Gesehen: Von wegen toter Buchstabe

Spricht mir aus der Seele.

Ein Beitrag von Theo Lehmann

Hier zu finden: http://bitimage.dyndns.org/german/TheoLehmann/2_Korinther_3_6_20120307.html

»Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.«

Paulus im 2. Korintherbrief 3, 6

Toter Buchstabe? Von wegen! Das hört man ja immer wieder: Man dürfe nicht am bloßen, toten Buchstaben kleben, das sei toter Buchstabenglaube usw. Aber nirgends in der Bibel ist von „toten Buchstaben” die Rede – im Gegenteil heißt es dort: „Der Buchstabe tötet.” Wer tötet, ist selbst nicht tot – das Töten ist ja gerade der Beweis seiner Lebendigkeit. Was ist also hier mit „Buchstabe” gemeint? Die Schrift als Gesetz. Das Gesetz tötet – so bezeugt es der Römerbrief 7, 10: „Das Gebot brachte mir den Tod!” Das Gesetz führt also nicht zum Leben. Deshalb schloss Gott den Neuen Bund, der allein zum Leben führt – durch die am Kreuz von Jesus geschenkte Vergebung. „Denn wo Vergebung ist, da ist Leben und Seligkeit”, so der Reformator Martin Luther (1483-1546). Von einer Abwertung des Buchstabens im Sinne von Gesetz kann also ebenso wenig die Rede sein wie von einer Abwertung im Sinne des geschriebenen Buchstabens. Jesus sagt: „Nicht der kleinste Buchstabe wird vergehen” (Matthäus 5, 18). Warum? Weil der Buchstabe Träger und Vermittler des Geistes ist. Noch einmal Luther: „Der Geist kann nirgends gegenwärtiger und lebendiger gefunden werden als in seinen eigenen heiligen Schriften, die er geschrieben hat.” Alles, was wir von Gott wissen, wissen wir durch sein Wort, das er uns gnädigerweise geschenkt hat. Es ist von Menschen geschrieben, die „getrieben waren vom heiligen Geist” (2. Petrus 1, 21). Der Geist muss nicht erst zum Wort dazukommen – er ist bereits im Wort. Und in der Anfechtung – also wenn es wirklich darauf ankommt – haben wir Gewissheit und Trost nur im Festhalten am äußeren Schriftwort. Zum Beispiel: „Wer glaubt, hat das ewige Leben” (Johannes 6, 47). Gott sei Dank, dass das buchstäblich so in der Bibel steht!

Theo Lehmann

Erschienen am: 07.03.2012 (idea spektrum)

Über unwise Sheep

"Die Zeit benötigt eines, damit sie Sinn hat: Ewigkeit!" (unbekannt )
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2 Antworten zu Gesehen: Von wegen toter Buchstabe

  1. Christina schreibt:

    Sehr schön erklärt. Na ja, von Theo Lehmann hab’ ich es auch nicht anders erwartet. Kenne ihn noch persönlich von einer Jugendevangelisation in der ehemaligen DDR. Hat schon damals ein klares Wort gepredigt.

  2. reformiert1689 schreibt:

    In der letzten Zeit, vor meinem Rauswurf aus meiner Gemeinde (freikirchlich-evangelisch), in vielen Gesprächen mit dem Pastor und seiner Frau hörte ich wiederholt immer denselben Vorwurf (“Der Buchstabe würde töten!”), weil ich meine Glaubensüberzeugungen streng aus den Aussagen der Schrift ableite. In einer Zeit, in der Worte wie “Exegese, Grundtext oder Kontext” nicht länger zum Sprachgebrauch des Gläubigen gehören, erscheinen Menschen, die sich des mühevollen Studierens der Schrift verschrieben haben, als Fanatiker, dessen lebendiger Glaube durch den Buchstaben getötet wird. Das muss man sich mal durch den Kopf gehen lassen: Exegese, das enge Halten an den zusammenhängenden Worten Gottes (»Der Mensch lebt … von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!« Mat 4:4), soll für den Tod des Glaubens verantwortlich sein? Zu fragen, was eine Aussage genauer bedeutet, soll ein Hindernis für den Glauben sein? Der Artikel hat einige Erinnerungen wieder in mein Gedächtnis gerufen. Wer ebenso denkt, dass mit dem tötenden Buchstaben das lebendige Wort Gottes gemeint ist, welches man eifrig studiert, der sollte sich besser mit den Aussagen der Schrift beschäftigen und sich vor allem über den Ausdruck “der Buchstabe” informieren. Denn der Buchstabe ist nicht das Wort Gottes, sondern das Gesetz.

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