Bibelstudium für Einsteiger ( Buch )

Ich mag hier einmal ein Buch vorstellen, dass sehr nützlich sein könnte und zwar ist es verfasst von R.C. Sproul und trägt den Titel:

Bibelstudium für ein Einsteiger

Warum möchte ich dieses Buch vorstellen? Nun, ich komme oft mit Leuten in Berührung, bei denen ich den Eindruck habe, dass sie die Bibel sehr willkürlich auslegen. Oft lesen sie kaum die Bibel, und oft vertreten sie Lehren, die sie vertreten, weil ihre Gemeinde / Gruppe / Lieblingsprediger (… ) diese Lehre vertritt, ohne, dass sie sich je Rechenschaft gegeben hätten, WIE sie mit ihrer Bibel umgehen und ob ihr Umgang mit der Schrift gut und begründbar ist.

R.C. Sproul will in diesem Buch Mut machen: Ja, man kann die Bibel verstehen, und nein: sie spricht nicht in Rätseln, die unsere Fanatasie zu allerlei möglicher Spekulation anregen sollten. Ich finde das Buch wichtig und sehr sinnvoll, weil es auf sehr wenig Seiten sehr viel korrigiert und klarstellt, nicht nur für den gelehrten Theologen, sondern auch für den „normalen“ Bibelleser. R.C. Sproul schreibt nachvollziehbar und eingängig, trotz der nicht ganz einfachen Thematik und versucht nicht, den unbedarften Leser noch mehr zu verwirren, sondern versucht Klarheit in die Fragen zu bringen, wie z.B. „wie lese ich die Bibel?“, „wie interpretiere ich die Bibel?“, „wo liegen dabei Fallen?“, „wo finden sich Hilfen dafür?“ etc.

Besonders wertvoll die Kapitel „Persönliches und selbstständiges Bibelstudium“ und „Praktische Regeln für die Auslegung“

Einen Auszug aus dem Buch ( Vorwort, Inhaltsverzeichnis und Kapitel „Hermeneutik- Die Lehre von der Auslegung“ ) findet man unter folgendem Link:

http://www.betanien.de/verlag/muster/bibelstudium-auszug.pdf

Verlagstext:

Der Mensch lebt nicht allein von Brot, sondern muss sich vom Wort Gottes ernähren (Mt 4,4). Dieses Buch hilft, richtig an die Bibel heranzugehen und sie richtig zu verstehen. Zuerst zeigt der Autor, warum wir die Bibel studieren sollten und verdeutlicht auch das Vermächtnis der Reformation, die das persönliche Bibelstudium überhaupt ermöglicht hat. Dann erklärt er, was beim Bibellesen zu beachten ist, wie z.B. Hintergrund des jeweiligen Bibelbuches, literarischer Stil, Zusammenhang, die Wichtigkeit und die Grenzen buchstäblicher Auslegung usw., und dass die Schrift allein durch die Schrift auszulegen ist. Häufige Fehler beim Bibelstudium werden geklärt und praktische Tipps und Hilfsmittel genannt. In leichtverständlichem und gut lesbarem Stil wird so nicht nur Biblschülern und Studenten, sondern jedem Christen eine solide Hermeneutik (Lehre vom rechten Verstehen der Bibel) vermittelt.

Ein Übungsteil („Fragen zur Lernkontrolle und Vertiefung“) macht das Buch auch als Kurs für Jugend- und Bibelgruppen usw. verwendbar.

„Wenn ich der Teufel wäre, wäre ich höchst unerfreut über dieses Buch.“ (James I. Packer)

Inhalt:
Bibelstudium – Warum?
Persönliches und selbständiges Bibelstudium
Hermeneutik: die Lehre der Auslegung
Praktische Regeln für die Bibelauslegung
Die Bibel und Kultur
Hillfsmaterialien fürs Bibelstudium
Fragen zur Lernkontrolle und Vertiefung

Hintergrund „Shocking Message“

Mir ist neulich aufgefallen, dass ich nie hier im Blog das Video über den Hintergrund zur so called „Shocking Message“ geposted habe. Nun, das will ich dann doch mal der Vollständigkeit halber tun + noch auf eine Aussage verweisen, die Paul Washer nachträglich bzgl. Billy Graham gemacht hat, nachdem er ihn sehr positiv in dieser Predigt erwähnt hatte.

Die „Shocking Message“ war das erste Video, das ich jemals von Paul Washer gesehen habe und es war dann schon im Nachhinein sehr interessant und auch wichtig, mehr Licht zu bekommen bzgl. dem Kontext, in dem die Predigt gehalten wurde. Vielleicht sei noch erwähnt, dass ich für die, die sich vielleicht schwer tun, dem Inhalt der „Shocking Message“ zu folgen, viele Videos hochgeladen habe, die einen ähnlichen Schwerpunkt haben und mehr Licht in diese Thematik bringen sollen. Eines davon ist z.B. „Nachfolge“. Wichtig auch seine Darstellung des Evangeliums. Sollte jemand noch spezielle Fragen zur Thematik allgemein haben, kann er sie gern hier als Kommentar schreiben oder als persönliche E-Mail ( zu finden unter „about me“ )

Frage:

Eine der bekanntesten Predigten von dir ist die sogenannte “Shocking Youth Message”, wo du vor 5000 Jugendlichen über Matthäus 7 predigst. Ich hab ein wenig über den Hintergrund gehört, wie die Atmosphäre war, auch bzgl. Der anderen Predigern auf der Konferenz und was da auch mit der Musik los war. Wie war das, bevor du diese Predigt gepredigt hast? Ich frage das, damit die Leute wissen, dass du nicht einfach da oben über Dinge gesprochen hast, die nichts mit deiner direkten Zuhörerschaft zu tun hatten. Könntest du da einfach ein wenig vom Hintergrund hierzu was erzählen?

Antwort:

Es gab auf dieser Konferenz eine Predigt, die sehr viele Leute zum Lachen gebracht hat. Und gegen Ende, als all das Lachen verstummt war, da gab es einen so genannten Altar-Ruf und – ich glaube wirklich – das waren 2000 bis 3000 Kinder und Jugendliche gingen dann nach vorn. Sie haben gelacht, sie haben alles mögliche gemacht. Sicher waren auch einige dabei, die es ernst meinten. Aber wie das Ganze ablief, das war wirklich schockierend. Wie ich sie beobachtete, dachte ich: Wo ist die Wirklichkeit Christi? Wo ist die Wirklichkeit von Sünde, Erlösung, echter Hoffnung und ewiger Dinge? Nichts. Das war wie bei diesem Experiment in der Psychologie, mit dem “Pawlowschen Hund”, wo Hunden ein bestimmtes Verhalten “antrainiert” wurde, auf bestimmte Stimuli bzw. Reize mit einer entsprechenden Handlung zu reagieren.

Das war da genauso. So viele von unseren Jugendlichen sind mit dieser Auffassung groß geworden, dass es einen Altar-Ruf geben müsse und dass man da einfach nach vorn geht, weil man das halt so macht. Ich will jetzt nicht so sehr über die schimpfen, die predigen, sondern darüber, was unsere ganze “christliche Kultur” da geschaffen hat, diese Idee, dass man nach der Predigt nach vorn geht um da einen “Glaubensschritt” zu wagen. Aber die Wirklichkeit Christi und dass Menschen von Sünde überführt worden, das fehlte einfach. Und wenn jemand sagt, das sei nicht so gewesen, dann sage ich: Es war so wie ich sage. Ich war dabei.

Was auf dieser Konferenz auch geschah, war, dass da ein Junger ehemals muslimischer Mann war, der heftig verfolgt wurde wegen seines christlichen Glaubens, aus seiner Familie verstoßen wurde und all solche Dinge, der sein Zeugnis weitergab. Die Wirklichkeit Gottes war bei diesem jungen Mann sehr deutlich zu sehen. In allem, was er sagte, hörte man die Wirklichkeit Gottes, es war absolut erstaunlich, ich sehr war getroffen, aber absolut nichts im Publikum rührte sich, da war keine Träne, da war keine Ermutigung für den jungen Mann und ich sah, wie dieser junge Mann völlig entmutigt von der Bühne wieder herunter schlich, so als ob er etwas falsches getan hätte.

Aber das, was mich am meisten schockiert hat, war, als die sogenannte “Lobpreis-Band” auf die Bühne kam. Und all die Schüler rannten nach vorn zur Bühne und hüpften in die Luft und schrieen und lauter solche Dinge. Und meine Frau war da in der ersten Reihe und 3 oder 4 mal sprang ein junger Mann so sehr in sie rein, bei dem, was auch immer sie da versuchten – Slam Dancing – wie man das auch nennen mag und schlug sie dabei fast in ihren Stuhl zurück und letztlich stieß sie ihn weg, um sich selbst zu schützen. Und als ich dann sah, wie sie Mädchen hochhoben und sie über der Menge auf Händen trugen, da fragte ich mich wirklich: “Was in der Welt ist hier eigentlich los?”

Aber als ich dann die ersten Minuten über die amerikanische [ im weiteren Sinne auch westliche ]  Christenheit gesprochen hatte, da klatschten alle.

Ausschnitt aus der Predigt: “Was ihr wissen müsst, ist, dass Erlösung aus Glauben, aus Glauben an Jesus Christus allein ist. Und Glaube an Jesus allein ist begleitet von Buße. Ein Wegwenden von Sünde, ein Hass auf die Dinge, die Gott hasst und eine Liebe für die Dinge, die Gott liebt.  Ein Wachsen in Heiligung und ein Verlangen, nicht wie Britney Spears zu sein, nicht wie die Welt zu sein und nicht wie die große Mehrheit der amerikanischen [ und westlichen ] “Christenheit” zu sein, sondern wie Jesus Christus zu sein.

[ zustimmendes Klatschen und Gejubel ]

Ich weiß nicht, warum ihr klatscht. Ich rede über euch. Ich bin hier nicht hergekommen, um Zustimmung zu bekommen und dass mir applaudiert wird. Ich spreche über EUCH.

Ich hab da gemerkt: Um der Liebe Willen, musste ich etwas sagen, das sie richtiggehend aus der Trance reißen würde, in der sie waren. Und so hab ich dann das gesagt. Und wisst ihr, ich hab mir die Predigt teilweise noch einmal angehört. Sie ist wirklich sehr kritisiert worden. Wisst ihr: Gott hat diese Predigt benutzt. Selbst in unserer Missionsgesellschaft haben wir Zeugnisse mitgeteilt bekommen, tausende, zehntausende Zeugnisse von Leuten von überall her. Aus Japan, aus Australien, aus England, aus Polen, aus Südamerika, von überall her, von Menschen die gerettet worden sind u.a. durch diese Predigt.

Aber, wenn ich das ansehe: In meiner Emotion, in meiner Aufgewühltheit hab ich da ein paar  Dinge gesagt, die in die Richtung gingen z.B. “Buße ist ein Teil der Erlösung. Buße ist etwas, was vor dem Glauben, nach dem Glauben da ist, was den Glauben begleitet”. – Das wollte ich in dem Sinn so nicht sagen. Man kann nicht sagen, dass Glaube und Buße IMMER in einer bestimmten Reihenfolge auftreten. Ja. Glaube und Buße, die kommen bei einer Bekehrung. Wenn du glaubst, dann kehrst du auch um, aber um zu glauben, musst du aber auch gleichzeitig von deinem Unglauben Buße tun. Ich meine, das kann man so nicht trennen.

Was absolut verwunderlich ist, ist, dass Leute wörtlich mehrere Seiten geschrieben haben, auf denen sie diese eine Aussage kritisiert haben und so versuchten , die ganze Botschaft zu verwerfen und gleichzeitig nicht sehen konnten, dass die Predigt unheimlich viele Menschen zum Heil geführt hat.

Lasst mich das sagen. Im Büro von Heartcry hab ich wohl fast nie gehört oder gelesen, was Leute an Kritik, Lob und Tadel über mich und von mir gehaltene Predigten im Internet verfasst haben. Denn als all das anfing – und wir wissen nicht, wann und wie das war, denn wir haben das nicht ins Internet gestellt – da wäre ich, wenn ich zu viel Lob gelesen hätte, wirklich sehr schwer versucht gewesen mich von Christus abzuwenden wegen der vielen Schmeichelworte der Menschen. Und hätte ich zu viel Negatives über mich gehört, hätte es mich zerstört. Ich hab mich gleichzeitig aber Kritik nicht verschlossen, die von gottesfürchtigen Männern stammte. Aber lasst mich folgendes sagen und das klarstellen.

Viele üble Dinge werden über mich im Internet verbreitet. Man kann das vielleicht Verfolgung nennen. Als Jesus verfolgt wurde und die Leute schlimme Dinge über Jesus sagten, dann lagen diese Leute immer falsch. Aber, wenn Leute mich kritisieren, dann liegen sie nicht immer falsch. Wir sind Menschen. Wir sind schwach und wir versagen. Ich möchte, dass ihr wisst: Wenn jemand etwas über mich sagt, das nicht sehr positiv ist, dann mögen sie sogar richtig liegen. Und ich will wissen, dass sie wissen, dass sie richtig liegen mögen. Und das bricht mich. Und ich will genauer sein und ich will heiliger sein. Ich will die Emotionen, die Gott mir gegeben hat, nicht abstellen, aber ich möchte, dass sie geheiligt und vom heiligen Geist unter Kontrolle gehalten werden.

Ich war neulich in Detroit und einige Anrufer im Radio-Programm, in dem ich auftrat, sagten über mich: “Der Mann schaut so traurig aus die ganze Zeit. Er lacht quasi nie und er sieht so traurig aus”

Ich möchte dazu einfach kurz was sagen. Zuerst einmal: Meine nahen Freunde, die mich kennen, deren größter Kritikpunkt mir gegenüber ist, dass ich zu viele Scherze mache. Mein Zu Hause ist so voll Lachen – wir sind Homeschooler – aber die meisten Homeschooler würden von uns sagen, dass wir zu wild drauf sind bei uns zu Hause. Viel Tanzen und viele wirklich witzige Dinge geschehen da. Aber seht ihr: Wir leben in einer Zeit, in der Milliarden von Menschen ohne Christus sterben. Wir leben in einer Zeit, in der Millionen von so genannten Evangelikalen  das Evangelium nicht einmal verstehen. Wir leben in einer Zeit, in der manche der größten evangelikalen “Helden” schlicht im Licht des geschichtlichen Christentums als klare Irrlehrer überführt werden würden.

Sollte da nicht jemand deswegen beunruhigt sein? Sollte nicht jemand darüber traurig sein? Sollte nicht jemand aufstehen und sagen: DAS ist falsch!? Das ist falsch.

Und es ist falsch, was heute so läuft. Es ist sehr, sehr falsch. Wenn ich den Propheten Jeremia betrachte: Ich hätte ihn sicher nicht als den fröhlichsten Mann auf der Welt bezeichnet. Er war ein weinender Prophet. Jesus war als Mann der Sorgen bekannt. Ja, er war ein Mann großer Freude. Aber er war auch der Mann der Sorgen. Wir leben in sehr ernsten und notvollen Zeiten. Unser Land steht am Rand des Abgrundes, der Westen vor dem Niedergang. Es gehen Gerichte Gottes über die Welt. Wir leben nicht unbedingt in einer Zeit zum Lachen und dabei in die Hölle zu fahren. Natürlich dürfen wir uns im Herrn freuen, aber wir sind in schlimmen als auch in tollen Zeiten, in dem Sinn, dass wir in einer Zeit in der Geschichte leben, in der viel entschieden wird. Wir brauchen Männer, die das sehen werden und kämpfen. Und ihr werdet nicht in der Lage sein, aufzustehen und gegen die Angriffe der Welt zu kämpfen, gegen ein “Kirchentum” in der Amerika [ und der westlichen Welt ] zu kämpfen, ohne, dass die Leute wirklich auf dich losgehen werden. Aber dieser Kampf ist es wert. Der Kampf ist es wert. Denn das Evangelium steht auf dem Spiel und die Seelen der Menschen stehen auf dem Spiel und die Ehre Gottes steht auf dem Spiel.

_________________

Paul Washer’s Aussage zu Billy Graham:

With Paul Washers‘ permission, I (Matt Haney of Grace Community Church in San Antonio, Texas) am posting below a private response that Paul Washer sent to someone else concerning Billy Graham, which should shed some light on the issue… „I have always sought to be charitable regarding those who preach in the name of Christ. This has been especially true in the case of Billy Graham. However in the last year I have seen and heard several things regarding his beliefs and ministry that have led me to withdraw any recommendation of his person and preaching. I regret my past positive statements regarding the man and his ministry. It saddens me, but I would have to now agree with your conclusions. He is either suffering from some sort of dementia or he has denied Christ as the only way, truth, and life.“ Your brother, Paul

Übersetzung:

Mit Paul Washer’s Erlaubnis veröffentliche ich ( Matt Haney von der Grace Community Church in San Antonio, Texas ) eine private Antwort, die Paul Washer jemanden sandte, der bezüglich Billy Graham besorgt war, die ein wenig Licht auf die Aussage Washer’s in der Predigt fallen lässt. – „Ich habe immer danach getrachtet mich denen gegenüber freundlich zu äußern, die im Namen Christi predigen. Das war im Besonderen so in Bezug auf Billy Graham. Jedenfalls habe ich im letzten Jahr verschiedenen Dinge gesehen und gehört, was seine Auffassungen und seinen Dienst angeht, die mich dazu gebracht haben, jede Empfehlung seiner Person und Dienstes zurück zu ziehen und ich bedauere meine früheren positiven Aussagen bezüglich dieses Mannes und seinem Dienst. Das macht mich traurig, aber ich müsste nun euren Folgerungen zustimmen. Er leidet entweder an einer Art von Demenz oder er hat Christus als den einzigen Weg, die Wahrheit und das Leben verleugnet.”

Paul Washer über Anbetungs-Musik, moderne christliche Songs etc.

Das Buch der Psalmen ist eigentlich ein Lieder-Buch um anzubeten. Ja, man darf singen. Aber ich denke, es ist sehr wichtig, dass ihr etwas versteht. Wenn ihr jemals ein Buch über die Lehre von Gott schreiben würdet, dann werdet ihr etwas  sehr ungewöhnliches beobachten. Was ich mit der Lehre von Gott meine, ist, wenn man z.B. ein Buch schreiben würde über all die Eigenschaften Gottes, die ihm eigen sind. Wisst ihr, was ihr da entdecken würdet? Mehr als 50 Prozent des Inhalts dieses Buches würden aus den Psalmen stammen. Die meisten Texte, die von Gottes Eigenschaften sprechen, wirst du in den Psalmen finden. Unser Singen sollte dementsprechend stark von [ richtiger ] Theologie geprägt sein. Und wenn ihr einen Anbetungsleiter haben solltet, WENN ihr das so zu handhaben gedenkt, dann muss er ein Theologe sein. Er muss Gott kennen und er muss in der Furcht Gottes und in Heiligkeit wandeln, wahrscheinlich mehr als der, der das Wort verkündigt. Es ist Teils wirklich schlimm, was wir heute zum Teil aus der Anbetung gemacht haben, denn wir kennen nicht die Furcht Gottes.

“Ein junger Bursche hat eine Gitarre und er kann toll singen, lasst ihn die Anbetung leiten” – Wir sollten wissen, dass Gott im 3. Buch Mose zwei “Anbetungs-Leiter” umgebracht hat, weil sie ihn nicht entsprechend der Schrift angebetet haben. Anbetung ist etwas gefährliches.

Etwas anderes, was wir feststellen müssen, ist folgendes: Anbetung sollte didaktisch ( also lehrend ) sein, Anbetung sollte ein Werkzeug für Lehre sein. Lasst mich euch einen Text vorlesen. In Kolosser 3, 16 steht:

Das Wort Christi wohne reichlich unter euch;

Anbetung kommt also von jemandem, der vom Wort Gottes gesättigt ist.

in aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern

Der Zweck des Singens in einer Versammlung, ist zu aller erst, Gott zu preisen, zum zweiten ist es didaktisch, nämlich um die zu lehren, die singen, sie zu ermutigen und zu ermahnen und sogar – so vermute ich – um Ungläubigen Zeugnis von Gott abzulegen.

Das ist das Problem, das ich mit einem Großteil der modernen Musik habe, nicht mit allem, aber vielem: Sie folgen diesen Prinzipien nicht. Es geht mehr darum, sich in eine bestimmte Gefühlslage zu versetzen. Ich werde sehr ehrlich mit euch sein. Und wenn ihr wütend auf mich werdet, vergebt mir einfach. Ich bin ein Amerikaner, ich bin grob, manchmal.
Viel Anbetung in den heutigen Gemeinden ist nicht mehr als ein Feiern des Fleisches. Es ist einfach, dass man sich mehr oder weniger in Emotion ergeht. Wenn du anfängst, die Gegenwart Gottes zu spüren während der hohen und fetzigen Tönen, wenn der Rhythmus angezogen hat und die Musik gerade einfach herrlich ist und du die Gegenwart Gottes nur dann spürst, dann ist es gewiss nicht die Gegenwart Gottes, die du spürst, sondern Emotion, Gefühl.

Ich habe Menschen gekannt, wirklich manche der heiligsten Menschen, die ich kenne, die sich einfach hinsetzen und anbeten. Sie haben keine Musik. Ich sage nicht, dass das die einzige Art ist, das zu tun, so ist das nicht, aber sie haben keine Musik.  Jemand wird sagen: “Lasst uns Loblied Nummer 52 singen”. Und sie fangen an zu singen. Und nachdem das Lied gesungen ist, wird eine andere Person sagen: “Wie wäre es mit Loblied Nummer 103″? Und sie beginnen anzubeten. Und das sind welche der gottesfürchtigsten Menschen, die ich auf der Erde kenne, die Anbetung in der Tiefe verstehen und wenn ich Leute in diese Gemeinde bringe, die sich nur um die Musik drehen dann sagen sie: “Oh Junge, das hier ist tot” – denn ihre Auffassung von Leben ist nicht die wirkliche Gegenwart Christi. Für sie sind es diese kraftvollen Lieder, die die Emotionen pushen. Und da ist nicht notwendigerweise sofort alles falsch dran, aber seid sehr vorsichtig.

Einmal war ich in einer Gemeinde und sie sagten: “Gott ist hier!” – Nun, die Musik war gerade voll am laufen: “Gott ist hier!” – Ich sagte: “Nein, ist er nicht!”  Und sie sagten: “Woran willst du das erkennen?”. Ich sagte: “Denn die meisten von euch wären tot, wenn Gott hier wäre. Denn er ist ein heiliger Gott und ihr wisst um die Sünde hier in dieser Gemeinde”. Die Leute kommen dabei so ins Fleisch, denn sie fühlen einfach nur etwas. Ich werd hier mal stoppen, aber bedenkt einfach folgendes:

Ich höre Leute, die sagen: “Ich hab mich heute morgen rasiert und Jesus ist mir erschienen” – “Hast du wenigstens aufgehört, dich zu rasieren?” – Es ist absolut keine Ehrfurcht gegenüber Gottes Gegenwart da. Wenn sich in der Bibel die Gegenwart Gottes zeigt:

“Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann von unreinen Lippen und wohne unter einem Volk, das auch unreine Lippen hat; denn meine Augen haben den König, den HERRN der Heerscharen, gesehen!” ( Jesaja 6, 5 )

Das war Jesajas Erfahrung. Du sagst: “Ach, das war altes Testament” – Dann denke an Johannes auf der Insel Patmos. Als Christus erscheint, fällt er zu Boden wie ein Toter. Ich sage nicht, dass die Gegenwart Gottes immer so ist. Aber wenn es niemals so ist, wenn es immer “Segne mich, segne mich, segne mich” oder “Freude, Freude, Freude” oder “Tanzen, Tanzen, Tanzen” heißt, dann läuft da etwas schrecklich verkehrt.

„Ich wünschte, wir hätten solches Predigen in unserer Gemeinde“

Wieder einmal ein wenig Korrektur. Ich möchte nicht, dass Leute, die z.B. den Blog lesen oder die Videos auf youtube schauen, einen allzu verzerrten Eindruck davon bekommen, welche Aufgabe und Sinn u.a. die Predigten von Paul Washer haben und was dabei zu beachten ist. Ich finde es sehr wichtig, dass da nicht jemand in irgend einer Weise in ein ungesundes Gleichgewicht kommt.

Ich möchte, dass die Videos und der Blog dienlich sind und mit Verstand und Weisheit auch von Gläubigen eingeordnet werden können. Und ein Teil davon ist, dass man nicht die geringschätzt, die vor Ort dienen, weil man einen „besseren Prediger“ im Internet gefunden hat oder ähnliches in diese Richtung gehendes.

Frage:

Manche der Leute, die deine Predigten übers Internet verfolgen, die werden irgendwie frustriert bzgl. ihres Predigers / Pastors in ihrer Ortsgemeinde. Und sie haben diesen Wunsch, dass ihr Pastor, der dort regelmäßig zu den gleichen Leuten predigt, der systematisch durch ein Buch der Bibel predigt und sie wollen, dass dieser Dienst ihres Pastors so aussieht wie dein Reiseprediger-Dienst mit der selben Leidenschaft und demselben Eifer und sie möchten im Grunde, dass ihr Pastor eine Kopie von Paul Washer ist. Welchen Rat würdest du einem jungen Mann geben, der so denkt.

Antwort:

Nun, sie wissen nicht, worum sie bitten. Hört mir zu. Manchmal komme ich aus dem Versammlungssaal raus und stehe dort mit dem dortigen Pastor und gebe den Leuten die Hand usw. und dann kommen Leute zu mir her und sagen: „Ich hab niemals was vergleichbares gehört. Das war mehr Wahrheit als ich in den letzten 5 Jahren gehört habe und ich wünschte einfach, wir hätten solches Predigen in dieser Gemeinde hier.“

Das ist einfach der Teufel, das ist so übel, das gegenüber dem Pastor zu sagen.

Oder manche sagen: „Wir haben diese Wahrheiten noch nie zuvor gehört!“

Lasst mich euch einfach was aus meiner Zeit als Pastor in Peru erzählen. Ich hab dort gelernt, dass Leute geistliche Wahrheiten nicht aufgenommen haben, weil sie sie einmal gehört haben. Manchmal habe ich über Monate über eine bestimmte Lehren oder bestimmte Themen gepredigt, die ich den Leuten vermitteln wollte. Und als ich damit fertig war, darüber zu lehren und alles ausgeschöpft hatte, was ich darüber wusste, dann fing ich an, gottesfürchtige peruanische Pastoren und gottesfürchtige Missionare einzuladen, von denen ich dachte, sie seien ein großer Segen für die Gemeinde und ich bat sie darum, zu kommen und über dasselbe Thema zu lehren. Und als die Mitglieder meiner Gemeinde das Gemeindegebäude verließen und z.B. dem eingeladenen Missionar die Hand geben, schauten sie ihn an und sagten: „Wir haben so wie heute noch nie zuvor in unserem Leben gehört“ und das ist, einfach nur um euch das zu zeigen, Teil dessen, was ein Reiseprediger zur Aufgabe hat.

Was ich ehrlich gern tue in den meisten Gemeinden, die ich besuche, ist, dass ich fast genau über dasselbe predige, worüber ihr örtlicher Prediger / Pastor predigt. Vielleicht auf eine andere Art, aber mein Predigen soll deren Dienst stützen und bestätigen. Etwas anderes. Ich wurde letztes Jahr gebeten, 3 Monate lang in einer kleinen winzigen Gemeinde in Alabama zu predigen und das habe ich wirklich geliebt, ich war so 3 Monate lang ihr Pastor in einer „engen“ Art. Und ein Haufen junger Leute, die mich wo predigen gehört hatten, die kamen da hin. Nach ungefähr zwei Wochen gingen die dann zu einem der dortigen Gemeindeleiter und sie sagten: „Wir haben eine Frage“. Der Gemeindeleiter sagte: „Ja, was wollt ihr wissen?“ Der Gemeindeleiter ist wirklich ein sehr guter Freund von mir. Und sie sagten: „Hat Bruder Paul seinen Dienst verändert? Ist er weich geworden? Hat sich etwas in seinem Leben verändert?“ Der Gemeindeleiter fragt: „Warum sollte er?“ – „Nun, weil sein Predigen so anders ist“. Er sagte: „Seht ihr, das ist weil er hier keinen Reisedienst tut, sondern als örtlicher Pastor dient. Er gibt Schafen Nahrung  auf lange Sicht“.

Aber ich möchte gleichzeitig auch die örtlichen Prediger / Pastoren warnen. Wenn ihr systematisch durch ein Buch der Bibel predigt und das langweilig ist, dann macht ihr das nicht richtig. Ich meine, wie könnt ihr durch den Epheserbrief predigen ohne Eifer? Wie könnt ihr das tun, ohne, dass das die Leute irgendwie bewegt? Ich möchte das hier von beiden Seiten betrachten, denn es gibt eine Menge Pastoren / örtliche Prediger da draußen, die ihren Schafen nichts rechtes zu Essen geben. Ich möchte dazu etwas empfehlen. Vor vielen Jahren schrieb Warren Wiersbe ein Buch namens „Walking with the Giants“  und darin hat er all die sehr kurzen, einseitigen oder halbseitigen Zeugnisse von Männern und Frauen Gottes, die durch die Jahrhunderte von Gott gebraucht wurden. Ich hab dieses Buch für mein Bibelstudium so lange bei mir getragen. Wisst ihr, warum? Wenn ich manchmal an einen Punkt kam, wo ich nicht beten wollte, einfach nicht motiviert war zu beten, da öffnete ich dieses Buch und las von betenden John Hyde in Indien oder von David Brainerd oder sonst wem und es trieb mich dazu, beten zu wollen und ich saß da und es war Montag und war nicht bereit, die Predigt für die nächste Woche in Angriff zu nehmen, einfach etwas lethargisch und ich nahm dieses Buch zur Hand und las von Alexander Maclaren, der 60 Stunden Vorbereitung für eine Predigt rechnete und das motivierte mich, das Bibelstudium wieder aufzunehmen.

Viele Leute kritisieren das Predigen in ihrer Gemeinde und liegen falsch, aber oft haben die Leute auch recht und die Pastoren studieren wirklich nicht lang genug um auf die Kanzel zu steigen und den Leuten Wort Gottes zu geben.

Schau auf Christus, nicht auf dich selbst

Seht ihr, manche von euch meinen, dass Gott euch nicht retten kann, weil euer Glaube und eure Buße nicht so stark ist wie die der größten Christen, die jemals über diesen Erdball gelaufen sind. Ich möchte, dass ihr seht, dass, wenn jemand gerettet wird, Glaube und Buße sehr klein und sehr schwach anfangen. Und wenn Gott dich rettet, dann fängt er an, deinen Glauben und deine Buße zu stärken, vertiefen und mit der Zeit wachsen zu lassen, so dass du vielleicht eines Tages tatsächlich Glauben und Buße einer der großen Puritaner oder großen Reformatoren haben magst.

Jesus Christus zu empfangen, bedeutet, ihn als deine einzige Lebensquelle anzunehmen. Lasst mich euch ein Beispiel geben aus dem Westen, ich hab das in Europa, den Staaten und auch in Südamerika wieder und wieder gesehen. Menschen nehmen Jesus als ein Anhängsel in ihr Leben auf. So wie wenn deine Frau ein Kleid kauft und sie nur so und so viel Geld dafür ausgegeben hat. Und denkst: „Zum Glück hat sie nicht mehr ausgegeben“. Aber dann sagt sie dir, sie habe auch noch zum Kleid passende Schuhe kaufen müssen. Dein Blick wird besorgter. Und dann sagt sie dir, dass sie auch noch eine Handtasche und einen Gürtel kaufen musste. All diese Dinge sind Anhängsel oder sozusagen „Zubehör“. Man hat sie zum Kleid dazu gekauft. Viele Leuten wollen, dass Jesus in ihr Leben tritt, um ihn gleichsam zu dem Leben, das sie bereits haben, noch hinzu zu fügen. Ich habe Prediger folgendes zu jungen, Erfolgreichen Amerikanern sagen gehört.

„Du hast ein großartiges Leben. Du hast eine wundervolle Familie. Du hast zwei Autos und ein wunderbares zu Hause und dein Job ist wirklich, wirklich wundervoll! Du hast ein großartiges Leben! Du brauchst nur eines, um dein Leben perfekt zu machen. Du brauchst Jesus“

Das ist Gotteslästerung. Das ist eine der ekelerregendsten Sachen, die je den Mund eines Menschen verlassen können. Jesus ist nicht das i-Tüpfelchen auf deinem bereits sehr tollen Leben. Jesus ist nicht etwas, was du zu deinem derzeitigen Leben hinzufügst um es wundervoller zu machen. Jesus WIRD dein Leben!

Folgendermaßen sollte der Prediger predigen:

Mir egal, wie wohlhabend du bist! Mir egal, wie viele Reichtümer du besitzt. Mir egal, wie angesehen du in der Gesellschaft bist. Dein Leben ist morsch und verrottet. Dein Leben ist sinnlos. Nun kehre dich ab von all dem und vertraue auf Jesus Christus! Auf dass du echtes Leben haben mögest. Hör mir zu, Christ! Jesus ist nicht einfach eine Fahrkarte in den Himmel. Er ist nicht einfach nur jemand, der dein Leben segnen kann. ER IST DEIN LEBEN. Er ist alles!

Aber was bedeutet das im Leben eines frischen Gläubigen? Als ich ein frischer Gläubiger war, da sagte ich: Jesus bedeutet alles für mich! Ich hatte nicht mal den Hauch einer Vorstellung, was ich da sagte. Aber jetzt, nach 26 Jahren verstehe ich es ein klein wenig mehr. Stück für Stück sehe ich, dass diese Welt vorbeigeht. Stück für Stück sehe ich mehr von meiner Sünde und meiner Schwachheit. Stück für Stück sehe ich mehr von Gottes liebevoller Güte und Macht und Stück für Stück wird dieses sinnlose Leben dieser Welt von seinem ewigen Leben ersetzt.

Wie stellt ihr euch den Himmel vor? Goldene Straßen? So wird uns das beschrieben. Aber nach ein paar mal dort spazieren wirst du gelangweilt sein. Tore aus Perlen. Willst du auf denen hin und her schaukeln? Ich meine, nachdem du ein paar tausend Jahre auf den Toren hin und her geschaukelt hast, wirst du ziemlich gelangweilt sein, einfach nur immer auf diesen Toren hin und her zu schaukeln.
Damit ihr mich recht versteht: Man klettert auf das Tor und schwingt darauf so hin und her.

( Der Übersetzer, den ich rausgeschnitten habe, hatte nicht ganz verstanden, was Bruder Paul meinte )

Das passiert, wenn ein intellektueller Europäer einen Cowboy übersetzen VERSUCHT.

[ wie erwähnt, der Übersetzer, den ich heraus geschnitten habe, hatte ihn nicht ganz verstanden ]

Man klettert auf das Tor und reitet es als sei es ein Pferd!

Was bringen die euch denn heute in den Schulen bei?

Worum, denkt ihr, geht es im Himmel denn? Es geht um Christus. Der Himmel ist einfach von Christus erfüllt! Es dreht sich um IHN.

Und hier liegt einer der riesigen Unterschiede zwischen einem ganz frischen Gläubigen und einem reifen Gläubigen. Wisst ihr, was der frische Gläubige tut? Das ist das, was einige von euch tun. Ich hab von so vielen von euch in den letzten beiden Tagen geredet. Und ihr schaut inwärts in euch hinein. „Meine Buße ist nicht groß genug. Mein Glaube ist nicht stark genug. Ich hab hier so viel Versagen und ich hab dort so viel Versagen.“

Aber wisst ihr, was geschieht, wenn ihr in Christus wachst? Ihr fangt an, aufzuhören, auf euch selbst zu schauen. Und ihr schaut nur noch auf IHN! Du weißt, was du bist. Du kennst dein Versagen. Ihr kennt eure Sünde und euer Schwachheit. Aber ihr schaut einfach nur auf IHN! Schaut auf IHN!

Lasst mich abschließen mit einer kleinen Geschichte, die sich vor Jahren ereignet hat. Ein Theologie-Student schreib mir eine E-Mail. Und er schrieb: „Bruder Paul, ich bin einfach nur schlecht und unverständig und kann Christus nicht nachfolgen.“

Und so schrieb ich ihm zurück und sagte: „Lieber Bruder, du bist noch viel schlechter und unverständiger als du gerade denkst!“ Ich habe die Gabe der Ermutigung.

Er rief mich letztlich per Telefon an und sagte: „Bruder Paul, Danke?!?“
Ich sagte: „Hör mir zu. Du bist einer der besten jungen Männer, die ich kenne und ich kann sehen, dass du danach trachtest, dem Herrn Jesus sehr ernsthaft nachzufolgen. Manchmal überführt dein Leben mich von meiner Sünde. Du bist wahrscheinlich heiliger als ich es bin. Aber ich bin fröhlicher als du es bist“.

Und er sagte: „Warum?“

„Du schaust auf dich selbst. Du schaust auf deine eigene Tugend, um Frieden zu finden. Du schaust auf die Stärke deiner eigenen Hingabe, um Ruhe zu finden! Du schaust auf deine Leistung, um Freude zu finden! Ich damit vor langer Zeit aufgehört. Wenn ich mich selbst betrachte, finde ich nichts, was mich stark oder voll Freude machen oder mir Geborgenheit geben würde. So schaue ich auf IHN! Du vertraust auf deine Werke! Ich vertraue auf das vollbrachte Werk Christi, das für mich vollbracht WURDE. Deine Werke ändern sich ständig. Und daher verändern sich dein Friede und deine Zuversicht ständig. Aber ich schaue auf die Person und das Werk Christi. Er ändert sich nie und so kann meine Freude immer fest stehend sein! Und mein Frieden ist immer eine Wirklichkeit. Weil es von IHM kommt”.

Wenn ich mir eines für dich wünschen könnte, dann wäre es folgendes:
Dass du aufhören würdest, in dir selbst zu suchen, denn du wirst dort nichts finden. Dass du auf Christus schauen würdest und dass seine Herrlichkeit und seine Erlösung dich motivieren würden, IHM zu dienen mit allem, was du hast!

Lasst uns beten…

Ich habe versucht, gerettet zu werden, aber es hat nicht funktioniert

“Ich habe versucht, gerettet zu werden,
aber es hat nicht funktioniert”

Predigt gehalten von Tim Conway

Ihr könnt zu 2. Korinther 4 Vers 4 gehen. Ich werde es jetzt nicht selbst vorlesen, denn es ist nicht der Text, von dem aus ich predigen möchte. Aber es wird so was wie ein Sprungbrett sein. Hört zu. Ich habe am Freitag einen Anruf erhalten, der absolut pathetisch war. Ich meine damit, dass es herzzerreißend war. Eine junge Dame rief an und sagte: “Ich will gerettet werden” – Sie  hat richtiggehend geschluchzt. 20 Minuten lang. Sie hat die ganze Zeit durch geweint. Manchmal konnte ich nicht einmal ihre Worte verstehen. Sie hat so heftig geschluchzt. Wirklich so sehr, dass es für mich herzzerreißend war. Und hier ist das, was ich davon mitbekommen habe, von all dem, was sie mir erzählte:

“Ich will gerettet werden, aber ich denke, ich habe nicht genug Verlangen danach, gerettet zu werden” – In ihren stammelnden Worten, in ihrem Schluchzen konnte ich heraushören: ”Pastor, was soll ich denn tun. Soll ich Gott um mehr Verlangen bitten?” Weiterlesen „Ich habe versucht, gerettet zu werden, aber es hat nicht funktioniert“

Genährt mit gesunder grundlegender Lehre

„In den ganzen Jahren meines Dienstes habe ich so viele Kerle gesehen, die in Nebenflüssen untergehen. Sie sind mitten im Strom, folgen der Mitte des Stromes der überlieferten Glaubenslehren und dann packt sie was und dann verirren sie sich im Nebenfluss. „

Und noch ein letztes „korrigierendes“ Video. Bei aller Korrektur möchte ich auch, dass man diese nicht falsch versteht. In diesem Video geht es nicht darum, bzgl. Theologie bzw. Lehre über alle Unterschiede schlicht hinwegzusehen – das wäre nicht weise, ganz und gar nicht weise, aber man sollte sich davor hüten, sich sinnlos in irgend ein Thema zu verrennen, während man wichtige andere Dinge vom Tisch fallen lässt. Es geht um eine Ausgeglichenheit in der Lehre und um die Betonung der grundlegenden, gesunden Lehre und dass man sich davor hütet, sich in Nebensächlichkeiten zu verlieren.

1.Timotheus 4,6 :

„Wenn du dies den Brüdern vor Augen stellst, wirst du ein guter Diener Jesu Christi sein, der sich nährt mit den Worten des Glaubens und der guten Lehre, der du nachgefolgt bist.“

Genährt mit gesunder grundlegender Lehre

Wisst ihr, die meisten von uns essen, weil unser Magen rumort. Ich bin hungrig, mir ist schwindlig. Ich habe gestern nicht gegessen und jedenfalls war ich sehr eingebunden und bekam nichts zu essen und dann kamen noch meine Kinder ins Spiel und ich wollt nur weg und was essen. Etwas sagte mir: Du musst essen.

Nun, Gott wird in euch einen Hunger schaffen und es wird nicht so sein, wie ihr denkt. Es wird nicht so sein, dass er mit seiner Gegenwart hereinrollt, um in eurer Gebetszeit den Hunger in euch schaffen. Er wird es sein, der euch in Situationen führt, die euch völlig verzweifeln lassen. Wenn dann Gott sich nicht für euch eingreift, dann seid ihr tot. Er wird euch in angstvolle Umstände bringen, in unklare Situationen, wo ihr ihn brauchen werdet.

Paulus sagt: „nährt euch“. Ich möchte, dass ihr denkt, wenn ihr euch hinsetzt und eure Bibel studiert, dass ihr dahockt und eine große Mahlzeit habt. Das ist die Art und Weise, wie wir uns dem Wort Gottes nahen sollen. Paulus sagt: „der sich nährt mit den Worten des Glaubens und der guten Lehre“. Nun, ich möchte hier jetzt nicht groß differenzieren. Das Wort bedeutet wörtlich „gute Lehre“. Einfach gutes, zuverlässiges Material. Habt aber acht vor überzogenen Lehren.

Habt acht vor absolut verblüffenden, erstaunlichen Lehren, die gefüllt sind mit neuem Zeug, worüber niemand je vorher gedacht hat. Bleibt bei der gesunden Lehre.

Wisst ihr, manchmal reise ich und manchmal unter recht schwierigen Umständen. Aber manchmal ist es echt „erstklassig“, denn du reist und die Leute dort wollen mit dir zum Essen ausgehen. Am Morgen hast du kontinentales Frühstück, was wirklich gut ist. Also, wenn ich beispielsweise in Peru bin, ist das natürlich nicht so. Dann zum Mittagessen werden diese Leute mit dir ein schönes Lokal besuchen. Und vielleicht ebenso zum Abendessen nach dem Gottesdienst. Es ist einfach erstaunlich: Nach einer Weil,  egal wie fein das Restaurant ist, in das sie dich führen,  fühlst du dich innerlich ganz schmierig und schrecklich. Und du kommst heim und deine Frau macht dir nichts extravagantes, sondern einfach nur ein  einfaches, gutes Essen. Und du kannst einfach einen Unterschied feststellen. Ich meine, du kannst klar den Unterschied erkennen.

Ich esse einfach schlicht gutes Essen, nichts extravagantes. Das ist einer der Gründe, warum Theologen an einen echten Dienst gebunden werden sollten mit echten Menschen im Zusammenhang mit einer Ortsgemeinde. Denn wenn Professoren sich selbst überlassen werden, allein in der akademischen Welt. Ich denke , es ist eine der gefährlichsten Sachen, die du einem Mann Gottes antun kannst, dass du ihn in eine akademische Umgebung stellst, ohne einen echten Dienst. Denn er wird anfangen nach neuen und überzogenen Lehren Ausschau zu halten über die nie jemand vorher nachgedacht hat.

Mein Freund, es ist sehr gefährlich, was unsere theologischen Ausbildungsstätten oft tun. Ein junger Mann besucht eine Bibelschule und er hat glatte „Einsen“. Und dann besucht er ein theologisches Seminar. Man hat ihm gesagt “du gehörst in ein theologisches Seminar!”. Und dort schließt er wieder sehr gut ab“. Und sie sagen ihm “du musst ins PGD-Programm” (Professional Graduate Diploma). Und schon schließt er das das PGD-Programm als Klassen-Bester ab. Und sobald er das beendet hat, wartet eine Anstellung im Seminar auf ihn. Nun, so kommt es, dass man einen Professor für Gemeindegründung im Seminar hat, der nie eine Gemeinde gegründet hat. Ihr würdet nicht glauben, wie viele Leute von dieser Sorte es dort gibt. Seht ihr, ich denke, so fügt man diesem jungen Kerl Schaden zu. Ihr jungen Leute, hört mir zu.

Ihr wisst nicht, wie viele Male allein in diesem Jahr ich Gemeinden besucht habe und helfen musste, die Gemeinde wieder ins Lot zu bringen, nur wegen Typen wie euch. Ich musste mehrfach über Johannes 3, 16 predigen, weil junge Kerle, die Köpfe gefüllt mit  Lehren der souveränen Gnade, reingekommen waren und die Gemeinde daran zweifeln ließen, ob dieser Vers überhaupt in der Bibel existiert. Die Liebe Gottes für die Welt. Sie leugneten diese Lehre. Sie betonten bestimmte Dinge so sehr, dass sie die gleichen Fehler begingen, die sie bei den “Arminianern” beklagten. Und so ist es gut, einfach für eine Weile bei den einfachen Dingen zu bleiben. Die Dinge,über die du letztlich herausfindest, dass sie  in Wirklichkeit die Dinge sind, an denen du mehr festhalten wirst als an allem anderen.

Es war Jono Sims dieses Wochenende oder letztes Wochenende und es war unglaublich, er redete darüber, einfach in der Mitte des Stroms zu bleiben. Ich sagte: „Wie hast du das gemeint, Jono?“

Er sagte: „In den ganzen Jahren meines Dienstes habe ich so viele Kerle gesehen, die in Nebenflüssen untergehen. Sie sind mitten im Strom, folgen der Mitte des Stromes der überlieferten Glaubenslehren und dann packt sie was und dann verirren sie sich im Nebenfluss.

Z.B. wenn sie in der Mitte des Stromes gewesen sind, dann ist hier die charismatischen Bewegung. Und anstatt zu merken, dass der Geist Gottes eine bedeutende Stellung im christlichen Glauben einnimmt und dass wir mit dem Geist gefüllt sein müssen und wir im Geist wandeln sollen und unserem Gaben im Geist ausüben sollen und all diese Dinge… Also anstatt das einfach zu erkennen und sich auf Christus zu konzentrieren, folgen sie dem Nebenfluss, wo alles der Heilige Geist ist. Am Ende sind sie in Wasser, dass sich nicht bewegt, sie landen in einem Sumpf, sie sitzen in der Patsche. Und dann gibt es die, die sich nur um die souveräne Gnade drehen. Und sie folgen diesem Nebenfluss der souveränen Gnade bis sie im Sumpf, im Schlamm landen und dort stecken bleiben. Puritanisch hier, puritanisch da, Evangelisation hier, Evangelisation da. Und schließlich folgen sie den Nebenflüssen, anstatt im Hauptfluss des christlichen Glaubens zu bleiben.

Merkt euch meine Worte. Ich bin kein Prophet, noch der Sohn eines Propheten und ich bekam darüber keine Vision. Aber es reicht schon,  wenn man sich die Geschichte der Christenheit anschaut: Es wird eine Zeit kommen, junge Männer, wenn dies der Test für euch sein wird. Ihr werdet mit jedem Gemeinschaft haben, der sterben wird bevor er leugnet, dass Jesus der einzige Weg ist. Und sie werden eure Brüder sein, für die ihr sterben werdet. Ihr werdet sie nicht fragen, ob sie Calvinisten oder Arminianer sind. Ob sie diese Sicht über Eschatologie haben oder eine andere Sicht. Oder ob sie Charismatisch oder dies oder das sind. Aber wenn ihr seht, dass sie nicht verleugnen werden, dass nur Jesus der Retter der Welt ist, dann werdet ihr sie lieben. Wir werden an diesen Tag kommen. Wir werden es. Da wird es keine Frage darüber geben, ob jemand wiedergeboren ist, denn es werden die Wiedergeborenen sein, die sagen werden: Jesus ist der einzige Weg. Und es werden viele, viele sein, die weiterhin behaupten, Christen zu sein. Die sich in Gemeinden und Kirchen versammeln werden und dies sagen werden: “Ich glaube von ganzem Herzen an Jesus”. Dann wird sie jemand fragen: „Ist er der einzige Weg zu Gott?“ Sie werden das nicht leugnen, aber sie werden sagen: „Wer bin ich, dass ich richten könnte?“ Und dieser kleine Umstand wird sie vor Verfolgung bewahren.

Dann werden da vielleicht irgendwelche Gläubige von den Charismatikern  aufstehen und sagen: „Wir glauben von ganzem Herzen an Jesus und wir glauben, er ist der einzige Weg und niemand kommt zum Vater, außer durch ihn.“ Und sie werden verfolgt werden und sie werden eure engsten Brüder werden. Merkt euch meine Worte. Nun, ich sage nicht, dass die Lehre nicht wichtig sei. Ihr wisst, wie ich über Lehre denke. Aber lasst uns einfach bei der gesunden, guten Lehre bleiben. Seid sehr vorsichtig, nicht solchen Nebenflüssen zu folgen. Schaut… Lasst mich euch einfach etwas sagen. Wann immer jemand zu euch kommt und sagt: „Die Hauptsache des Christentums ist dies…“ oder: „Das wichtigste an Gott ist das…“ – Seid vorsichtig! Gott ist zu groß für euch, als dass ihr das Wichtigste an ihm finden und sagen könntet: Das ist, worum es geht. Nun lasst mich euch dies sagen und ich will es sehr vorsichtig ausdrücken: Ich glaube, dass Dr. Piper einfach ein Geschenk Gottes ist. Nun, und ich glaube, dass er recht hat mit seinen Aussagen. Aber – nicht zu ihm, sondern zu euch würde ich das sagen: Auch wenn ihr sagt, alles dreht sich um die Herrlichkeit Gottes, seid vorsichtig. Warum? Gott ist zu groß für euch, um sagen zu können, alles dreht sich um DIESE Sache. Du kannst ihn nicht so genau eingrenzen. Ihr könnt es nicht einfach auf eine Sache konzentrieren. Er ist einfach zu groß. Er ist einfach zu groß. Im Leben als Christ geht es nicht bloß um dies, es geht nicht bloß um das. Es ist einfach zu gewaltig, um es auf eine simple Phrase zu reduzieren. Ihr könnt das nicht tun!

Lerne in Weisheit zu wandeln

„Wenn dein Eifer dich von Vorbereitung wegträgt, dann wirst du niemals bestehen.

Ich hab so viele Freunde, die, so denke ich, viel begabter als ich waren, aber sie wollten einfach nur rennen. Sie wollten, im Spiel mitspielen, aber sie wollten niemals dafür trainieren. Ich kenne einen lieben Bruder aus Peru, dessen Dienst aus genau diesem Grund ruiniert wurde. Obschon ich ihn sehr oft gewarnt hatte. Bruder, du willst dich nicht demütigen, dich vorzubereiten. Du willst einfach nur da raus und rennen. Ohne vorher angemessen sich vorbereitet zu haben. Er hörte nie auf mich[…]“

Wieder ein kleines Korrektur-Video. Es geht um Balance und Gleichgewicht und um Beständigkeit und Ausharren. Ich möchte, dass uns klar ist, dass vieles nicht plötzlich geht. Dass wir Zeit benötigen um uns auf bestimmte Dinge vorzubereiten, dass wir nicht plötzlich drauf los rennen können, ohne gefestigt und gestärkt und vorbereitet zu sein. Aber der Ausschnitt spricht für sich selber. Vielleicht eine kleine Korrektur: Wenn Paul Washer von „Seminary“ spricht, meint das natürlich eigentlich nicht „Bibelschule“, sondern eher „Theologie-Seminar“ – zumindest, was Paul Washer da durchlaufen hat, war deutlich stärker als Bibelschule und deutlich eher akademischer Natur ( wobei sein Theologie-Seminar ziemlich liberal war. An einer Stelle meint er. Der Grund wohl, weshalb er nicht in Richtung liberale Theologie in dieser Zeit ging, war der, dass er nebenbei noch Straßen-Prediger war und sich das dann wohl ziemlich gebissen hätte )  .

Wach auf, der du schläfst. Ich sag das nicht, weil es so früh am morgen ist. Wache auf, Schläfer. Was sagt er? Das Licht hat dir  aufgeleuchtet, Christus hat ein Werk in dir getan, große Dinge sind an dir geschehen.  Du kannst jetzt nicht mehr wie jeder andere sein. Du kannst nun nimmer wie jeder andere leben. Und du kannst deine Zeit jetzt nicht mehr wie jeder andere verbringen. Es ist nicht deine Zeit. Sie gehört nicht mehr dir.  Es ist nicht länger dein Leben. Es ist nicht mehr länger dein Moment. Es ist nicht mehr länger deine Zeit. Du gehörst einem anderen.

Leonard Ravenhill sandte mir vor langer Zeit ein Traktat. Dort stand: Andere können es, aber du kannst es nicht. Und ich stimme nicht mit allem auf dem Traktat überein, aber das Traktat sagte im Grunde: Du wirst ein Mann Gottes werden. Andere Leute können bestimmte Dinge tun, selbst andere Christen werden mehr Freiheit haben, ihre Zeit und ihre Mühe in andere Dinge zu stecken, aber du kannst es nicht.

Deswegen sagt Paulus hier: Seid vorsichtig, wie ihr wandelt, nicht als unweise, sondern als weise Menschen.

Nun. Eifer ist sehr gut. Und ich werde euch ein wenig von Fehlern meines eigenen Lebens erzählen. Eifer ist sehr gut, aber euer Leben darf nicht vom Eifer gesteuer werden.  Es mag passend sein, zu sagen, euer Leben kann getrieben vom Eifer sein, wenn er der Erkenntnis entspricht. Aber euer Leben soll nicht vom Eifer gelenkt sein. Letztlich werdet ihr nicht in Weisheit wandeln und letztlich werdet ihr euch selber zermürben. Was sagt er hier? Er sagt: Seid vorsichtig, wie ihr wandelt. Wandelt in Weisheit. Ich will, dass ihr eifrig seid. Ich will, dass ihr extrem eifrig seid, aber ich möchte, dass ihr eifrig seid wie ein sorgsamer und bedachter Marathonläufer. Ich will, dass ihr darüber nachdenkt, dass es ein weiter Weg ist. Ich erinnere mich, wie ich ein Christ wurde und mich ein paar Jahre später dazu entschied, dass ich ein Theologie-Seminar besuchen würde. Ich empfand, dass der Herr von mir wollte, dass ich dieses Seminar besuche.

Und ich teilte es ein paar Freunden mit, dass ich das Theologie-Seminar besuche und sie sagten:
„Wie kannst du nur?“ Sie sagten: „Wie kannst du nur? Die Tatsache, dass der Herr womöglich jeden Tag zurückkommt und du besuchst einfach ein Theologie-Seminar, anstatt zu dienen.“

Es sind viele Jahre seit der Theologie-Seminar vergangen und der Herr ist immer noch nicht zurück gekommen. Sie hatten eine Schlussfolgerung gezogen, dass der Herr zurückkommen wird, dass wir keine Zeit hätten zu lernen und uns vorzubereiten für den Dienst und irgend etwas anderes, dass wir da einfach rausrennen müssten irgendwas tun müssten. Das ist Eifer nicht entsprechend der Erkenntnis.

Wenn ihr die Bibel öffnet, ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber manchmal öffne ich die Bibel und werde sehr entmutigt. Warum? Nun, ich könnte echt Monate damit verbringen, Genesis 1, 1 zu studieren und nicht völlig alles erfassen, was darin steckt. Oder, dass ich einfach nicht so viel weiß wie manch anderer. Und dadurch fängst du an entmutigt zu werden. Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, bei mir ist es aber so. Ich sitze da und denke, ich werd da nie voran kommen.  Das ist wie, wenn du anfängst, griechisch zu lernen. Du lernst wieder das Alphabet als seist du wieder vier Jahre alt. Und du siehst all diese seltsamen Buchstaben und Figuren und so was und diese andersartige Art zu reden und lauter solche Dinge.  Und du sitzt da und denkst: Ich werd das nie in mein Hirn bekommen.

Nun, du wirst es niemals in 6 Monaten schaffen! Und du wirst niemals die Bibel in 2 Jahren kennen lernen.  Aber wenn du treu und mit Weisheit und sorgfältig jeden Tag, systematisch, mit einer Arbeitspferdmentalität diese Bibel in die Hand nimmst und einfach mehr und mehr und mehr jeden Tag dazu tust, Stückchen für Stückchen, Zeile für Zeile, Wort für Wort, dann wird es im Laufe von 25, 30, 40 oder 50 Jahren so sein, dass du große Fortschritte im Glauben tust. Aber wenn dein Eifer dich von Vorbereitung wegträgt, dann wirst du niemals bestehen.

Ich hab so viele Freunde, die, so denke ich, viel begabter als ich waren, aber sie wollten einfach nur rennen. Sie wollten, im Spiel mitspielen, aber sie wollten niemals dafür trainieren. Ich kenne einen lieben Bruder aus Peru, dessen Dienst aus genau diesem Grund ruiniert wurde. Obschon ich ihn sehr oft gewarnt hatte. Bruder, du willst dich nicht demütigen, dich vorzubereiten. Du willst einfach nur da raus und rennen. Ohne vorher angemessen sich vorbereitet zu haben. Er hörte nie auf mich.  Was ich will, ist das:

Ich will, nicht, dass ihr das tut, was ich tat:

Und das hab ich so oft gemacht, selbst in meinen jungen Jahren mit 25 oder 26, bis ich 30 war tatsächlich, rauszugehen, ständig zu predigen auf der Straße, Zeugnis geben, herauszufinden, wie man Leute gewinnt, Lehren, all diese Dinge. Viel davon war gut, aber vieles war auch entsprechend dem Eifer und nicht der Erkenntnis entsprechend. Und ich hab allen möglichen Staub aufgewirbelt, aber wenn der Staub sich wieder legte, da gab es keine Frucht. Du kannst einen Obstbaum nicht einfach nur dadurch pflanzen, dass du Staub aufwirbelst. Du kannst einen Obstbaum pflanzen, indem du eine Schaufel holst, speziell hier mit all den Steinen, indem du für Stunden gräbst. Einfach, um ein Loch zu bekommen, das tief genug ist, um einen Baum zu pflanzen. Und das ist, was ihr sehen müsst. Tut das jeden Tag. Jeden Tag.

Werd nicht „überzogen religiös“

„Ich will lachen und ich will einfach ein echter Mensch sein, nicht so eine Ikone falscher Frömmigkeit.“

Wieder, ihr seht, ich bin gerade dabei zu korrigieren bzw. bin es schon lange – folgender Ausschnitt ist nicht neu, aber vielleicht nicht so oft gesehen wie z.B. die „Shocking Message“ oder die „ten indictments“. Ich lege großen, sehr großen Wert auf Ausgeglichenheit. Das ist mir wichtig. Ich weiß, dass ich z.B. bei den übersetzten Predigten einen Schwerpunkt gesetzt habe und das auch sehr bewusst, ich möchte aber nicht, dass deswegen die andere Seite übersehen wird und man einen so verengten Horizont bekommt, dass man sowohl sich als auch anderen damit mehr Schaden zufügt als dass man tatsächlich hilft.


Vor ein paar Jahren, ich geb euch das mal als Beispiel, da nahm ich meine Frau mit mir an einen Ort, der sehr sehr streng war, das war in einem anderen Land, wo ich schon zuvor gepredigt hatte und Gott sehr gewirkt hatte und wir kamen gerade durch die Tür, da kam diese Frau direkt auf mich zu, wisst ihr, meine Frau Charo, sie zieht sich wirklich züchtig an, aber sie zieht sich einfach normal an, so ist es, sie trägt keine religiöse Tracht als sei sie eine Nonne, sie zieht sich einfach normal an. Und diese junge Dame kam her, und stellte sich mir in den Weg und sie sagte das auch direkt vor meiner Frau: Bruder Paul, du predigst mit solch einer Kraft Gottes auf deinem Leben und Gott und Gott wirkt durch dich so sehr, wie kannst du nur mit einer Frau verheiratet sein wie ihr? Nun, die Frau war eine junge Frau und sie war tatsächlich schon hübsch, nur hat sie sich selbst fast schon etwas hager gemacht, sie hatte so ein Kopftuch auf und lauter solche Sachen und sie sah einfach so, so bitter aus. Und meine Frau sagte, schlicht lächelnd und mit einem Augenzwinkern: „Hast du ein Foto von dir, bevor du gläubig wurdest?“ Und die Frau sagte: „Ja!“ Und Charo sagte: „Ich würde es gern sehen, hast du es dabei?“ – „hmm.. ja..?!?“ – „o.k., darf ich es sehen?“ – Und diese Frau öffnete ihren Geldbeutel und holte dieses Bild heraus und man sieht dieses lebhafte, wunderhübsche Mädchen lächelnd, ein klein wenig Make Up im Gesicht, gar nichts extravagantes und Charo schaute die Frau an und sagte: „Nun, ich hab dich lieber als Ungläubige“ und sie gab ihr das Bild zurück und sagte:“Was hat Jesus für dich getan? Alles, was ich hier sehe ist eine negativ eingestellte, kritische, hagere, freudlose Person, die vor mir steht. Ist es das, was Jesus für dich getan hat? Und ist es das, was Jesus der Welt geben will?“

Nun, der Punkt dabei, war dass diese Frau kam um Wahrheit, mutmaßliche Wahrheit zu verkündigen, aber diese sogenannte Wahrheit, die sie aussprach, die hatte keinen gute Frucht in ihrem Leben.

Seht ihr? Nun, ich mag nicht, was dieser Mann predigt, aber niemand hat mich je so sehr geliebt wie er. Niemand hat mir jemals so sehr gedient wie er. Das, was er über Familie sagt, das ist etwas daneben. Sagte der Diakon, das ist einfach zu extrem. Aber ein anderer Diakon sagt: Aber hast du jemals so eine Familie wie seine gesehen? Schau einfach mal, wie sehr sie sich zu lieben scheinen. Ich denke, dieser Typ ist einfach nur voll von einem Haufen heißer Luft. Aber er scheint doch um einiges höher zu fliegen als wir es tun. Versteht ihr, was ich sage? Wenn es wirklich wahr ist, was jemand sagt, muss es sich auch im Leben bestätigen und dann wird es gute Frucht bringen in deinem Leben. Und seid nicht so völlig kritisch eingestellt. Und seid nicht überzogen religiös.

Quelle: heartcry - Magazin

Ich werde damit abschließen. Was meine ich mit überzogen religiös? Wisst ihr, vor einigen Jahren, Jungs, da hab ich alle eingeschüchtert. Die ganze Zeit. Ich weiß, dass ich das gemacht hab. Alle hatten eine schöne Zeit miteinander und dann kam Paul Washer herein, der 683 Tage gefastet hatte und 20 Monate kein Wasser zu sich genommen hatte und in diesem Moment den Römerbrief auswendig gelernt hatte, und ihn diagonal zitierte. Er lächelte nicht und an Scherzen in seiner Gegenwart war nicht zu denken. Und alle im Raum waren eingeschüchtert. Bis ich merkte, das das ganze falsch war. Und jetzt sage ich, was erstaunlich ist: Ich hab mich einfach entschieden: Schau, ich werde den Herrn lieben, aber ich werde nicht versuchen, etwas bestimmtes zu sein. Und am wenigsten werde ich weiterhin Leute einschüchtern gehen. Und wisst ihr, was ich herausgefunden habe? Wenn mich viele dieser jungen Fanatiker und Glaubenseiferer kennen lernen, sind sie jetzt enttäuscht. Sie sind von mir enttäuscht. Denn sie wollen jemand, der völlig kritisch ist. Und sie wollen so sein. Was ich entdeckt habe, ist etwas vollständig anderes. ich möchte nicht irgend etwas mehr sein als ein menschliches Wesen, das ein Empfänger von Gottes Gnade geworden ist. Ich will fasten, aber ich will auch Ricky besuchen, wenn er diese köstlichen Rippchen macht und ich möchte so viele davon essen wie ich schaffe und wenn meine Frau ins Badezimmer geht um meiner kleinen Tochter die Windeln zu wechseln, dann will ich nochmal vier mehr von ihnen runterschlingen. Ich will lachen und ich will einfach ein echter Mensch sein, nicht so eine Ikone falscher Frömmigkeit.

Hinweise + Korrektur

So, mal kurz ein paar Worte zur aktuellen Situation. Ich hab zur Zeit ein großes Problem. Ich hab einige Projekte, die immer noch auf Eis liegen und die ich in den nächsten Wochen wahrscheinlich auch nicht gebacken bekomme, wenn ich realistisch bin.

Ich möchte nur mal betonen, dass das übersetzen einer Predigt und untertiteln eines Videos eine sehr zeitaufwendige Sache ist. Das macht man nicht nebenbei, man braucht wirklich viel Zeit und Geduld und muss sich auf diese Sache wirklich konzentrieren. Das wäre an sich nicht weiter tragisch. Aber nebenher schreiben mir laufend Leute E-Mails, die z.B. etwas wissen wollen, die mit mir diskutieren wollen, die irgendetwas möchten. Auch das ist nicht weiter tragisch. Aber auch das braucht viel Zeit und man macht auch das nicht nebenbei.

Nun, so kommt es, dass ich gerade schwer hinterher komme, mit dem Beantworten von Mails und ebenso schwer hinterherkomme, Projekte fertig zu stellen, die gerade – eigentlich schon halb fertig – brach liegen.

Also, es kann sein, dass manche Leute ziemlich lange auf eine Antwort warten müssen. Das ist nicht böse gemeint und hat nicht den Grund, dass ich sie vergessen habe, aber ich bin gerade ziemlich am Ende meiner Möglichkeiten und es geht halt nicht, ich werde nicht auf mein persönliches Bibelstudium verzichten und auf Zeit, die ich allein mit dem Herrn verbringen muss, um dafür irgend etwas anderes zu tun.

Jemand hat neulich scherzhaft gemeint: “Nun, scheint, dass du eine Sekretärin brauchst”

Das wäre ganz nett, ja. Nun, so weit dazu.

Eine andere Sache, die mir momentan etwas Sorgen macht, ist folgende:

Ich weiß, ich hab Videos, die besonders radikal sind, die eine sehr scharfe Linie ziehen und grundsätzlich ist das wichtig. Wir brauchen geistliches Unterscheidungsvermögen und wir müssen ungesunde und falsche Tendenzen auch identifizieren und mit ihnen umgehen können.

Aber ich hab so langsam die Befürchtung, dass sich manche Leute auf die “radikalen” Inhalte stürzen, ohne die rechte Liebe dafür zu haben. Ich fürchte, dass dahinter zum Teil nicht unbedingt Liebe als Hauptmotivation ist. Mir sind schon manche sehr unbarmherzige Leute begegnet, die predigen anderen einen Ruf zur Heiligung und Hölle und Verderben in einer derart lieblosen Weise, dass es sehr großen Schaden anrichtet. Ich möchte nicht, dass irgend jemand hier eine radikale Einstellung einnimmt, einfach deswegen, weil ihm bestimmte Missstände in der heutigen Christenheit ( als gesamtes ) sauer aufstoßen.

Man kann dabei einen richtigen Hass auf Menschen entwickeln, die nicht dem entsprechen, was man selbst für richtig hält. Und ich möchte nicht, dass das auch nur im Ansatz geschieht. Der Herr Jesus hat uns aufgefordert, für unsere Feinde zu beten, unsere Feinde zu lieben. Wisst ihr, was Liebe bedeutet? Liebe bedeutet, dass man für jemanden das Beste sucht, unabhängig davon, was es mich oder den anderen kostet.

Das Evangelium ist eine Botschaft der Gnade. Es ist eine frohe Botschaft der Gnade Gottes. Ja, auf dem  Menschen, der die Gnade verwirft, auf dem bleibt der Zorn Gottes, aber Jesus ist gekommen, auf dass jeder, der glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Und wenn das nicht unsere Botschaft ist, dann haben wir ein Problem. Wir müssen acht haben, dass wir nicht in eine gewisse Selbstgerechtigkeit verfallen, die zwar christlich ist, aber dennoch selbstgerecht, sondern wir dürfen nie vergessen, wo wir herkommen. Die Schrift sagt:

Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn. ( Jesaja 53, 6 )

Wir waren allesamt auf Abwegen, wir waren allesamt auf unseren eigenen falschen und dummen Wegen, aber der Herr hat alle Schuld auf ihn, auf Jesus geworfen.

Vergessen wir das niemals, dass wir allein aus seiner Gnade gerettet sind und nicht aufgrund irgendwelcher Werke oder aus eigener frommer Kraft.

____________

Es gibt keine großen Männer Gottes, es gibt nur schwache und zerbrochene Männer eines großen und barmherzigen Gottes. Als ich jünger war dachte ich immer, wenn ich Männer betrachtete, die Gott benutzte, dass sie eine bestimmte geistliche Stufe erklommen hatten und weil sie diese Stufe erklommen hatten, Gott wirklich angefangen hatte, sie zu benutzen. Ich weiß, dass Gott mich benutzt habe, aber ich weiß, dass das alles Gnade ist.

Ich erinnere mich, wie ich vor ein paar Jahren predigte und es brach eine kleine Erweckung an der Uni aus und Menschen wurden gerettet und andere Menschen waren sehr wütend und warfen Wasserbomben auf mich, wenn ich über den Campus lief. Ich denke, das ist nicht so biblisch wie Steine, aber ich ziehe solche Wasserbomben natürlich den Steinen vor. Und deswegen dachte ein Gruppe von jungen Männern, ich sei der „Apostel“ Paulus. Und sie wollten mit mir nach Peru gehen und da bei mir sein.

Als sie Lima aus dem Flugzeug stiegen, dachten sie, ich sie der Apostel Paulus, als sie ungefähr einen Monat später wieder ins Flugzeug stiegen, beteten sie für meine Errettung.

Ich will nicht banal sein und sagen, dass wir nicht nach Heiligkeit streben sollten und Heuchelei ist ein Vergehen, dass die Seele verdammen wird. Aber Menschen sind Menschen und das ist alles, was sie je sein werden. Es gibt einen Lehrer, es gibt einen Vater und der Rest von sind Empfänger der Gnade. Deswegen liebe ich so den Apostel Johannes. Wenn er von sich selbst spricht, sagt er nicht „Der, der Jesus liebte“, denn das wäre ein großes Rühmen seiner selbst. Damit sagt man, dass man all die Gebote erfüllt hat. Er sagt: „Der, den Jesus liebte“. Ich nehme das mit Freude als einen ewigen Titel für mich an und möchte keinen anderen. „Der, den Jesus liebte“. Das ist alles, was wir je sein werden und es ist genug.

________

Das ist in der Tat sehr wichtig:

Ein ernsthaftes Bemühen um Theologie, saubere Theologie kann zu Stolz und zu einer Art sektiererischer Einstellung anderen gegenüber führen, was dich kalt, richtend und kritisch werden lässt. Auf dieselbe Weise: Ein Verlangen nach Hingabe und Erkenntnis von Hingabe, kann dich dazu bringen zu denken: „Ich selbst bin hingegeben“ und dich dazu bringen anderen gegenüber kritisch und kalt zu sein, die das nicht sind. Ebenso, was ich heute morgen ansprach, die Ethik – wirklich ein Christus-ähnliches Leben zu führen, das kann dich zu einer sektiererischen Art von Lebensstil führen, in dem du kalt und kritisch bist. Denn bei allen drei Fehlern ist die Hauptlehre Christi verloren gegangen. Nämlich die der Liebe, welche alles zusammenhalten soll. Ich sag es so. Wenn deine Ansichten bzgl. der souveränen Gnade oder deine reformierten Ansichten dich nicht dazu bringen, die leidenschaftlich zu lieben, die dir in deinen Ansichten widersprechen, dann bist du ein wandelnder Widerspruch. Wenn deine Hingabe dich nicht dazu bringt, die zu lieben und denen zu dienen, die oberflächlich im Glauben sind, dann bist du ein wandelnder Widerspruch. Und wenn deine Ethik dich nicht dazu bringt, die leidenschaftlich zu lieben und besorgt zu sein um die, die gleichsam gesetzlos Leben, dann bist du ein wandelnder Widerspruch. Es ist so wichtig, das zu verstehen.

Und ich denke, das Ganze kann man letztlich darin zusammenfassen: Christus im Zentrum zu haben. ABER – schau dir einfach all die Gruben an, in die wir fallen können. Denn dann kommen die, die sagen, wir müssen Christus-zentriert leben und sie missbrauchen das Christus-Zentriert-Sein dazu, zu sagen, dass in der Schrift nichts wichtig ist als der Charakter Christi und das rettende Werk Christi – so konzentrieren sie sich auf die Christozentrik und darauf, für die Ehre Gottes zu leben doch – sie Leben ihr Leben völlig außerhalb von all den Anweisungen der Schrift. Es gibt überall Fallen.

Deswegen sagte ein Prediger, der eine Predigt über die Wahrheit hielt. Er sagte: Das ist wie auf einer Rasierklinge zu laufen, in der Wahrheit zu wandeln: Denn du kannst auf der einen Seite herunterfallen und du kannst auf der anderen Seite herunter fallen. Sehr, sehr wichtig.

Folge Jesus, keinem Prediger

Folgendes Video ist etwas, was mir wirklich auch am Herzen liegt. Seht ihr, ich hab wirklich eine Menge Videos von Paul Washer übersetzt und für nicht englisch-sprechende zugänglich gemacht. Und ich bekomme auch dementsprechend immer wieder Mails, wo sich Leute für die Videos bedanken und sagen, wie sehr sie davon profitiert haben. Und das ist in Ordnung.

Ich denke, diese Videos sind wichtig und können zum Segen werden, aber manchmal steckt da auch eine große Gefahr drin. Paul Washer ist ein Mensch, der absolut fehlbar ist. Ich denke, er betont es selbst immer wieder

“Mit mir ist die Weisheit weder geboren, noch wird sie mit mir sterben”

Der Grund, weswegen ich mir die Mühe mache, die Washer-Videos hochzuladen, ist der: Ich habe davon profitiert. Paul Washers Predigten haben mich mehr und mehr dazu getrieben, ins Wort zu gehen, den lebendigen Gott im Gebet zu suchen, mein Leben mehr und mehr nach Gottes Wort auszurichten, die Schrift und meinen Gott mehr und mehr kennen zu lernen.

Und das soll auch der Effekt sein, wenn ich hier die Predigten von Paul Washer weitergebe. Und ich sag es mal so hart, wenn dich das Hören von Washer-Predigten über das Wort Gottes nicht ins Wort treibt, nicht in Richtung Christus treibt, nicht dahin treibt, Jesus zu folgen, ihm mehr zu folgen als du es bisher getan hast, dann lass es bitte bleiben, diese Predigten anzuhören.

Es geht nicht um irgend einen Prediger, der besonders “gesalbt” ist, dem man zuhören sollte. Ich bin in charismatisch / pfingstlichen Kreisen groß geworden, ich hab gesehen, wie Leute ihrem Wunderheiler nachgelaufen sind. Man sagte, dieser oder jener Prediger habe eine besondere Salbung und die Gabe zu heilen. Und so haben diese Prediger und Heiler sehr viele Menschen auf sich gezogen, weil der Eindruck erweckt wurde, dass sie eine Heilung, einen geistlichen Segen oder irgend eine “Geistesgabe” von Gott an den “Normalgläubigen” weitergeben könnten. Und wisst ihr, was dabei passiert ist. Es gab einen neuen Mittler. So ein Prediger vermittelte also ( in der pfingst und charismatischen Praxis durch Handauflegung )  irgendwelche Segnungen, die er von Gott an den “Normalgläubigen” weitergab und der Effekt war der, dass viele “Normalgläubige” in Abhängigkeit von irgend einem Prediger kamen und nicht von Gott, sondern von Gott DURCH diesen bestimmten “gesalbten” Prediger Hilfe erwarteten.

Einen ähnlichen Effekt kann man in der “Seelsorge” haben, und so etwas ähnliches kann auch bzgl. einem Paul Washer passieren. Dass man abhängig wird von seinen “gesalbten” Predigten.

Ja. Gott wirkt durch einen Paul Washer. Ja, Gott wirkt durch andere Männer Gottes, Gott hat durch einen Hudson Taylor, durch einen Georg Müller, durch einen George Whitefield gewirkt und die Gläubigen gesegnet. Ja, wir brauchen Lehrer, wir brauchen Leute, die Verantwortung übernehmen, die der Gemeinde das Wort Gottes predigen und das ist sehr, sehr wichtig. Und Gott hat verheißen, die Verkündigung des Evangeliums zu segnen und genau das ist auch ein zentraler Teil unserer Aufgabe, das Evangelium zu verkünden, in Wort und Tat und ich bin sehr dankbar für den Schatz an Predigern, die der Herr früher und auch heute gegeben hat.

Aber seht ihr, es ist so wichtig, dass ein jeder von uns Gläubigen allein vor Gott stehen kann, dass er, obwohl er zum Leib Christi gehört und mit den anderen Gliedern verbunden ist, doch an erster Stelle mit dem Haupt, mit Christus verbunden ist, dass er nicht irgend einen Menschen dazwischen geschaltet hat, der in irgend einer Weise wichtiger ist. Ein Mensch kann uns nicht helfen, nicht wirklich. Wenn Gott durch einen Bruder spricht, dann ist das wunderbar, aber es sollte uns näher zu Gott treiben, nicht zu irgend einem Menschen. Gott wirkt durch Menschen, aber es ist dann Gott, der diesen Menschen gebraucht, jeder Gläubige steht aber zu aller erst mal für sich allein vor Gott.

Und wir sollten immer wieder und wieder Zeit allein vor Gott in seinem Wort und Gebet verbringen. Ohne irgend einen Prediger, ohne Gemeinschaft mit anderen Menschen, so wichtig die auch ist. Nicht aus zweiter Hand leben.

Aus einem Interview mit Paul Washer

Frage: Was würdest du zu jemandem sagen, der treu und regelmäßig deine Predigten im Internet anhört, aber nicht treu und regelmäßig im Wort Gottes ist und im Gebet?

Antwort: Dazu würde ich sagen: Hörend und doch nicht hörend, sehend und doch nicht sehend. Wieder, hört zu, alle Menschen sind fehlbar, es gibt nicht so was wie einen großen Mann Gottes, nur sündige, winzige und erbärmliche Männer eines großen und barmherzigen Gottes. Du kannst dein Leben nicht leben basierend auf der Wirklichkeit anderer Menschen. Ich bewundere Männer wie z.B. John Piper sehr, aber ich kann mich nicht von John Piper abhängig machen, in einer parasitenartigen Beziehung, in der er von Gott hört und ich mich dann von ihm nähre. Ich selbst muss zum Wort gehen. Ich muss Gott selbst kennen, ich muss die Wahrheiten der Schrift selbst erfahren.

Eines der schlimmsten Übel, vor allem auch lächerlich, ist, wenn ich einen jungen Mann sehe, der eine Predigt von jemandem wie John Piper nimmt und es Wort für Wort predigt. Nicht, dass diese Wahrheit in John Pipers Predigt dann unwichtig wäre, sondern ich kann sofort sagen: Wenn die Predigt aus John Pipers Mund kommt, ist sie eine Wirklichkeit, wenn sie aus dem Munde dieses jungen Mann kommt, dann ist das, als ob ein Papagei zu mir spricht. Es ist nicht eine Wirklichkeit, es ist nichts, was er erfahren hat. Solche Leute müssen ins Wort und ins Gebet kommen. Sich selbst wegschließen.

Lass mich das sagen: Als ich anfangs in den Dienst berufen wurde, da sagte mir mein Pastor, der ein sehr gottesfürchtiger Mann war, der wirklich mit Gott wandelte, eines Tages: “Junge, kannst du allein sein?” – Als er das sagte, da dachte ich, wenn ich die Wahrheit predigen würde, dann wäre ich allein. Das meinte er nicht. Was er meinte, war das: Wenn all die anderen jungen Männer auf christliche Freizeiten gehen und zusammen in Junggesellen-Gruppen rumhängen und zusammen auf christliche Konferenzen gehen und all solches, kannst du dann allein in die Kammer gehen und deine Zeit im Gebet mit Gott verbringen. Kannst du dein Bibelstudium machen und allein mit Gott sein?

Eines der Dinge, was die jungen Männer realisieren müssen, die danach trachten, von Gott gebraucht zu werden, ist, dass du ein Mann werden musst, der mit Gott wandelt. Und nicht einmal deine dir nahestehendsten Freunde können mit dir kommen, nicht einmal deine Frau, einfach niemand. Du wandelst mit Gott im Wort Gottes und Gebet.

Eine ähnliche Frage dazu: Ist es möglich, so von der Person und dem Dienst eines Predigers vereinnahmt zu werden, dass man mehr von diesem Mann vereinnahmt ist als von Jesus Christus.

Antwort: Defintiv. Das kommt bei mir teils vor. Ich hoffe, dass ich die Wahrheit predige, ich hoffe, dass ich Dinge sage, die wichtig sind, aber ich erkenne, das ist wie bei David. Ist euch klar, dass die ersten Leute, die sich mit David zusammen schlossen, das nur taten, weil sie wütend auf Saul waren? Es gibt wirklich besonders junge Männer da draußen, die wütend auf all das sind, was sie in der heutigen “Christenheit” sehen, so, dass sich sie an die  erste radikale Stimme, die sie hören oder das erste radikale Leben, das sie sehen gleichsam anhängen möchten. Das ist sehr, sehr gefährlich. Seht ihr, das Wichtige, was wir hier beachten müssen, ist Wahrheit und Charakter. Die Idee, sich an einen radikalen Menschen, der sehr viel Eifer hat, zu hängen, einfach um der Radikalität und des Eifers Willen, ist sehr, sehr gefährlich.

Frage: Ist es möglich, den Predigtdienst z.B. von dir oder von John Piper zu lieben und doch immer noch verloren zu sein?

Oh ja, das ist sehr möglich. Das ist wirklich, sehr, sehr, sehr möglich. Du kannst von so vielen Dingen fasziniert werden. Aber du musst dich fragen: Liebe ich Christus? Verlange ich nach Christus? Manche Leute mögen diese Predigten, weil das radikal ist und sie einfach radikal sein wollen. Ich weiß auch von einer jungen Frau, die wörtlich auf ihrem Weg zur Hölle war, weil sie sich Christus nicht ergeben wollte und sie wollte sich Christus nicht unterwerfen, weil sie Angst hatte, dass wenn sie ihr Leben Christus unterordnen würde, er sie keine Missionarin werden lassen würde. Alles kann dich in die Hölle schicken.

Frage: Viele Leute betrachten dich als eine berühmte Persönlichkeit und ich weiß nicht, vielleicht möchtest du was zu den Leuten sagen, die dich als “Star” sehen?!? Vielleicht sollte das mal angesprochen werden…

Antwort: Nun, vor ein paar Jahren habe ich wo gepredigt und hatte ich entschieden, diese Woche aus dem alten Testament zu predigen. Viele, viele Leute kamen, um mich predigen zu hören. Und das Kirchengebäude wurde voller, Stühle wurden ausgebaut um mehr Platz zu haben und als ich auf die Kanzel kam um die erste Predigt zu predigen, da schaute ich nach rechts und dort saß ein Mann, den niemand kannte. Es war ein Hebräisch-Professor aus Indien und ich wusste etwas über ihn und das hat mich einfach auf so ironische Weise getroffen. Erstens war er sehr, sehr gottesfürchtig, ein sehr gottesfürchtiger Ehemann und sehr gottesfürchtiger Vater. Er hat mehr über Gott im Alten Testament vergessen als ich je wissen werde. Und ich hatte Angst, zu wissen, dass er unter den Zuhörern saß, während ich das alte Testament predigte. Und das Ironische daran, war das: Gott gebraucht oft nicht die Menschen mit dem reinsten oder edelsten Charakter oder mit der größten Erkenntnis.  Und oft ist es bei denen , die berufen sind, vorn zu stehen, so, dass eine ihrer größten Bürden und Ketten ist, dass sie wissen, dass da Männer unter den Zuhörern sind, deren Sandalen sie nicht wert sind, zu tragen, deren Namen niemand kennt und die doch viel mehr Mann Gottes sind als der, der auf der Kanzel steht. Gott gebraucht die Unedlen. Er gebraucht die Schwachen.

Etwas anderes ist: Ich weiß, dass Gott mich benutzt hat. Aber, das hat er für einen bestimmten Zweck getan. Damit die Dinge aufgezeigt werden, die falsch sind. Aber ich weiß, dass ich eben nur das bin, was ich bin. Ich bin kein John Piper. Ich bin kein großer Ausleger. Ich habe nicht den Verstand eines R.C. Sproul. Ich bin, was ich eben bin. Und Gott gebraucht manchmal Menschen wie mich. Wir sind beschränkt. Aber wir werden gebraucht.

Etwas anderes, was ich für eine sehr gute Geschichte halte, ist, dass ich einmal wo gepredigt habe und eine echte Erweckung ausbrach – und diesen Begriff verwende ich jetzt nicht leichtfertig. Manche Leute bekehrten sich. Andere hatten brennenden Zorn, warfen Gegenstände nach mir und meiner Frau als wir über den Campus liefen, aber es brach eine Erweckung aus. Danach kamen einige der jungen Bibelschüler zu mir und sagten: “Mr. Washer, dürfen wir mit Ihnen nach Peru gehen?” – Ich sagte: “Ihr könnt mitkommen und mich besuchen”. Als sie aus dem Flugzeug in Lima stiegen, dachten sie, ich sei der Apostel Paulus.  Und als sie 1 1/2 Monate später wieder zurück gingen in die USA, da beteten sie für meine Erlösung [ scherzhaft ]. Der Punkt, den ich machen möchte, ist: Ich hoffe, ich bin kein Heuchler und ich hoffe, dass ich ernsthaft Christus folgen will. Dass ich wirklich Jesus folgen möchte. Ich hoffe, dass sie niemanden sahen, der eine schlechte Nachbildung eines Christen war. Aber, alles, was sie sahen, war einfach das, was alle Männer sind. Wisst ihr. Ein Mann ist nicht mehr als das, was seine Frau sieht. Ein Mann ist, was die im nahestehendsten Personen über ihn wissen. Und alles, was diese Bibelschüler sahen, war ein Mann, der in der Gnade Gottes danach trachtete, Jesus zu folgen, dem Gott geholfen hatte bei bestimmten Diensten.

Ich versuche, das Wort jeden Tag zu studieren. Systematisch durch die Bibel zu lesen. Das ist meine Andachtszeit. Zu beten, auf meinen Knien zu sein während der Morgenwache, Auf meinen Knien zu sein während der Nachtwache, bevor ich schlafen gehe. Oder, wenn er mich weckt, ein Wächter zu sein, aber ich habe Probleme, Probleme dabei die Schrift auswendig zu lernen. Ich versuche, bestimmte Schriftstellen auswendig zu lernen und ich denke, mein achtjähriger Sohn kann das besser als ich. Zu mancher Zeit ringe ich ziemlich heftig mit Depression, aber ich bekomme größeren und größeren Sieg darüber , wegen der Wahrheiten, die ich von Jay E. Adams lerne. Leute, manchmal muss ich mich bei meiner Frau entschuldigen, manchmal muss ich meine Kinder darum bitten, mir zu vergeben. Jeder, der von Gott gebraucht wird, beweist einfach, dass Gott auch heute noch durch Felsen und Esel spricht. Mehr kann man dazu eigentlich nicht sagen. Aber ER ist treu. ER ist sehr, sehr treu. ER ist sehr freundlich.

Nun, wusst ihr, die von uns, die an die souveräne Gnade glauben, wir sollten auch welche haben anderen Menschen gegenüber. Manchmal fürchte ich mich sehr, wenn ich darüber nachdenke, was die Leute über mich denken. Manche Leute, die mich nicht mögen, sind wahrscheinlich teilweise in ihrer Auffassung auch gerechtfertigt, aber zum Teil liegen sie wahrscheinlich auch falsch. Viele Leute, die mich wirklich gern haben, die nehmen oftmals auch nicht wahr, was wirklich geschieht, was meine Schwachheiten angeht und dass ich nicht immer Christus so folge, wie ich wünschte es zu können. Wir alle brauchen das Gebet. Lasst mich das sagen. Nebenbei, diese Aussage bzgl. der souveränen Gnade stammte von David Miller, das wollte ich noch anmerken.

Wisst ihr, was ich am meisten fürchte? Es ist, dass plötzlich das Rampenlicht ausgeht und sich niemand mehr dafür interessiert, mich noch predigen zu hören. Dass das tatsächlich passieren könnte, ist nicht, was ich fürchte, aber was mir einen Schrecken einjagt ist dabei folgendendes:

In diesem Moment wird mein wahres Herz offenbart. Wie wird es aussehen? Ich hoffe, dass ich dann immer noch freudig dem Herrn nachfolgen würde, predigen würde, oder, was immer er mir als Aufgabe gibt. Aber ich denke oft darüber nach: Was passiert, wenn du eines Tages ins Gebäude läufst und niemand von dir Notiz nimmt. Manchmal ist es besser, dass jemand wütend auf dich ist, als dass niemand irgendwas dir gegenüber verspührt. Was passiert, wenn niemand wenigstens noch Ärger gegenüber dir empfindet. Wenn du völlig unwichtig bist und einfach mehr oder weniger verschwindest? Was wird dann geschehen? Wird mein Herz offenbaren, dass ich voll stolz bin, so dass ich nach solch einem öffentlichen Dienst verlange? Das ist eine gute Frage.

Frage: Kannst du noch kurz in einer kompakten Form erzählen, was du von Jay Adams gelernt hast bezüglich Depression?

Die Frage ist: Was ich habe ich von Jay Adams bzgl. Depression gelernt? Das Größte ist wohl dass, zu unterscheiden zu lernen, wann ich eine Lüge glaube, das nicht wahr ist und nicht Gottes Wort entspricht und dann meinem Herzen Gottes Wort zu predigen, anstatt mein Herz zu mir die Lügen predigen zu lassen und auf den Wirklichkeiten des Wortes Gottes zu stehen, anstatt z.B. auf Gefühlen. Etwas anderes, was ich für sehr hilfreich halte, ist, dass so viele Dinge, die uns dazu bringen würden, Menschen zu bemitleiden und zu hätscheln, eigentlich Anlass wären, diese Person dafür zurechtzuweisen, z.B. weil er eine Lüge glaubt. So oft behandeln wir uns als zu bemitleidende Opfer, während wir in Wirklichkeit eher schuldige Verbrecher sind. Das einfach anzuerkennen im Lichte des Wortes Gottes und Buße zu tun. Etwas anderes, was ich für sehr, sehr gut halte, ist, dass es nicht reicht, NEIN zum Fleisch zu sagen, NEIN zu einer üblen Angewohnheit zu sagen, sondern diese böse Angewohnheit durch das Tun des Guten zu ersetzen, mit Tugend zu ersetzen. Es ist nicht nur, abzulegen, sondern auch anzulegen und vieles davon ist sehr, sehr hilfreich gewesen.