Ravi Zacharias Skandal

Hanniel Strebel berichtete schon in seinem Blog kürzlich hier: https://hanniel.ch/2021/02/13/input-schreckliche-enthuellungen-ueber-doppelleben/. Diese Enthüllungen, die sich Ende letzten Jahres schon angedeutet hatten und nun massiv untermauert wurden, sind bedrückend. Eine unabhängige Untersuchung, die von der RZIM-Organisation nach Ravi Zacharias Tod im Mai 2020 in Auftrag gegeben worden ist, sieht es als klar erwiesen an, dass Ravi Zacharias sich in zahlreichen Fällen sexuelle Fehltritte begangen hat bzw. dass er sexuellen Missbrauch begangen hat. Ravi Zacharias galt als Apologet, als jemand, der den christlichen Glauben anhand von logischen Argumenten verteidigt. Viele seiner Argumente waren m.E. hilfreich und mögen auch unabhängig von seiner Person eine Relevanz haben. Sein Verhalten wirft nun, nach seinem Tod viele Fragen auf und beschädigt sein sichtbares Lebenswerk im Kern. Es fragt sich, was überhaupt übrig bleibt.

Ich hatte auch einige kurze Video-Clips von Ravi Zacharias übersetzt und untertitelt. Diese Video-Clips habe ich von meinem Youtube-Account gelöscht. Auch wenn viele Dinge, die dieser Mann gesagt hat, an und für sich hörenswert waren, so hat er sich diskreditiert. Die Botschaft kann durch solch einen Botschafter nicht mehr richtig ankommen.

Ich möchte noch auf einen Artikel von der Gospel Coalition verweisen, der via Evangelium21 übersetzt worden ist: https://www.evangelium21.net/media/2565/ravi-zacharias-und-gottes-gericht

Mehr: Zusammenfassender Artikwl von Christianity Today:

https://www.christianitytoday.com/news/2021/february/ravi-zacharias-rzim-investigation-sexual-abuse-sexting-rape.html

Ein kurzer deutscher Artikel:

https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2021/02/13/missbrauchsvorwuerfe-gegen-evangelisten-zacharias-erhaertet/

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Abschließend:

Evtl. ist folgender Artikel hilfreich: Es handelt sich um ein anonymes Zeugnis. Der Artikel ist zwar bald 40 Jahre alt, es ist eine anonyme, aber wohl ehrliche Geschichte von einem Mann, der Dank Gottes Gnade von seinem üblen Weg abgekommen ist. Ich finde das ermutigend. Es kann auch anders ausgehen als oben beschrieben. Den Hinweis auf diesen Artikel habe ich aus einer Predigt von John Piper.

Zitat aus dem Artikel: „I am writing this article anonymously because I am embarrassed. Embarrassed for my wife and children, yes, but embarrassed most for myself. I will tell of my personal battle with lust, and if I believed I were the only one who fought in that war, I would not waste emotional energy dredging up stained and painful memories. But I believe my experience is not uncommon, is perhaps even typical of pastors, writers, and conference speakers. No one talks about it. No one writes about it. But it’s there, like an unacknowledged cancer that metastasizes best when no one goes for x-rays or feels for lumps.[…]“

Wer des Englischen mächtig ist, kann sich den ganzen Beitrag hier durchlesen:

https://www.christianitytoday.com/pastors/1982/fall/warwithinanatomylust.html

Entweder oder?

Zuerst ein Zitat von Hans Peter Royer zum Thema Toleranz – nachfolgend ein Videoclip

Ich bin ja Bergführer, wie die meisten von euch wissen, mein ganzes Leben lang gewesen, mehr oder weniger, seit ich erwachsen bin, halt, als fünfjähriger noch nicht. Und als Bergführer ist eine Sache, die Aufgabe ist, die Leute gut rauf zu bringen und auch wieder möglichst gut runter zu bringen und dann Geld zu verlangen. Und dies war mein Job, für viele Jahre. Aber als Bergführer ist eines ganz klar: Wenn du dich mir anvertraust, ist Toleranz von meiner Seite keine gute Sache. Man lernt da gewisse Knoten und wie man Knoten macht und so.

Und es ist interessant, ich habe noch nie eine Debatte gehabt. Ich habe ihnen genau gezeigt wie man einen Knoten macht, an dem man hängt, wo das Leben dran hängt. Es gab noch nie eine Debatte, der gesagt hat: Hans-Peter es ist ja ganz gut, aber das ist mir zu eng, ich mach den Knoten ein bisschen anderes, weil der gefällt mir einfach so besser. Erstens hat es das noch nie gegeben und zweitens wenn es das geben würde, wäre ich wahrscheinlich sehr intolerant. Ich würde ihm sagen: Du machst den Knoten genauso wie ich dir gezeigt habe, denn sonst bist du erstens tot und ich im Gefängnis. Und beides will ich vermeiden. Das heißt: Da wo es um Leben und Tod geht, ist Toleranz eigentlich eine Gemeinheit oder Gleichgültigkeit.

( Hans-Peter Royer )