Paul Washers Bekehrung

Paul Washers Geschichte

Meine Mutter wurde bekehrt als sie zwölf Jahre alt war in einer kroatischen Familie, ihre Eltern waren nach Ellis Island gekommen. Meine Großmutter mütterlicherseits wurde oft wegen ihres Glaubens verfolgt, denn wenn man kroatisch war, war man normalerweise auch römisch katholisch. Du warst fast ein Vaterlandsverräter, wenn du die katholische Kirche verlassen hast. Und die einzige evangelikale Gemeinde, die man besuchen konnte, war serbisch. Und die Katholiken und Serben waren ständig im Zwist. Dass meine Großmutter den Katholizismus verlassen hatte und mit Serben Gemeinschaft hatte, wurde dort sehr verachtet. Sie litt.

Meine Mutter war im Haus ihrer Freundin und diese Familie waren Baptisten und in dem Moment spielte sie gerade mit Puppen im 1. Stock. Und die Familie war um das Klavier herum versammelt und fing an, Glaubenslieder zu singen. Und meine Mutter sagte, sie hörte diese Lieder, aber plötzlich überfiel sie so eine große Zerknirschtheit und so ein Weinen über Sünde, so dass anfing dermaßen hysterisch zu weinen, so dass sie aufhörten Piano zu spielen und zu ihr hoch rannten, weil sie dachten, sie sei verletzt. Sie gaben ihr das Evangelium weiter bezüglich ihrer Sünde und so wurde sie bekehrt.

Meine Mutter heiratete dann meinen Vater und seine beiden Eltern, meine Großeltern waren welche der ersten Missionaren, baptistischen Missionaren in Brasilien in den damaligen 20 und 30er Jahren des 20 Jahrhunderts. Aber mein Vater hat wurde nie bekehrt, zumindest weiß ich nichts davon. Als ich 17 war, da machten wir draußen einen Zaun und er schrie und ich packte ihn wir fielen auf den Boden und er war tot. Ich habe ihn niemals Glauben an Christus bekennen hören. Zu der Zeit fing gerade die Basketball-Saison an und so was. Ich war einer der Team-Führer und der Präsident des Beta-Clubs oder der Ehrengesellschaft. Innerhalb von ein paar Monaten hab ich es geschafft, aus der Mannschaft und aus der Ehrengesellschaft herausgeschmissen zu werden und ich hab viel getrunken und die Leute sagten, dass das Drama des Todes meines Vaters zu all dem geführt habe – das hab ich auch selbst gesagt – aber in Wirklichkeit, so verstand ich schnell als ich ein Christ geworden war, war es so, dass der Tod meines Vaters meinem Fleisch eine wundervolle Möglichkeit gab, all das zu tun, was es immer schon tun wollte. Es zeigte sich einfach, was ich WIRKLICH war.

Ich war ein Lügner, wohl der beste Lügner, ich weiß nicht genau, wie ich mich beschreiben soll, aber wenn du das Wort “Drecksack” im Wörterbuch nachschlägst, dann hast du dort mein Bild, ein aufgeblasener, egozentrischer Drecksack. Und ein paar Jahre lang besuchte ich die Mary-State-University und entschied mich, ein Anwalt in der Ölindustrie zu werden. Wie ich diese Idee bekam, das weiß ich nimmer wirklich. Und die einzige Möglichkeit, das zu studieren, fand sich in Oklahoma oder Texas und ich kam dann an die University of Texas. Während ich da war, dachte ich mir selbst: Ich kann mein Leben verändern. Nicht so ein Drecksack zu sein, nicht so egozentrisch zu sein, nicht so ein Lügner zu sein. Und nichts veränderte sich. Nach ein paar Monaten fand ich mich genau an dem Punkt wieder, an dem ich immer war. Ich kam dann an der Universität of Texas an ein Stelle , die Plaza 25 hieß und ich bemerkte eine Gruppe von jungen Typen, die einfach anders schienen, die einfach einen sehr andersartigen Eindruck machten. Nach einer Weile bekam ich dann mit, dass das Christen waren und die Bibel studierten und solche Dinge taten, aber ich hab denen nicht große Aufmerksamkeit geschenkt.

Eines Nachts im Februar, nachdem ich das Semester dort verbracht hatte und mein Leben wirklich komplett versaut hatte, da saß ich gegen 1 Uhr nachts auf meiner Bettkante. Und ich war ziemlich übel auf Steroiden. Ich hab die ganze Zeit Gewichte gehoben. Ich war darin nicht besonders gut, aber ich hab die ganze Zeit Gewichte gehoben und ich erinnere mich daran, dass ich geweint hatte und hab mir selbst immer wieder gesagt: “Ich bin so erbärmlich. Ich bin so erbärmlich!”. Und ich schaute runter, ich hatte einiges an Steroiden da und ich überlegte: “Wenn ich die so einfach als Pillen nur alle so runterschlucken und sterben könnte!”

Aber ich wusste genug von meiner Mutter und ich glaubte, dass es irgend was Höheres geben muss. Wisst ihr: So was tust du nicht. Und wieder und wieder sagte ich zu mir: “Ich bin so erbärmlich. Ich bin so erbärmlich”. Und es war gegen 1 oder halb 2 und jemand klopfte an meine Tür. Und ich dachte: WER ist das? Und vor der Tür stand der Studienanfänger, sein Name war Mike und er stand vor mir – er war kein großer Typ, vielleicht so 1,75 m groß – und er hatte irgendwie Angst. Und ich schaute ihn mit fragendem Blick an.

Und er sagte: “Du wirst mich wahrscheinlich zusammenschlagen…”

Ich dachte: Da hast du wahrscheinlich recht. “Was ist denn los?”

Er sagte: “Ich muss mit dir sprechen”

Und obwohl ich in jetzt ein wenig kannte, kannte ich ihn jetzt nicht näher. “Worüber möchtest du denn mit mir sprechen?”

Er sagte: “Schau, Gott hat jetzt 2 Wochen an mir gearbeitet, dass ich zu dir rüberkommen muss und mit dir sprechen muss, ich habe Angst und kann es nicht mehr länger aushalten. Ich MUSS mit dir sprechen.”

“Was?”

“Gott will, dass ich dir etwas sage”

Und dann dachte ich: Das ist jetzt wirklich seltsam. Da kommt ein Typ rüber mit einer Botschaft von Gott. Und ich sagte: “O.k. Was?”

Er sagte: “Du bist einfach erbärmlich und du wirst weiterhin erbärmlich bleiben bis du dein Leben Jesus Christus übergibst”

Und wir haben so bis 4 oder 5 am Morgen gesprochen. Und es hat mich wirklich getroffen. Und meine Mutter hatte mir einmal eine Bibel gegeben. Die fand ich und hab ich gelesen. Und ich kam in den Psalm 103

Eines Menschen Tage sind wie Gras; er blüht wie eine Blume auf dem Felde; wenn ein Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennt sie nicht mehr; ( Psalm 103, 15-16 )

Das machte zornig. Denn genau das wusste ich. Ich erinnere mich als ich auf der Beerdigung meines Vaters war. Er war ein wirklich brillanter Mann, der auch viel Einfluss hatte, da hätte man viel über ihn erzählen können. Aber bei seiner Beerdigung sprachen die Leute über andere Dinge. Wie übers Wetter, über Sport, über die Arbeit und ich dachte:

Dieser Mann ist gerade erst gestorben. Sollten nicht alle einfach mal ruhig sein für eine Weile und über ihn nachdenken? Und der Vers, den ich da las, hieß ja:

[…] wenn ein Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennt sie nicht mehr; […]

Es ist als ob er niemals je existiert hat. Ich wurde wütend und hab mehr oder weniger die Bibel aufs Bett geschmissen. Und dann lief ich rüber und hob sie wieder auf. Und dann stand da:

aber die Liebe des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten,

Und dieses “von Ewigkeit zu Ewigkeit “ blieb mir besonders hängen.

Ich denke, ein paar mal in dieser Zeit besuchte mich jemand und dann war ich in der Bibliothek , in der Studenten-Bibliothek in Texas und wir hatten da diesen – wie soll man sagen – Wettbewerb gegen fiktive andere Öl-Firmen, gegen andere Studenten und wir haben uns mit einigen Öl-Studien befasst und das Mädchen aus unserem
Team kam zu mir her und sagte: “Ich schmeiße morgen Abend eine Party. Warum kommst nicht zur Party?”

Ich war wirklich jemand, der auf Partys war und gefeiert hat, aber ich war inzwischen an einen Punkt gekommen, wo ich selbst das nicht mehr getan hab. Ich hab mich statt dessen einfach ganz allein in eine Bar gesetzt und getrunken. Und ich schaute sie an und sagte: “Nun nee, ich denk nicht, dass ich zu deiner Party komme”. Und sie sagte: “Warum nicht? Du machst nie irgend was mit uns! Warum kommst du nicht zu der Party?”

Und das, was ich jetzt erzähle, das ist wirklich geschehen. Ich hab über diese meine Antwort nicht nachgedacht, ich hab mir diese Antwort nicht beabsichtigt, diese Antwort kam aus meinem Mund und schockte mich selbst genauso wie jeden anderen, der im Raum war. Ich sagte: “Ich werde nicht zu deiner Party kommen, weil ich jetzt ein Christ bin und Jesus folgen werde”. Und ich sah die Jungs sich alle umdrehen und mich ansehen, denn sie wussten, was für eine Art von Typ ich war. Ich hab getrunken, gelogen, lauter solche Dinge und sie schauten mich an und wie sie mich anschauten, da merkte ich überhaupt erst, WAS ich da gesagt hatte.

Das war wie, wenn ein Licht plötzlich anging. Nein, es war kein wörtliches Licht, man kritisiere mich nicht für diese Aussage, das ist einfach eine Metapher. Es war wie als ob ich plötzlich auf einmal sagen konnte: “Ja, genau DAS ist es, was ich tun werde. Ich glaube an Jesus. Ja. Das tue ich. Ich glaube an Jesus”. Ich sitze da vor den Leuten und sag: “Ja, genau, ich glaube an Jesus. Ich glaube wirklich an Jesus”.

Und ich lief dann da raus und ich fing an, schneller zu laufen und ich fragte mich: “Was ist mir da eigentlich geschehen? Was ist mir passiert. Ich fühlte mich, wie als ob das was ganz neues war”.

Und ich erinnere mich, wie ich an die Ausgangstüren der Bibliothek kam und ich öffnete sie. Und da kam ein Mädchen rein, das da auch im selben Studentenwohnheim gewohnt hat – und das wusste ich nicht. Eine ganze Gruppe von Leuten aus dem Studentenwohnheim hat für mich gebetet seit ich dort eingezogen war. Sie war eine aus dieser Gruppe. Als ich die Tür öffnete, da sagt sie: “ …Paul… Paul… was ist mit DIR geschehen?”

Und dann hab ich einen Schrecken bekommen, wirklich einen Schrecken bekommen. Ich sagte so was wie: “Ich weiß nicht”

Und ich rannte mehr oder weniger davon. Ich lief, rannte, so schnell wie ich konnte zurück ins Apartment, wo ich diesen Typen fand. Ich sagte: “Mike, Mike, ich hab wirklich Angst. ETWAS ist mit mir in der Bibliothek geschehen. Alles, was ich weiß, ist: “Ich glaube an Jesus und ich bin neu”. Und er sagte: “Du siehst neu aus” Und er nahm mich runter zu dem Typen, der dort wohl das Bibelstudium geleitet hatte namens Mike Martin. Und all die Leute, die da zusammen die Bibel studierten und so eine Art “Leiter” waren von verschiedenen christlichen Unternehmungen an der Uni, saßen um mich herum. Ich setze mich und fing an, ihnen alles zu erzählen, was geschah. Ich werd nie vergessen, wie einer von denen rief: “Du bist wiedergeboren”
Für mich war das so wie: Was ist denn DAS?”

Und dann bemerkte ich etwas. Ich hatte wirklich die schmutzigsten Worte im Mund und das hörte auf. Aber ich sage euch, was nicht aufhörte:

Das Lügen.

Und nach der Freude dieses Tages, dann fing ich darüber nachzudenken, dass ich Leute anlog. Es hatten sich so viele Dinge in meinem Leben geändert, aber dann sprach ich mit jemandem und plötzlich rutschte mir was raus, was einfach gelogen war. Und vor meiner Bekehrung konnte ich einfach drüber hinweg gehen, das hat mich nicht geplagt. Ich war stolz auf mein Leben ich konnte jeden alles mögliche glauben machen. Aber nach meiner Bekehrung wurde ich vom Heiligen Geist so sehr bedrückt und so beschämt, dass ich zurückgehen musste und sagen musste: “Du, ich hab gerade gelogen”

Und diese Züchtigung ging weiter. Und das ist erstaunlich: Manche Dinge z.B. das Trinken und Fluchen, das hörte einfach punktuell auf, aber andere Dinge, wie das Lügen, blieben da und die brachen mich ständig. Und der Herr gab mir mit der Zeit Sieg drüber.

Meine Frau sagt, dass ich in Superlativen spreche. Alles ist für dich das Tollste. Alles ist für dich das Größte. Und selbst bei Übertreibungen überführt der Herr mich davon, dass das so nicht ganz wahr ist. Es kann sein, dass manche von euch für den Herrn brennen und ihr jemanden seht, der in eure Kreise kommt und es scheint, dass der Herr an ihm gewirkt hat, er aber in einem Bereich seines Lebens wirklich um Veränderung ringt. Achtet ihn nicht gering und sagt nicht, er sei unbekehrt. Manchmal schenkt der Herr von so vielen Dingen Freiheit, aber mit anderem lässt er uns länger kämpfen.

Und es war so: Am nächsten Tag kam diese Gruppe, die die Bibel studiert hat, zusammen und sie kauften mir eine ganz große alte Ryrie-Studien-Bibel. Eine New American Standard-Ryrie-Study-Bible. Und ich trug dieses Teil in den Unterricht. Ich erinnere mich an den 2. Tag als Christ. Da lief durch die Einkaufsstraße für die Studenten dort und ich hörte da drüben einige Leute und da sprach so ein Typ. Und ich fragte mich, was der da den predigt. Und er predigte darüber, warum freier Sex gut ist und Ehe nur eine künstliche Einrichtung sei und er war einfach ein Sprachrohr für Sündhaftigkeit. Ich werd das nie vergessen. Etwas packte mich einfach und ich ging zu der Menschenmenge rüber und rief: “Du lügst! Du bist ein Lügner! DAS ist nicht wahr”. Und wisst ihr, das war der Anfang meines Straßen-Predigens. Mein Dienst war definiert. [ scherzhaft ]

Eine andere Sache war: Als ich ein 14 oder 15 jähriger Junge war, da hatte ich ständig Träume, also nicht jede Nacht, aber immer wieder. Ich hatte Träume, in denen ich predigte. Und ich bin weinend aufgewacht und sagte Gott: “Ich lass mich retten, wenn du mir versprichst, dass ich nicht predigen muss”. Als ich ein Christ wurde, da wusste ich schon, dass ich eines Tages predigen werde und ich fing an, dort in diese Studenten-Einkaufsstraße zu gehen und Traktate zu verteilen und so was und das war eine wirkliche Veränderung für mich, weil es ging von meinem Selbstbild eines coolen Typen mit einem wirklich coolen Auto dahin, dass z.B. Mädels deine Traktate nehmen, über dich lachen und sie nach dir werfen und es war eine Zeit, wo es einfach darum ging, das Fleisch zu töten. Aber Gott ist treu gewesen. Gott ist treu gewesen.