Timotheus #10 Das Gesetz

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Nachträglich möchte ich hier noch die (Winter-)Ausgabe 10 des Timotheus-Magazins vorstellen. In der zehnten Ausgabe wird, wie in den neun Ausgaben zuvor, wieder ein Thema durchgearbeitet und von verschiedenen Seiten beleuchtet und dargestellt. Diesmal handelt es sich um das Thema „Das Gesetz“. Im christlichen Glauben hängen viele Thematiken sehr eng zusammen. Wenn wir das Kreuz richtig verstehen wollen, müssen wir  auch das Gesetz richtig einordnen und verstehen können. Das Gesetz ist grundlegend für das Verständnis des Kreuzes. Man kann nie ein grundlegendes Thema isoliert von den anderen grundlegenden Themen betrachten. Und deswegen geht es letztlich – auch wenn der Titel „das Gesetz“ lautet – wieder um das Evangelium, nur diesmal mit dem Schwerpunkt, der auf dem Begriff und Thema Gesetz liegt.

Dabei klingt das Thema erst einmal sehr trocken. Vielleicht denkt man bei „Gesetz“ an 3. Mose, an verschiedene, detailliert geschilderte Regelungen, wie Gottes Volk nun zu leben hatte und welche Anweisungen und Gebote Gott seinem Volk gegeben hat. Mir ging es damals, als ich mir mit 14 Jahren vorgenommen hatte, die Bibel durchzulesen, dass ich im 3. Mose auf der Strecke blieb, weil ich nicht wirklich einen Sinn in diesen ganzen und sehr detaillierten Schilderungen sah und was das alles eigentlich mit mir zu tun hat und wie mir das irgendwie helfen könnte.

Wichtig ist es zuerst einmal sich nicht im Detail zu verlieren, sondern grob zu erkennen, wozu das Gesetz als solches da ist, welche Funktion es gehabt haben mag und welche Funktion es heute hat. Und dazu ist diese Ausgabe des Timotheus-Magazins gut geeignet. Letztlich macht sie Hunger auf ein tieferes Studieren der Zusammenhänge, und erklärt vieles doch recht prägnant, was heute von vielen Christen oftmals nicht verstanden wird.

Dennoch ist das Thema Gesetz ein so großes, so dass dazu noch viel, viel mehr zu sagen wäre. Es ist gewiss kein langweiliges Thema, sondern immens wichtig und es ist schön, dass ein Magazin für junge Christen sich auch an dieses Thema wagt, das kein einfaches ist.

Ein paar Worte zum Design: Diesmal ist es durchaus Schlicht, aber passend. Es ist immer wieder erstaunlich, wie nahezu jedes Heft einen neuen kreativen Ansatz bietet. Das ist wirklich außergewöhnlich.

Zur Ausgabe 10:

http://www.cbuch.de/Timotheus-Magazin-Nr-10-1-2013-Das-Gesetz-p4087/
Andreas Münch: Das Gesetz des Mose
Hans-Werner Deppe: Paulus und das Gesetz
Waldemar Dirksen: Gesetz & Evangelium
Waldemar Justus: Freiheit & Gesetz
Raphael Schuster: Das Gesetz im Heidelberger Katechismus
Hans-Jürgen Holzmann: Die Zehn Gebote

Editorial

Editorial von Peter Voth:

Kaum ein Thema der Bibel wird unter Christen kontroverser und vielfältiger diskutiert als „Das Gesetz“. Auch bekannte Pastoren, Lehrer und Autoren, die in der Lehre weitestgehend einer Meinung sind, kommen beim „Gesetz“ nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Manche sind der Meinung, dass das Gesetz Gottes keine Rolle für die Nachfolge spiele. Andere wiederum sehen im Neuen Testament keine Aufhebung des Gesetzes. Zur Errettung führe das Gesetz zwar in keinem Falle, als Richtlinie für die Nachfolge sei es aber nach wie vor enorm wichtig. Auch wir konnten in dieser Ausgabe keine absolute inhaltliche Stringenz erreichen.
In den Gemeinden herrscht oft ein Klima zwischen den Polen „Gesetzlichkeit“ (selbstgemachte Gebote und Gesetze, die jegliches Vertrauen in das Evangelium vermissen lassen) und „Gesetzlosigkeit“ (Abkehr vom Gesetz in jeglicher Form). Beide Extreme sind aufgrund der Heiligen Schrift zu verurteilen. Anstatt dessen sollte ein ausgewogenes, vernünftiges, nüchternes und dierenziertes Bild des biblischen Gesetzes vertreten werden. Dazu wollen wir insbesondere mit dieser Ausgabe anregen.
Fakt ist, dass Jesus selbst bestätigte, dass er nicht gekommen sei, das Gesetz aufzulösen (Matthäus 5,17). Fakt ist auch, dass das Gesetz für einen Christen keinen Beitrag zu seiner Errettung leisten kann (Galater 3,13). Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit(!), für jeden der glaubt (Römer 10,4). Fakt ist aber auch, dass der Fluch des Gesetzes für alle Ungläubigen bestehen bleibt (Galater 3,10). Das Gesetz Gottes lässt außerdem tief in das Herz Gottes blicken. Es zeigt uns sehr klar und deutlich, wie sich Gott den Menschen vorgestellt hat. Ist es gerechtfertigt, wenn ein Nachfolger Christi ausruft wie einst David: „Wie habe ich dein Gesetz so lieb!“ (Psalm 119,97)? Wir glauben ja.