„Ich wünschte, wir hätten solches Predigen in unserer Gemeinde“

Wieder einmal ein wenig Korrektur. Ich möchte nicht, dass Leute, die z.B. den Blog lesen oder die Videos auf youtube schauen, einen allzu verzerrten Eindruck davon bekommen, welche Aufgabe und Sinn u.a. die Predigten von Paul Washer haben und was dabei zu beachten ist. Ich finde es sehr wichtig, dass da nicht jemand in irgend einer Weise in ein ungesundes Gleichgewicht kommt.

Ich möchte, dass die Videos und der Blog dienlich sind und mit Verstand und Weisheit auch von Gläubigen eingeordnet werden können. Und ein Teil davon ist, dass man nicht die geringschätzt, die vor Ort dienen, weil man einen „besseren Prediger“ im Internet gefunden hat oder ähnliches in diese Richtung gehendes.

Frage:

Manche der Leute, die deine Predigten übers Internet verfolgen, die werden irgendwie frustriert bzgl. ihres Predigers / Pastors in ihrer Ortsgemeinde. Und sie haben diesen Wunsch, dass ihr Pastor, der dort regelmäßig zu den gleichen Leuten predigt, der systematisch durch ein Buch der Bibel predigt und sie wollen, dass dieser Dienst ihres Pastors so aussieht wie dein Reiseprediger-Dienst mit der selben Leidenschaft und demselben Eifer und sie möchten im Grunde, dass ihr Pastor eine Kopie von Paul Washer ist. Welchen Rat würdest du einem jungen Mann geben, der so denkt.

Antwort:

Nun, sie wissen nicht, worum sie bitten. Hört mir zu. Manchmal komme ich aus dem Versammlungssaal raus und stehe dort mit dem dortigen Pastor und gebe den Leuten die Hand usw. und dann kommen Leute zu mir her und sagen: „Ich hab niemals was vergleichbares gehört. Das war mehr Wahrheit als ich in den letzten 5 Jahren gehört habe und ich wünschte einfach, wir hätten solches Predigen in dieser Gemeinde hier.“

Das ist einfach der Teufel, das ist so übel, das gegenüber dem Pastor zu sagen.

Oder manche sagen: „Wir haben diese Wahrheiten noch nie zuvor gehört!“

Lasst mich euch einfach was aus meiner Zeit als Pastor in Peru erzählen. Ich hab dort gelernt, dass Leute geistliche Wahrheiten nicht aufgenommen haben, weil sie sie einmal gehört haben. Manchmal habe ich über Monate über eine bestimmte Lehren oder bestimmte Themen gepredigt, die ich den Leuten vermitteln wollte. Und als ich damit fertig war, darüber zu lehren und alles ausgeschöpft hatte, was ich darüber wusste, dann fing ich an, gottesfürchtige peruanische Pastoren und gottesfürchtige Missionare einzuladen, von denen ich dachte, sie seien ein großer Segen für die Gemeinde und ich bat sie darum, zu kommen und über dasselbe Thema zu lehren. Und als die Mitglieder meiner Gemeinde das Gemeindegebäude verließen und z.B. dem eingeladenen Missionar die Hand geben, schauten sie ihn an und sagten: „Wir haben so wie heute noch nie zuvor in unserem Leben gehört“ und das ist, einfach nur um euch das zu zeigen, Teil dessen, was ein Reiseprediger zur Aufgabe hat.

Was ich ehrlich gern tue in den meisten Gemeinden, die ich besuche, ist, dass ich fast genau über dasselbe predige, worüber ihr örtlicher Prediger / Pastor predigt. Vielleicht auf eine andere Art, aber mein Predigen soll deren Dienst stützen und bestätigen. Etwas anderes. Ich wurde letztes Jahr gebeten, 3 Monate lang in einer kleinen winzigen Gemeinde in Alabama zu predigen und das habe ich wirklich geliebt, ich war so 3 Monate lang ihr Pastor in einer „engen“ Art. Und ein Haufen junger Leute, die mich wo predigen gehört hatten, die kamen da hin. Nach ungefähr zwei Wochen gingen die dann zu einem der dortigen Gemeindeleiter und sie sagten: „Wir haben eine Frage“. Der Gemeindeleiter sagte: „Ja, was wollt ihr wissen?“ Der Gemeindeleiter ist wirklich ein sehr guter Freund von mir. Und sie sagten: „Hat Bruder Paul seinen Dienst verändert? Ist er weich geworden? Hat sich etwas in seinem Leben verändert?“ Der Gemeindeleiter fragt: „Warum sollte er?“ – „Nun, weil sein Predigen so anders ist“. Er sagte: „Seht ihr, das ist weil er hier keinen Reisedienst tut, sondern als örtlicher Pastor dient. Er gibt Schafen Nahrung  auf lange Sicht“.

Aber ich möchte gleichzeitig auch die örtlichen Prediger / Pastoren warnen. Wenn ihr systematisch durch ein Buch der Bibel predigt und das langweilig ist, dann macht ihr das nicht richtig. Ich meine, wie könnt ihr durch den Epheserbrief predigen ohne Eifer? Wie könnt ihr das tun, ohne, dass das die Leute irgendwie bewegt? Ich möchte das hier von beiden Seiten betrachten, denn es gibt eine Menge Pastoren / örtliche Prediger da draußen, die ihren Schafen nichts rechtes zu Essen geben. Ich möchte dazu etwas empfehlen. Vor vielen Jahren schrieb Warren Wiersbe ein Buch namens „Walking with the Giants“  und darin hat er all die sehr kurzen, einseitigen oder halbseitigen Zeugnisse von Männern und Frauen Gottes, die durch die Jahrhunderte von Gott gebraucht wurden. Ich hab dieses Buch für mein Bibelstudium so lange bei mir getragen. Wisst ihr, warum? Wenn ich manchmal an einen Punkt kam, wo ich nicht beten wollte, einfach nicht motiviert war zu beten, da öffnete ich dieses Buch und las von betenden John Hyde in Indien oder von David Brainerd oder sonst wem und es trieb mich dazu, beten zu wollen und ich saß da und es war Montag und war nicht bereit, die Predigt für die nächste Woche in Angriff zu nehmen, einfach etwas lethargisch und ich nahm dieses Buch zur Hand und las von Alexander Maclaren, der 60 Stunden Vorbereitung für eine Predigt rechnete und das motivierte mich, das Bibelstudium wieder aufzunehmen.

Viele Leute kritisieren das Predigen in ihrer Gemeinde und liegen falsch, aber oft haben die Leute auch recht und die Pastoren studieren wirklich nicht lang genug um auf die Kanzel zu steigen und den Leuten Wort Gottes zu geben.

Geliebt IN CHRISTUS

Dieser Clip für die, die in Christus sind, die zu seinen Schafen gehören.

Du bist geliebt

Es ist mir eine große Ehre und ein großes Vorrecht, zu euch hier sprechend zu dürfen. Ich bin überwältigt von der Güte Gottes, dass er mir erlaubt und die Möglichkeit gibt, hier zu sein und das Evangelium zu hören, vom Evangelium Jesu Christi zu sprechen und Gemeinschaft mit den Gläubigen zu haben. Ich halte das für ein so außerordentliches Vorrecht.

Seid nicht mutlos. Seid niemals mutlos! Es gibt einfach keinen Grund, jemals entmutigt zu sein. Manche der größten Predigten, die jemals gepredigt wurden, die wurden nur vor 6 Leuten gehalten. Manche der größten Manifestationen Gottes haben sich nur vor einer Hand voll Gläubigen ereignet. Wir sollten nicht die Weisheit der Welt nutzen, sondern die Weisheit Gottes. Leute, wenn das einfach wäre, dann würde das jeder tun.

Es geht nicht darum, wie nützlich wir werden können oder wie erfolgreich unser Dienst zu sein scheint. Es geht darum, ins Bild Christi verwandelt zu werden. Absolut alles in unserem Leben ist darauf ausgerichtet, dass wir ihm gleichgestaltet werden.

Gott wird nicht durch Menschenhand gedient als ob er etwas von uns brauchen würde, sondern er hat es uns die Gnade erwiesen, an dem großen Werk teilzuhaben, das ER tut. Aber das große Ziel Gottes ist nicht uns zu erfolgreichen Dienern zu machen. Das große Ziel Gottes ist, uns dem Bild Jesu Christi gleich zu gestalten.

Ich merkte, dass ich nicht einen Zentimeter nach links oder rechts gehen musste, damit Gott mich liebt, dass ich nicht erfolgreich sein musste in den Augen der Welt, auch nicht voll Kraft, auch nicht redegewandt, auch nicht intelligent, noch sonst irgend etwas anderes, damit ich einfach nur geliebt war.

„Ich bin so unheilig und bin so ungerecht und bin so unverständig in den Dingen Gottes und schäme mich so“ – Darauf sagte ich: „Deine Freude, alles, deine Zuversicht, deine Freude, dein Frieden kommen aus deiner Leistung und aus dem, was du für Gott tun kannst. Meine Zuversicht, meine Freude und mein Friede kommen aus dem, was Gott FÜR MICH im vollbrachten Werk Christi GETAN HAT“. Gott wird nicht erlauben, dass deine Freude und deine Zuversicht aus irgend etwas anderem kommen als aus IHM und seiner Gnade.

Und ja, in einem bestimmten Sinne wird Gott uns als Gläubige, wenn wir fehlgehen von unserer Sünde überführen und in einem Sinne sollten wir unseren Mangel an Gehorsam mit Sorge betrachten, aber zur selben Zeit müssen wir etwas begreifen. Wisst ihr, was Gott am meisten im Leben der Gläubigen tut, nachdem sie gerettet sind? Er wirkt in ihnen nicht so viel Leben ihnen als dass er Tod in ihnen bewirkt. Nach einer kurzen Zeit, die manche Leute als „erste Verliebtheit“ bezeichnen, in der Gott dich in seiner Gnade beschützt, fängt er an, seine Gnade ein wenig zu entziehen, dass du anfängst zu sehen, dass du NICHTS tun kannst und alles von IHM abhängt.

Deswegen – wenn manche jungen Prediger losgehen und predigen – ist es so, dass wenn sie Gottes Männer sind, sie gewöhnlich Jahre mit Versagen verbringen werden. Es mag Ausnahmen geben. Ausnahmen wie Charles Spurgeon aber für die aller meisten von uns gilt: „Gott erlaubt uns, mit so viel eigenem Versagen konfrontiert zu werden. In unserem Gebetsleben. Versagen in unserer Fähigkeit, die Schrift zu verstehen, Versagen in unserem Predigen, Versagen überall, so dass wir letztlich zu einem Punkt kommen und sagen: „Oh Gott, wen im Himmel habe ich außer dir? Wen auf der Erde habe ich außer dir?“

Und dann wird es ein Werk Gottes in unserem Denken und ein Werk Gottes in unserem Herzen. Und das will ich, dass ihr es seht: Ich möchte, dass ihr eure Freude nicht aus eurer Leistung zieht, sondern aus dem vollbrachten Werk Christi. Ich möchte, dass ihr alles aus dieser einen Sache und dieser einen Person zieht! Und dann wird eure Freude und euer Frieden so fest sein wie ein Fels, der unwandelbar fest steht. Aber wenn eure Freude und euer Frieden und alles aus eurer Leistung kommen, dann werdet ihr den Rest eures Lebens folgendermaßen verbringen:
Jemand kam mal zu mir her und sagte das: „Weißt du, wenn du dies und das tun würdest, dann würde sich dein Dienst vergrößern, du könntest übers Fernsehen nachdenken und über all diese Möglichkeiten und alles würde so großartig werden…“

Nachdem er fertig war, sagte ich: „Aber, wenn ich all das tun würde, wo würde ich da die Zeit zum angeln finden?“  – Und er schaute mich so an und ich wusste was er dachte: „Du bist der ungeistlichste Christ, der mir jemals begegnet ist!“ Und ich schaute ihn an und sagte: „Ich war dort, ich habe einen großen Teil meines Lebens als Christ damit verbracht, mich zu Tode zu arbeiten, so dass Gott irgendwie denken würde, ich sei etwas besonderes. Ich brauche weder diesen Dienst noch jenen Dienst, noch die Dinge, über die du gesprochen hast. Ich weiß, dass ich tief, ewig und vollkommen geliebt BIN. Wenn Gott will, dass ich etwas tue, dann werde ich das tun, weil er mich so sehr liebt. Aber ich muss weder groß, noch klug, noch redegewandt sein,  ich brauche keinen gewaltigen Dienst und ich muss auch nicht einen bekannten Namen haben. Gott liebt mich und das ist genug! Ich will dich als Gläubigen hier wissen lassen: Gott liebt dich!

„Der größte Akt des Glaubens ist, die Toten aufzuerwecken! Junge, wenn du Gottes Glauben hast, dann kannst du die Toten auferwecken!“ – Ich sage darauf immer: „Ach was!“ – Sie fragen: „Was ist denn der größte Akt des Glaubens?“ – Für mich ist es das: „In den Spiegel des Wortes Gottes zu sehen, all mein Versagen, all meine Sünde, all mein zu kurz kommen zu sehen und dann zu glauben, dass Gott mich so liebt, genau so wie er sagt, dass er es tut“. Er liebt dich wirklich. Du bist geliebt, wenn du in Christus bist. Du bist angenommen, wenn du in Christus bist. Du läufst immer mit einem Sicherheitsnetz unter deinen Füßen. Das ist eine wunderbare Sache. Gesetzliche Christen mögen so etwas nicht sonderlich, aber für mich ist das etwas wunderbares. Für jemanden, der nie all diese Dinge erreicht hat, wie es andere Leute geschafft haben, ist das eine wunderbare Botschaft.

Lasst uns unsere Bibeln für  Römer 3 ab Vers 23 öffnen:

Denn es ist kein Unterschied: Alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes, so daß sie gerechtfertigt werden ohne Verdienst, durch seine Gnade, mittels der Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott zum Sühnopfer verordnet, durch sein Blut, für alle, die glauben, zum Erweis seiner Gerechtigkeit, wegen der Nachsicht mit den Sünden, die zuvor geschehen waren unter göttlicher Geduld, zur Erweisung seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist. Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen? Durch welches Gesetz? Das der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens!

Dr. Martin Loyd Jones sagt: „Das ist die Akropolis, die Festung des christlichen Glaubens, möglicherweise die gewaltigste und wichtigste Passage in der ganzen Bibel“

Das, was ich gerade gelesen habe, ist möglicherweise die wichtigste Passage in der ganzen Bibel. Hast du sie gelesen? Verstehst du sie? hast du darüber gebrütet? Denn hier finden wir die größte und überwältigendste Wahrheit. So viele Leute lesen das und das einzige, woran sie sich erinnern ist Römer 3, 23 ( „ermangeln der Herrlichkeit Gottes“ ) und doch ist – zumindest meiner Auffassung nach – diese Passage die wichtigste Passage in der ganzen Bibel. Und um das Kreuz Jesu Christi zu verstehen, müssen wir diese Passage verstehen.

Ich bin so unheilig und bin so ungerecht und bin so unverständig in den Dingen Gottes und schäme mich so.

Ich sagte: Meine Zuversicht, meine Freude und mein Friede kommen aus dem, was Gott FÜR MICH im vollbrachten Werk Christi GETAN HAT.

Weiterführend: Was hat Christus am Kreuz vollbracht?