Warum ich Gott für meinen Blog dankbar bin.
Vor einigen Jahren habe ich hier angefangen, an diesem Blog hier zuschreiben. Zuvor hatte ich eine Homepage, an der ich auch schon einige Zeit gearbeitet hatte. Diese Homepage habe ich dann stillgelegt, weil der ganze Aufwand, die Seite zu gestalten und immer wieder umzubauen, wenn alles einmal wieder zu voll wurde, enorm war und der Blog den Vorteil bot, schnell und ohne großen Aufwand Beiträge zu veröffentlichen und zwar so, dass jeder sofort sieht, was neu hinzu gekommen ist. Ich konnte meine Youtube-Videos einbinden und ja, recht einfach große Mengen an Material zur Verfügung stellen, das ich mit dem Ziel es an andere weiterzugeben gestaltet und gesammelt hatte.
Ich habe durch diese Arbeit hier viel gelernt und bin froh, dass ich die ganzen Videos übersetzt habe, in Kontakt mit Christen von überall her kam und sicherlich durch das alles im Glauben reifen durfte. Man investiert ja schon viel Zeit in so was und wenn man das sorgfältig und aufrichtig tun will, bleibt es ja auch nicht aus, dass man sich mit den Hintergründen dessen, worüber man schreibt, auseinandersetzt und einfach auch eine Menge recherchiert. All das braucht viel Zeit. Zeit, die mir inzwischen manchmal für den Blog fehlt. Schuld daran ist mein Blog. Wie das?
Alles begann im Herbst letzten Jahres. Ich stehe am Anfang eines spannenden Ausbildungsjahres. Es ist das letzte Jahr. Am Ende stehen die Prüfungen und nach ihnen hoffentlich die abgeschlossene Berufsausbildung. Eine E-Mail flattert ins Postfach. Eine junge Frau meinte, sie hätte gern meinen Rat. Sie sei im Ausland und arbeite als Au-Pair. Sie sei Christin, aber eines bereite ihr Kopfzerbrechen. Sie sei über eine christliche Au-Pair-Vermittlung bei einer Gast-Familie gelandet, die zwar auch christlich sei, aber charismatisch geprägt. Sie sei hingegen anders eingestellt und momentan fühle sie sich etwas überfordert, weil sie immer wieder in Diskussionen diesbezüglich verwickelt werde. In diesen Diskussionen bereite ihr ein bestimmtes Thema Schwierigkeiten. Über Youtube sei sie zufällig bei der Suche nach christlichen Liedern auf meinen Blog gestoßen und habe da gelesen, dass ich als Betreiber des Blogs die charismatische Richtung ablehne. Nun erhoffe sie sich von mir ein wenig Hilfe diesbezüglich.
Ich habe ihr dann relativ zügig geantwortet, dargelegt, was ich dazu wusste, nicht ohne noch ein kleines Kompliment ans Ende der Mail zu setzen. Dann ging das Schreiben miteinander weiter.
Es gab einen regen, sachlichen, themenbezogenen Austausch, der dann mehr und mehr persönlicher wurde. Im Winter konnten wir uns persönlich kennen lernen, wir kamen uns näher. Nun sind wir verlobt.
Dazu muss ich sagen: Es gab zwei Dinge, die ich mir eigentlich in den Kopf gesetzt hatte.
1. Keine Partnerin übers Internet kennen lernen
2. Keine Fernbeziehung anfangen
Das hatte durchaus seinen Grund.
1. Ich bin immer skeptisch, wenn ich höre, dass sich zwei Leute übers Internet kennen lernen und dann sagen, dass sie heiraten wollen. Man fragt sich da durchaus: Ist das solide? Kennt ihr euch überhaupt? Seid ihr so verzweifelt, dass ihr im Internet auf Partnersuche geht?
2. Fernbeziehungen sind schwierig. Man sieht sich nicht, erlebt sich gegenseitig weniger im Alltag, kann weniger sein Leben teilen und gemeinsam führen. Die räumliche Distanz setzt einem auf Dauer durchaus zu.
Ich habe dann aber über meine beiden Vorsätze nachgedacht, relativ spontan eigentlich, als wir beide zusammen spazieren waren. Ich kam dann zu einem Schluss und den teilte ich meiner heute Verlobten dann mit: Eigentlich ist das Wahnsinn, jemanden übers Internet kennen zu lernen, der im Moment in einem anderen Land lebt und mit ihm eine Beziehung zu beginnen. Und eigentlich will ich keine Fernbeziehung. Wäre ich eine Katze, hätte ich gesagt: „Das geht mir sowas von gegen den Strich“. Aber (und das war ein großes ABER), ich kann und will zu dir eigentlich nicht nein sagen. Und lieber nehme ich eine Situation in Kauf, unter der ich zu einem gewissen Grad leide, als die Aussicht auf dich aufgeben zu müssen.
Was soll ich sagen? Nun, ich habe darunter gelitten. Gleichzeitig war es aber auch sehr schön und gut zu merken, wie mir meine Verlobte zu einer Stütze im Glauben wurde und mich in vielem in guter Weise beeinflusst hat. Paul Washer sagt einmal:
„Ein Weg, auf dem du siehst, dass es im Willen Gottes ist, dass du eine Beziehung mit einer Person eingehst, ist, dass diese Person deinen geistlichen Wandel begünstigen und stärken wird, anstatt ihn zu schwächen.“
Das habe ich erlebt und dafür bin ich sehr dankbar.
Ich hab mich früher immer gefragt, wie das alles einmal werden wird. Man wird ja auch älter und überlegt: Wie lernt man seine Frau kennen? Wie erkenne ich da den Willen Gottes? Auf meine zuweilen diffusen Vorstellungen und Kriterien, mit denen ich bei der Partnerwahl vorgehen wollte, meinte dann eine junge Glaubensschwester eines Tages zu mir: „Simon, ich glaube, wenn du deine Frau kennen lernst, dann wirst du einfach merken und wissen: Die will ich und soll ich heiraten“.
Diesen Gedanken konnte ich damals nicht recht einordnen, aber ich glaube, sie hat Recht behalten.
Oft denke ich:
In unserer Gesellschaft, wo es kaum noch arrangierte Ehen gibt und wo leider Gottes auch generell ein sehr leichtfertiger Umgang mit all dem, was eigentlich in und zu einer Ehe gehört, herrscht, tut man sich als junger Christ mit Heiratsabsichten manchmal gar nicht so leicht. Viele Meinungen und Auffassungen geistern da durchs Internet und durch die christliche Bücherszene. Ich bin froh, dass ich auch durch meine Arbeit am Blog auf viele Dinge gestoßen bin, die mir geholfen haben, u.a. auch dabei, mein Dilemma, wie ich als Christ den Willen Gottes erkenne , zu lösen.
(http://lannopez.wordpress.com/2011/01/12/buch-wie-erkenne-ich-den-willen-gottes-schirrmacher/)
Das Arbeiten am Blog hat mich verändert. Ich habe so – ohne das je beabsichtigt zu haben – meine Verlobte kennen gelernt. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich bin dankbar dafür, dass durch die Beschäftigung mit dem Blog vieles Lernen konnte, was ich sonst vielleicht nicht gelernt hätte. Ich danke Gott, wie er das alles geschenkt hat.

Ich freu mich so für Euch!!!!!!!!!
Hochzeit noch in diesem Jahr?
Eher 1. Quartal 2013
Hallo Simon,
der ganze Blog also nur, um eine Frau kennen zu lernen?
))))
Nein, Spaß!!
Ich freue mich, dass du als Christ dich derart von Gott hast führen lassen. Und ich freue mich für euch beide, dass ihr gegen innere wie äußere Widerstände zusammengefunden habt und wünsche euch Gottes Segen und ein beständiges Festhalten an Seinem Wort!
Hallo SImon,
den ganhzen Blog also nur, um eine Frau kennen zu lernen ?
))))
Nein – Spaß!!
Ich wünsche Euch von Herzen Gottes Segen und ein treues, beständiges Festhalten an Seinem Wort. Ich freue mich, dass ihr gegen innere wie äußere Widerstände zusammengefunden habt. Es ist immer wieder ein Segen, von Menschen zu hören, die sich ernsthaft mit Gottes Hilfe auf die Ehe vorbereiten.