Die Geschichte von Jarmila ( Zeugnis )

Ich predigte in Polen in einer Stadt, die an der Grenze zu Tschechien liegt und ein junges, hübsches Mädchen, 17 Jahre alt, gab ihr Zeugnis, ihr Name war Jarmila. Ich werde diese Geschichte nie vergessen. Wenn man reist, dann hört man so viel und vergisst das meiste, aber diese Geschichte werd ich nie vergessen. 17 Jahre also und mein Übersetzer, der vom Beruf her Arzt war, der sagte zum mir: „Ravi, du musst diese Geschichte hören, denn wenn sie sie erzählt hat, wird kein trockenes Auge mehr in dieser Menge sein“ und da waren bestimmt 2000 Leute im Zelt, auch Leute aus Krankenhäusern in ihren Krankenbetten und Tragbahren.

Und um das zusammenzufassen: Sie erzählte ihre Geschichte. Wie sie mit Gott rang und gegen ihn kämpfte und auf Gott wütend wurde, ich werd hier nicht die Gründe nennen, aber ich konnte ihr Herz durchhören, warum sie so zornig auf Gott war. Am Ende schwor ich Gott, dass ich absolut nichts mehr mit ihm zu tun haben möchte und dann sagte ich das zu ihm: „Ich will, dass du weißt: Ich werde niemals wieder meine Hände im Gebet zu dir falten. Denn ich hasse ich dich, ich kann es nicht ertragen, was du mit meinem Leben getan hast.“ Sie sagte: „An jenem Abend, nachdem ich das gesagt hatte, da entschied ich, dass ich nicht mehr leben wollte, ich sollte in Opern und Theatern in Tschechien auftreten, aber mein Leben sah so falsch aus und ich hatte meinen Zorn darüber Gott und meiner Familie nicht wirklich ausgedrückt. Ich stieg jene Nacht auf mein Fahrrad und hatte entschieden, jene Nacht Selbstmord zu begehen. Und so wartete ich darauf, dass ein Zug vorbeikam und als ich diesen Zug vorbeifahren sah, da stieg ich schnell auf mein Fahrrad und trat in die Pedale, so dass ich genau im richtigen Moment vor dem Zug liegen würde und als ich gegen diese erste Eisenbahnschiene fuhr, da flog ich kopfüber vom Rad ich überschlug mich und als es mich überschlug“ sagte sie, „ich weiß nicht mehr genau was dann passierte, aber ich sag euch, was ich nun weiß, was passierte: Ich war außerhalb der Schienen gelandet außer meinen beiden Händen, die über der Eisenbahnschiene lagen und der Zug fuhr direkt drüber und trennte mir beide Hände ab“. Und sie hob ihre Hände hoch, das waren zwei Gummi-Hände, die sie vorzuzeigen hatte.

Und als sie jene Geschichte erzählte, waren die Leute so tief ergriffen, dann sagte sie, dass sie ins Krankenhaus gebracht wurde und ihre Großmutter kam und gab ihr das Buch der Psalmen und ein Psalm, den mir mein polnischer Freund übersetzte Es schien ihr genau das Wort für ihr einsames Herz und ihren zerstörten Körper jener Zeit zu sein. und wie Gott zu ihr sprach und ohne Umschweife: Sie legte ein Gelübde ab und bereitet sich heute darauf vor, Gott zu dienen.

Aber sie sagte: „Das erste mal, als ich dieses Zeugnis weitergab, da saß eine Frau im Saal, die anfing zu weinen als ich zu dem Teil kam, wie ich Selbstmord begehen wollte und mich vor den Zug werfen wollte“ und sie kam danach zu Jarmila und sagte: „Ich war in diesem Zug, der dieses junge Mädchen vor langer Zeit überfuhr und sie sagte: Als jener Schaffner uns erzählte, dass ein Mädchen versuchte Selbstmord zu begehen und ihr dabei die Hände abgetrennt wurden und sie nun ins Krankenhaus gebracht wurde, da beugte ich meinen Kopf und sagte: „was auch immer durch diese Erfahrung geschehen mag, Gott , würdest du bitte dieses kleine Mädchen lehren, dass du sie liebst und du sie zu dir bringen möchtest“. Durch das Gebet dieser Frau und das Buch der Psalmen, die ihr von ihrer Großmutter gegeben wurden, in diesem Krankenhauszimmer, als sie keine Hände mehr hatte, von denen sie zu Gott sagte, sie würde sie nie wieder zum Gebet falten, lag sie in diesem Bett und gab ihr Leben Christus.

Entweder oder?

Zuerst ein Zitat von Hans Peter Royer zum Thema Toleranz – nachfolgend ein Videoclip

Ich bin ja Bergführer, wie die meisten von euch wissen, mein ganzes Leben lang gewesen, mehr oder weniger, seit ich erwachsen bin, halt, als fünfjähriger noch nicht. Und als Bergführer ist eine Sache, die Aufgabe ist, die Leute gut rauf zu bringen und auch wieder möglichst gut runter zu bringen und dann Geld zu verlangen. Und dies war mein Job, für viele Jahre. Aber als Bergführer ist eines ganz klar: Wenn du dich mir anvertraust, ist Toleranz von meiner Seite keine gute Sache. Man lernt da gewisse Knoten und wie man Knoten macht und so.

Und es ist interessant, ich habe noch nie eine Debatte gehabt. Ich habe ihnen genau gezeigt wie man einen Knoten macht, an dem man hängt, wo das Leben dran hängt. Es gab noch nie eine Debatte, der gesagt hat: Hans-Peter es ist ja ganz gut, aber das ist mir zu eng, ich mach den Knoten ein bisschen anderes, weil der gefällt mir einfach so besser. Erstens hat es das noch nie gegeben und zweitens wenn es das geben würde, wäre ich wahrscheinlich sehr intolerant. Ich würde ihm sagen: Du machst den Knoten genauso wie ich dir gezeigt habe, denn sonst bist du erstens tot und ich im Gefängnis. Und beides will ich vermeiden. Das heißt: Da wo es um Leben und Tod geht, ist Toleranz eigentlich eine Gemeinheit oder Gleichgültigkeit.

( Hans-Peter Royer )