Buch: Wer wird mein Schreien hören?

Wer wird mein Schreien hören?

Heute  möchte ich in einer Rezension auf ein Buch aufmerksam machen, das sich  dem Thema sexueller Missbrauch annimmt und den Titel trägt: „Wer wird mein Schreien hören? – Verletzung und Heilung bei sexuellem Missbrauch“. Die Autoren sind Doris van Stone und Erwin Lutzer.

Wenn man sich in der christlichen Medienlandschaft so umschaut, findet man – besonders in der „bibeltreuen Szene“ – teils gar nicht so viele Bücher hierüber. Natürlich findet man doch dieses und jenes zum Thema „Seelsorge“, wo sicherlich auch auf sexuellen Missbrauch eingegangen wird, aber wenig Material, das sich primär damit auseinander setzt. Ich selbst bin relativ behütet aufgewachsen und hatte diesbezüglich keine Erfahrungen, wofür ich dankbar bin. Ich habe aber von Berufs Wegen auch immer wieder mit Menschen zu tun, bei denen das anders ist.

Das Buch ist so gestaltet, dass es sich besonders an Betroffene richtet. Es werden nach und nach verschiedene Lebensstationen der Autorin dargestellt und auch immer wieder die Erlebnisse anderer Menschen eingeflochten und wie trotz allem schlechten, was geschah, doch Gott auch Gnade schenkte, damit fertig zu werden und ein hoffnungsvolles Leben zu führen. Bei Dorie selbst verlief ihr Leben so, dass sie nach einer sehr schwierigen Kindheit nicht nur zum Glauben an Jesus Christus fand, sondern dazu noch an einen Mann geriet, der sie wirklich liebte und es verstand, liebevoll und rücksichtsvoll mit ihr umzugehen.

Das Buch steckt voller Hoffnung trotz der tiefen Verletzungen, die Menschen einander zufügen können. Es zeigt, wie auch bei solch traumatischen Verletzungen  Gottes Liebe in Jesus Christus sich einen Weg in Herzen bahnt und dort Veränderung und Hoffnung schenkt. Ich weiß wo Gott in meinem Leben Liebe und Hoffnung geschenkt hat und da ist es schön zu sehen, wie er das auch in anderen Leben tut, wie dieses Buch auch bezeugt.

Dennoch ist es kein leicht zu lesendes Buch. Ich denke, die Beschreibungen sind durchaus angemessen zurückhaltend, aber an mancher Stelle muss man schon schlucken. Sexueller Missbrauch ist einfach hässlich und entsetzlich. Wenn man eine gute Gabe Gottes nimmt und sie missbraucht um damit auch rücksichtslos Schutzbefohlene, Hilflose  zu verletzen und zu zerstören, dann ist das einfach hässlich. Aber trotz allem sät das Buch keinen Hass, sondern Vergebung. Das ist nur durch Gottes Gnade und Liebe möglich.

Das Buch ist sehr einfühlsam und gut geschrieben und sicherlich wert zu lesen, wenn man sich mit sexuellem Missbrauch auseinander setzen muss.

Verlagstext:
Da war kein Platz zum Weinen, kein Ort der Hoffnung, als ihre Seele schrie, ihr Herz schmerzte und ihr Körper gequält war von sexuellem Missbrauch.
Dorie wusste, was es heißt, emotional vernachlässigt, physisch verletzt und von den eigenen Eltern wie ein unerwünschter Hund gemieden zu sein. Sie erlebte das Grauen, von einem Heim zum anderen geschoben und immer wieder brutal misshandelt zu werden.
Schließlich hinterließen Missbrauch und Misshandlung ihre grausamen Spuren: Dorie fühlte sich hässlich, abgelehnt und schmutzig.
Doch dann gab es Hoffnung: Als sie dreizehn war, erzählte eine Studentin ihr von dem Gott, der die Ungeliebten liebt. Sie übergab diesem Gott die Last der Vergangenheit und lernte, ihm zu vertrauen. Schließlich wurde ihr Herz bereit, ihren Peinigern zu vergeben, und damit bekam sie auch die Kraft, sich der schmerzlichen Vergangenheit schonungslos zu stellen.
Dies ist die Geschichte ihrer Kämpfe und ihres Sieges. Sie gab Gott ihr Leben mit all den Narben, Wunden und schmerzlichen Erinnerungen – und Er machte etwas Wunderschönes daraus.

Über unwise Sheep

"Die Zeit benötigt eines, damit sie Sinn hat: Ewigkeit!" (unbekannt )
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