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich in meinen Zwanzigern zu keiner gescheiten Ehe fähig gewesen wäre. Auch war mein Singe-Dasein keineswegs ein Zuckerschlecken. Daher kann ich dich nur beglückwünschen und den Herrn für Seine Gnade loben, die er dir zuteil werden lässt. Er wird dir geben, was du brauchst – zu Seiner Zeit und zu deinem Besten.

  2. Daniel schreibt:

    Ich danke Gott ebenfalls für dein Singlesein und dein standhaftes Herz, denn er hat dich dadurch wirklich gebraucht, ihn zu verherrlichen und anderen Christen (wie mir) Mut zu machen.
    Danke für diesen Blog, er ist wirklich ein Segen.

    Daniel

  3. Christina schreibt:

    Ja, ich danke Dir ebenfalls für alle Deine Mühe und Arbeit, die Du in diesen Blog steckst und dass Du Dein Wissen nicht für Dich behältst, sondern uns alle hier mit davon profitieren läßt, was Du so in den Jahren an Erkenntnissen und guten Predigten sowie Zeugnissen gesammelt hast. Gott segne Dich dafür!!! Und ganz im Ernst: Die Frau, die Dich bekommt, kann sich mal glücklich schätzen!!!

    LG: Christina

  4. nochmal Daniel schreibt:

    Ich glaube auch, dass unser ganzes Leben ein Gottesdienst sein soll. Und wenn wir eine Zeit lang als Single dienen sollen, dann eben als Single. Was dabei heraus kommen kann, sieht man ja an deiner wunderbaren Arbeit. Und wenn uns Gott eines Tages mit dem richtigen Partner für unser Leben segnet, dann heißt das auch besonders, dass er uns zu einem neuen DIENST beruft.
    Ich glaube, Ehe ist nicht der Ausflug in den Vergnügungs- und Erholungspark, den man sich nach dem langen ach so entbehrlichen Singleleben verdient hat (ich weiss, das klingt sehr naiv, aber Neid kommt Hand in Hand mit Verklärung.)
    Nein – vielmehr glaube ich, es handelt sich zuerst um einen Dienst für Gott, indem ich meiner Ehefrau oder meinem Ehemann und natürlich auch meinen Kindern diene. Und durch diesen liebevollen und treuen Dienst, sieht sich Gott wiederum verherrlicht. Jesus vergleicht ja auch die Ehe zwischen Mann und Frau mit Gottes Beziehung zu den Menschen. Und für solch eine übermeschlich liebe und treue Beziehung als “verantwortliches Repräsentanten-Paar” zu stehen, lass ich mich mal lieber zu viel als zu wenig vorbereiten.
    Ich glaub aber auch, dass man da Nichts werten sollte. Also Ehe als höheren Dienst für Gott als das Single sein oder so ´n Quatsch.
    Eine dankbare Haltung gegenüber meinen Umständen, egal ob Single oder Ehepartner, ist für Gott letztlich eine der höchsten Formen, ihn zu loben.

    Also Danke!

  5. unwise Sheep schreibt:

    Hallo Daniel

    Sagen wir, es ist ein ganz typisches Phänomen, dass Leute, die Alleinstehend sind, besonders, wenn sie jung sind, die Ehe idealisieren. Ich denke, das ist manchmal wie bei einem Kind, das sich ein bestimmtes, tolles Spielzeug wünscht und meint, wenn es dieses Spielzeug nun hat, dann hat es wirklich Grund, glücklich zu sein und alles wird ganz toll.

    Die Realität, wenn das Kind dann das Spielzeug endlich bekommt, sieht dann aber so aus, dass das Spielzeug zwar eine feine Sache ist und man damit manches tun kann und es so manche Freude bereitet, dass es aber nicht das ist, was einem letztlich glücklich und das Leben ganz toll machen kann.

    Ich sehe die Ehe als eine Herausforderung, die ihre ganz eigenen Vorrechte, aber auch Schwierigkeiten und Widrigkeiten mit sich bringt. Ich sehe da keinen Grund, außerordentlich optimistisch heranzugehen; ich denke, es ist wichtig, da auch eine – gewissermaßen realistische Einstellung zu bekommen. Wenn ich meine, eine Frau sei letztlich dazu da, MICH glücklich zu machen, belaste ich die Beziehung von vorn herein unverhältnismäßig. Das ist schlicht nicht ihre Aufgabe und liegt auch nicht in ihrer Macht.

    Besonders wir als (junge) Gläubige haben manchmal die Neigung, zu manchen Dingen eine etwas “spinnige” Einstellung zu entwickeln, gerade in Punkto Ehe etc.. Man muss lernen, einen gesunden Umgang mit den Dingen der Schöpfung zu entwickeln.

    LG
    Simon

  6. Daniel schreibt:

    Du hast ganz Recht.
    Gerade der Punkt “Ich brauch (m)eine Frau / (m)einen Mann um glücklich zu sein” ist eine gefährliche Sache.

    LG Daniel

    • Judith Berde schreibt:

      Lieber Daniel,
      Danke für diese hier geschriebenen Zeilen und für die angefügten Dinge. Mein Hobby ist u.a. die Beschäftigung mit der englischen Sprache. Da kann ich Dich gut verstehen, dass Du das übersetzt hast. Du hast offenbar eine Begabung dafür und auch für Texte allgemein.
      Weisst Du, ich bin schon 42, und bin alleinstehend. Den Dingen, die hier stehen, kann ich zustimmen. Dennoch muss ich sagen, dass es anders ist, bis 25 oder 35 Solo zu sein, als bis 42. Und es ist anders, wie es bei Tim Conway war, drei Jahre lang die Sehnsucht nach einer Ehefrau zu haben, oder womöglich Jahrzehnte lang, wie das bei mir in Bezug auf einen Ehemann ist. Und es ist auch anders, darüber ermutigend zu sprechen, dass man sein Geschick aus der Hand Gottes nehmen soll, wenn man dann die richtige Ehefrau / den richtigen Ehemann gefunden hat, als wenn jemand darüber spricht, dem dieser Wunsch unerfüllt geblieben ist. Meines Erachtens ist das ewige Leben das Wichtigste im Leben von uns Menschen. Andererseits gibt es noch Dinge, die ich als grosses Gut ansehe: die Gesundheit, eine gewisse finanzielle Sicherheit und allen voran, last but not least, dass man eine Familie hat und in den schwierigsten Lebenslagen, die es geben kann, beispielsweise den Tod der eigenen Eltern, nicht allein ist. Wir Menschen brauchen Nähe und auch Zärtlichkeiten. – Nähe können mir Freunde zum grossen Teil auch geben. Zärtlichkeiten hingegen nur in sehr beschränktem Masse. – Das heisst, als Single bleibt einem die intime Nähe zu einem Ehepartner, bleiben die Zärtlichkeiten und die tiefste Intimität mit dem Ehepartner verwehrt. Ich persönlich habe es nicht nur als die grösste Zumutung gefunden, dass man gesagt, hat, “Ja, wenn du Single bist, tauschst du halt überhaupt gar nie Zärtlichkeiten aus. Das ist immer noch besser als in Sünde zu fallen.” Ich habe das auch als herablassend und schlichtweg unzumutbar und nur als ein Leiden empfunden. Das Leiden hat noch das Wissen darum verstärkt, dass Gott höchstpersönlich dieses Leiden wenn auch nicht bewirkt, das auf gar keinen Fall, mir aber doch sehr wohl zumutet. Dieses Leiden hat auch die Tatsache verschärft, dass ich mich schon als Kind und später auch als Jugendliche viel allein und einsam gefühlt hatte und mich über alles nach Beziehungen und später nach einem Ehemann gesehnt hatte. Der Gedanke, dass Gott ernsthaft wollte, dass ich weiterhin einsam und allein bleibe, womöglich noch einige Jahrzehnte lang, war für mich unerträglich und ich war deswegen oftmals verzweifelt. Doch vor kurzem sprach ich mit einer hochbetagten Dame, die eine meiner Freundinnen ist. Sie war ihr lebtag alleinstehend und ihre Schwester, als sie noch lebte, auch. Diese alte Dame ist immer, wirklich immer zufrieden und Gott zutiefst dankbar für alles, was sie hat. Das hat mich sehr beeindruckt. Sie hat mir erzählt, sie hätte öfters Studenten aus dem Ausland bei sich zu Hause aufgenommen. Diese waren für sie wie ihre Kinder. Und auch die Studenten selbst hatten so manches Mal zu ihr gesagt: “Wally, du warst für mich, wie eine Mutter in der Fremde.” – Diese Studentinnen und Studenten waren ja alle Ausländer, oft aus Asien und waren heilfroh, dass meine betagte Freundin sie bei sich aufnahm. Bis heute steht sie in Briefkontakt mit einigen von ihnen. Sie hat gesagt, Gott kann einem auch auf diese Weise Aufgaben geben und Kinder geben. Sie selbst hat keinen Ehemann, hat sie gesagt, sie habe auch keine Kinder, aber sie sieht diese Studenten ein bisschen wie ihre eigenen Kinder an. Und sie hat zu mir gesagt: “Judith, man kann nicht immer das wollen, was man nicht hat. Man muss auch zufrieden sein damit, was man hat, nicht immer nach anderen Dingen streben.” Sie hat das ganz und gar nicht belehrend gesagt. Aus ihrer wohlklingenden Stimme sprach ihr Gottvertrauen. Sie hat vom Herrn ein dankbares Herz bekommen. Ihre Studenten-Gäste hatten sie oftmals als komisch angesehen, weil sie gar nie einen Mann gehabt hatte. Eine ihrer Studentinnen hat sie sogar gefragt: “Schon so alt, und gar nie verheiratet gewesen? Ist vielleicht etwas nicht in Ordnung, Wally?” Es gibt halt Gebiete auf dieser Welt, in denen es als das Normalste der Welt angesehen wird, wenn jemand eine Familie hat. Alles andere ist für Menschen in diesen Gebieten komisch, fast schon abnormal. Und Asien, woher diese Studenten oft kamen, ist bis heute solch ein Gebiet, wo man so denkt. Aber ich denke, auch in unserer westlichen Kultur gilt ja immer noch jener Lebenslauf als erstrebenswert und “normal”, bei dem es gute Ausbildungen, möglichst keine stellenlose Zeit und eine Familie gibt. Karriere und Familie, bei vielen Frauen vielleicht vorerst Familie, dann Karriere – das ist unser Denken, finde ich. Aber diese alte Dame, meine Freundin, Wally, hat mir neuen Mut gegeben. Ich habe gemerkt, dass Gott zu mir gesprochen hat. Und je länger ich über ihre Worte nachdachte, desto tieferen Frieden hatte ich in meinem Herzen, und auch seelisch habe ich mich sehr beruhigt. Sie hat auch gesagt, sie hätte halt Freunde gehabt. Heute hat sie gar keine Verwandte mehr, weil alle gestorben sind. Aber sie hat Freunde. Doch auch sie musste ihren Teil dazu beitragen, sie musste aktiv werden. Sie hat mir gesagt, sie musste das alles auch selbst persönlich lernen. Das hat mir gezeigt, dass sie auch sie ihre Kämpfe gehabt hatte, bevor sie zu der fröhlichen, zufriedenen Persönlichkeit wurde, die sie ist. Ich will an dieser Stelle einfach sagen, dass der Frieden, die Zufriedenheit, die getroste Gelassenheit und die tiefe Freude sehr wichtig sind. Ich möchte aber auch festhalten, dass der Friede Gottes, der Friede mit ihm und mit uns selbst sich nicht immer mit unserer inneren Ruhe, mit unserer Gemütsruhe deckt. Ich bin der Auffassung, dass wir Menschen seelisch und körperlich sehr wohl über die Massen, d.h. über unsere Kräfte hinaus, über das Erträgliche Hinaus belastet sein können. Aber ich bin ebenso der Überzeugung, dass uns Christen das unserem Glauben nichts anhaben kann. Der Glaube, unser Vertrauen ist das Geschenk Gottes. Er selbst wacht darüber. Er ist der Anfänger und Vollender des Glaubens. Und wenn ich das weiss, so werde ich durch Jesus Christus und in ihm selbst auch die Kraft finden, genauso seelisch und körperlich, so weit ich meinen Körper, zum Beispiel meine Nerven, beeinflussen kann, zu genesen. Gott hat mir diese Kraft wieder geschenkt, und ich bin ihm dafür von Herzen unendlich dankbar. In Jesus entspringen meine Quellen als sein Kind. Nach wie vor halte ich dafür, dass Ehe und Kinder zu haben zu den wichtigsten und schönsten Dingen des Lebens gehören. Alleinstehenden bleiben diese schönsten Dinge verwehrt, der Kinderwunsch auch so manchen Ehepaaren. Aber Jesus ist uns dort am nächsten, wo wir uns am meisten elend fühlen. Und er allein ist derjenige, der uns allen, die wir glauben, ein dankbares Herz schenken kann und will. Er ist es, der uns die echte Zufriedenheit und Freude schenkt. Er ist der Einzige, der unsere Wunden der unerfüllten Wünsche heilen kann. Aber manchmal braucht es seine Zeit. Und manchmal haben wir es leichter mit dieser Sehnsucht, und manchmal fällt es uns sehr schwer, diesen Mangel zu ertragen. Aber ich habe gemerkt: Wenn ich denke, wie meine Freundin, Wally, dann bin ich nicht daran, meine Lage zu “ERTRAGEN”, sondern ich lebe einfach. Ich lebe einfach, ohne diesen Mangel als solchen zu empfinden, ohne mich damit zu beschäftigen oder ihn zu werten. Ich lebe einfach, wie jeder andere Christ ja auch lebt. Ich lebe unter den Umständen, in die Gott mich hineingestellt hat, wie jeder andere Christ ja auch unter den Umständen lebt, in die Gott ihn gestellt hat. Wally hat mir auch gesagt, es sei besser, ohne Ehemann zu leben, als mit einem, bei dem die Beziehung nicht ganz stimmt, also letztlich mit dem falschen. – Das sehe ich auch so. Gott hat mich vor dem falschen Ehemann bewahrt. Ich kann meine Lebenslage so positiv bewerten, wie sie eben ist. Aber der Friede mit Gott und mit sich selbst, der Friede Gottes, das Versöhnt-Werden mit den Umständen musste mir auch erst geschenkt werden. Ich musste mit diesem Problem ringen, und Gott um dieses Geschenk bitten. Und ich musste mir auch Zeit lassen, so lange ich mein Leben so, wie es ist, nicht akzeptieren konnte. – Ich will allen Singles und allen kinderlosen Ehepaaren sagen: Gott weiss um Eure Tränen, und er zählt sie. Ihr seid Jesus dort am nächsten, wo Ihr Euch am meisten elend fühlt. Lasst Euch Zeit! Es gibt im Leben auf dieser Erde leider auch die Zeiten der Trauer. Aber versucht Euch Gott zu nahen und Euer Geschick aus seiner Hand zu nehmen! Gott möchte, dass wir schon auf dieser Erde glücklich sind, nicht erst im Jenseits, auch wenn jenes Glück vollendet und vollkommen sein wird, während das Glück hier auf Erden doch immer überschattet ist vom Leidvollen. Deshalb, liebe Singles und liebe kinderlose Ehepaare: Zählt Eure Segnungen und versucht, Euch die Zufriedenheit von Gott selbst schenken zu lassen! Gott kann und will Euch jene Gelassenheit und jenes Getrostsein bescheren, die seine Kinder charakterisiert. Jesus füllt den Mangel als Person nicht aus: Der Ehepartner ist der Ehepartner, die Kinder sind die Kinder, und Jesus ist Jesus, der Sohn Gottes. Wenn Ehepartner und / oder Kinder fehlen, so ist Jesus nicht dafür zuständig, diese Leere zu füllen. Aber er ist zuständig für das Geschenk seines Friedens, der auch Zufriedenheit unter und Versöhntwerden mit Widerwärtigkeiten bedeutet. Möge er Euch seinen Frieden geben! Judith aus Basel (Schweiz)

      • Adriana schreibt:

        Vielen Dank für dieses wundervolle ermutigende Zeugnis!!! :) Es hat mich zu Tränen gerührt und mir Mut gemacht für meine Situation. Zwar hat mir Gott einen wundervollen Ehemann geschenkt aber leider haben wir immer noch keine Kinder bekommen und ich leide seit eineinhalb Jahren sehr darunter. Ich weiß ja auch, dass es so gut ist, dass Gott seine Gründe hat. Aber dann kommen doch diese Momente in denen man in Selbstmitleid versinkt und sich einfach nur elend und vernachlässigt von Gott fühlt. Die Erinnerung an solche Zeugniss kann dabei gut helfen denke ich. Vielen Dank!!! :)

  7. Anna schreibt:

    Hallo Simon,
    meiner Ansicht nach sind es genau diese Themen, denen du dich widmen musst (obwohl du sie nicht magst), die doch so gehaltvoll rüberkommen und ihren ganz spezifischen Nutzen für den Leser haben werden …

    Für mich ist es sehr beeindruckend wie selbstreflektiert du anhand der Bibel um Lösung ringst.
    Du schreibst: „ Und das ist meines Erachtens eine sehr kitzlige Sache. Es gibt nicht wenige „christliche Singles“, die aufgrund ihres Partner-Wunsches ihren Glauben an den Nagel hängen und Beziehungen mit Menschen eingehen, die nicht ihre Glaubensüberzeugungen haben und so viele Prinzipien, auf denen ihr Leben aufgebaut gewesen sein mag, zurücklassen. Und oft lassen sie dabei den Gott zurück, an den zu glauben sie einmal bekannt haben.“

    Ja, das ist ein großes Problem und eine große Anfechtung zugleich. Es gibt sie nämlich: die Beziehungen, die scheinbar entgegen der Schrift geschlossen wurden – aber dennoch „gut“ ausgehen. Solche Beziehungen werden nicht selten ins Feld geführt, wenn es darum geht, doch etwas von seinen eigenen biblischen Ansichten nachzulassen. Nur hier kommt es mir eher vor als ob man seinen „Spott“ mit der Barmherzigkeit Gottes führen möchte oder eben dieses „versuche doch mal Gott“ praktiziert.

    Dir möchte ich sagen, ich kenne auch die anderen Beispiele (Gott sei Dank nicht in meiner Ehe) – Ehe, geschlossen auf der Annahme: „Entschiedener Christ“ und …. – kein Hinweis mehr auf „entschiedener Christ“. Horror – pur. (Der Gläubige in der Ehe ist nie ohne Hoffnung, also hoffnungslos oder sinnlos sollte es nie für einen Gläubigen rüberkommen.)

    Die Merkmale auf die du verwiesen hast, sind letztlich auch keine Schutzmechanismen, ich erinnere an die Punkte auf die du verwiesen hattest:
    „1. Sind Sie beide entschiedene Christen? – 2. Haben Sie die Angewohntheit, Probleme biblisch zu lösen? – 3. Haben Sie dieselbe Lebensrichtung? – 4. Wie denken Menschen, die Sie gut kennen, über ihre Beziehung? – 5. Wollen Sie diese Person heiraten? Sind Sie bereit, sich gegenseitig so anzunehmen, wie Sie sind?“

    Nur mal zu erstens: ich nehme jetzt nicht an, dass du dir überhaupt noch nie darüber Gedanken gemacht hast und ich muss sagen, dass ich das Büchlein oder Heft nicht kenne, woraus du diese Punkte entnommen hast.
    Was ist ein entschiedener Christ? Was ist denn ein nicht so oder unentschiedener Christ? Wie entschieden muss man sein, um als entschieden akzeptiert zu werden? …
    Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte: es ist immer wichtig seine eigenen Ansprüche auf dem Niveau zu halten, das die Schrift vorgibt.
    Wann ist ein Mensch ein Kind Gottes? Wann ist ein Mensch reif für eine verbindliche Beziehung?
    Mir kommt es manchmal so vor als ob man aus Sicherheitsdenken heraus Ansprüche formuliert, die weit über das hinausgehen, was die Schrift verlangt.
    Das Ganze ließe sich doch gut an dein hier bereits behandeltes Thema (sinngemäß): „Wie erkenne ich den Willen Gottes für mein Leben?“ andocken.

    Es gibt einfach Situationen, da habe ich (nach allen möglichen Prüfungen) nichts anderes als ein: „Der Herr erlöst die Seele seiner Knechte, und alle, die auf ihn vertrauen, werden es nicht zu büßen haben.“ (Ps. 34, 23) – ohne jetzt eine nähere Analyse von „Gottvertrauen“ vom Zaun brechen zu wollen.

    Liebe Grüße Anna

    PS: Ich denke es gibt durchaus mehr Situationen, die sich prinzipiell in der Fragestellung hier einordnen ließen, denke mal nur an: „Ungewollt kinderlos“ in der Ehe bspw. Wie weit darf man gehen – wo muss Schluss sein? Ist Adoption eine Lösung? – was, wenn sich das Kind als …. entpuppt? ….

  8. unwise Sheep schreibt:

    Hallo Anna. Werd jetzt nur geschwind auf einen Punkt eingehen.

    Du schriebst:

    “Mir kommt es manchmal so vor als ob man aus Sicherheitsdenken heraus Ansprüche formuliert, die weit über das hinausgehen, was die Schrift verlangt..”

    Kommt nicht nur dir so vor. Ist manchmal Folge eines unrealistischen christlichen Idealismus. Dieses Buch, das ich da empfohlen habe ( http://unwisesheep.org/2011/08/22/buch-die-kleine-seelsorgereihe-vor-der-verlobung-funf-fragen-die-sie-sich-stellen-sollten/ ) , finde ich vom prinzipiellen Ansatz unheimlich wichtig, in dem Sinn, dass man darauf achtet, tatsächlich einen Christen zu heiraten, weil ich denke, dass die Schrift dieses Prinzip tatsächlich auch so vorgibt und auch, weil ich weiß, dass ich mich sehr schwer tun würde mit einer Frau, die in Punkto Glauben nicht letztlich in die gleiche Richtung geht.

    Andererseits kenne ich aus meinem Umfeld auch die haarsträubendsten Geschichten, die mitunter auch deswegen zustanden kommen, weil man eben nicht in das Herz seines Gegenübers sehen kann. Auch Christen täuschen sich. Trotz Gebet. Man muss ja irgendwann ganz praktisch auch eine Entscheidung fällen, die eben nicht auf Allwissenheit basiert. Und Tatsache ist, dass sich Menschen verändern, dass Menschen vom Glauben abfallen, zu dem sie sich einmal bekannt haben. Jedenfalls gibt es sehr viele Faktoren, die hier Einfluss nehmen und ich glaube nicht, dass ein Mensch diese in seiner Partnerwahl alle berücksichtigen kann

    Allgemein kann auch eine zu idealistische Herangehensweise an die Sache so eine Beziehung schnell belasten, weil man einfach Erwartungen hat, die so nicht realistisch sind.

    Fand zu einem solchen christlichen Idealismus / Perfektionismus auch mal einen interessanten Artikel:

    http://distomos.blogspot.com/2010/05/perfektionismen.html

  9. tape schreibt:

    Gerade im web gelesen, passend zum Thema (ohne jede Bewertung ob stimmig oder nicht meinerseits):

    http://www.hanniel.ch/?p=4425

    Verzweifelte Single-Frauen (1Kommentar)

    Kevin DeYoung stellt (hier) fest, dass er in seinem Dienst auf viele heiratswillige Frauen trifft, die verzweifelt nach einem Mann Ausschau halten.

    I have met scores of godly young women nearby and far away who wonder “Where have all the marriageable men gone?” More and more commentators–Christian or otherwise–are noticing a trend in young men; namely, that they don’t seem to be growing up. Recently, William Bennett’s CNN article “Why Men Are in Trouble” has garnered widespread attention. The point of the post is summarized in the final line: “It’s time for men to man up.” Sounds almost biblical (1 Corinthians 16:13).

    Das Bild, das viele (christliche) Männer abgeben, ist nicht eben das beste:

    There’s a difference between a down-on-his-luck fella charging hard to make something out of himself and a guy who seems content to watch movies, make enough to eat frozen pizzas in a one room apartment, play Madden, watch football 12 hours on Saturday, show up at church for an hour on Sunday and then go home to watch more football.

    Sind denn diese Ansprüche überzogen?

    They just want a guy with some substance. A guy with plans. A guy with some intellectual depth. A guy who can winsomely take initiative and lead a conversation. A guy with consistency. A guy who no longer works at his play and plays with his faith. A guy with a little desire to succeed in life. A guy they can imagine providing for a family, praying with the kids at bedtime, mowing the lawn on Saturday, and being eager to take everyone to church on Sunday. Where are the dudes that will grow into men?

    Was in der Kirche Singles nicht ständig um die Ohren gehauen werden sollte, fasst im nächsten Beitrag eine Kommentatorin auf Kevins Blog feinfühlig zusammen:

    “I keep praying for someone to come along for you.”
    “I don’t know why no young man hasn’t scooped you up and carried you off yet.”
    “You should move somewhere where there are more young men, or maybe go to a church with more single people.”
    “Have you ever thought about online dating?”
    “Don’t you want to get married and have children?”

    Grüße
    tape

    • unwise Sheep schreibt:

      So wie beschrieben, ist das nicht nur ein christliches, sondern allgemeines Phänomen der westlichen Gesellschaft. Wäre sicherlich spannend, nach den Gründen bzw. “Ursachen” zu schauen, wieso das so ist und wie es zu bewerten ist. Da kratzt so ein Blogbeitrag wohl höchstens an der Oberfläche, weil hier sehr viele Faktoren im Spiel sind – denke ich.
      LG
      Simon

  10. unwise Sheep schreibt:

    Noch mal ein kleiner Nachtrag:

    Charles Leiter discussion about Marriage and Singleness

    https://soundcloud.com/illbehonest/marriage-and-singleness

  11. Bartimäus schreibt:

    Da würd mir folgendes Gebet zu einfallen. Auch singbar. Angelehnt an den Bericht über Bartimäus (Markus 10, 46 – 52.)
    ..
    Wo wär ein Mensch, der Wunder kann?
    Der gar nichts nimmt und gestaltets dann?
    Kann Herzen heil’n und lenken und so wie er will?

    Das durchzuführen,
    was nie geht,
    ist deine Spe-zi-a-li-tät.
    - JESUS CHRISTUS, GOTTES SOHN, ERBARM DICH! -

    Hallelujah, Hallelujah.
    Hallelujah, Hallelujah.

  12. djmcm2000 schreibt:

    Was haltet ihr von christlichen Singlebörsen wie http://www.christliche-partner-suche.de ?

    • unwise Sheep schreibt:

      Nun, ich denke, jeder muss selbst wissen, wie er seinen Partner findet. Singlebörsen mögen ein Instrument dazu sein. Ich kenne ein Paar, das sich so kennen gelernt hat. So was mag durchaus funktionieren. Es geht ja dabei primär darum, weitere Möglichkeiten zu haben, potentielle Partner kennen zu lernen. Ich selbst habe meine Frau ja auch via Internet kennen gelernt, allerdings nicht über eine Singlebörse oder etwas derartiges.

      Was ich bei aller Partnerwahl sehr wichtig finde, ist mit sehr viel Weisheit zu agieren und nicht Kompromisse einzugehen, mit denen man später nicht leben mag. Auf christlichen Partnerbörsen findet sich durchaus ein breites Spektrum von Leuten mit ganz verschiedenen Ausrichtungen – das muss man sich z.B. durchaus bewusst machen. Wenn ich mit jemanden meinen Lebensweg gehen will, dann sollte da schon eine Einheit in wesentlichen Punkten da sein bzgl. meiner Ausrichtung als Christ z.B. was mein Verhältnis zu Jesus, dem Wort Gottes und manchen anderen Aspekten von Theologie angeht.

      Entscheidend ist ja nicht so sehr, wie man sich nun genau kennen lernt (ob man sich in einer Gemeinde kennen gelernt hat, im Internet oder im Zug), sondern ob man sich seine Entscheidung, zusammen zu sein und sich zu binden gut überlegt hat und wie man dann eine Beziehung nach den Prinzipien der Liebe aufbaut und pflegt, die wir in der Bibel finden. Das, was nach dem Kennen-Lernen stattfindet ist sehr viel wichtiger als das Kennen lernen an sich.

      Vielleicht sollte ich noch erwähnen: Es ist nie gut, mit aller Gewalt heiraten zu wollen, nur, damit man gebunden ist und eine Ehe führen kann. So was kann sehr nach hinten gehen. Meine Eltern gaben mir mal den Rat: “Lieber einen guten Partner saußen lassen als einen schlechten Partner heiraten”.

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