Eine Grundlage für Moral?

Folgendes Video entstammt aus James Whites Radio-Sendung „The Dividing Line“, wo er immer wieder auf verschiedendste aktuelle Themen zu sprechen kommt, die besonders mit dem christlichen Glauben und Weltbild in Zusammenhang stehen. Vor kurzem kam er auch auf ein Buch von Dr. Michael L. Brown zu sprechen (A queer thing happened to America), der in diesem die Geschichte der Homosexuellen-Bewegung in den USA betrachtet hat und aufzeigt, was noch in nächster Zeit aus dieser Richtung zu erwarten ist. Weiterhin verteidigt Brown die traditionelle Auffassung von Familie, die ja immer mehr in der westlichen Gesellschaft in Frage gestellt wird. Brown hat sich dazu auch an einer öffentlichen Debatte beteiligt, in der er gegen einen Vertreter der anderen Seite antrat.

Dr. Brown

In der jüngsten Sendung der „Dividung Line“ nahm eine Anruferin nun Bezug auf die Aussage von James White, dass bereits Kindergartenkindern Homosexualität nahegebracht wird, was er als „Indoktrinierung“ bezeichnete.

Die nun folgende Diskussion mag zwar nicht völlig repräsentativ sein, aber sie legt so Manches offen. Ich sehe das als Fortsetzung zu den Beiträgen in letzter Zeit: Worin Gründen wir unsere Moral, unsere Ethik unsere Weltanschauung? Und welche Konsequenzen können sich daraus ergeben?

Erweitertes Vorwort:

Die folgende, kurze, nicht allumfassende Diskussion zielt NICHT darauf, Homosexualität als solche mit der Pädophilie als solcher oder mit dem Nazionalsozialismus als solchem auf eine Ebene zu stellen. Es geht nicht darum zu zeigen, dass Homosexualität als Vorstufe der Pädophilie verstanden werden sollte. Es geht aber darum, aufzuzeigen, dass eine Ethik, die von menschlicher Kultur, von menschlichem Denken her begründet wird, durchaus in eine Richtung gehen kann, die sehr unschön sein kann. Wenn die Grundlage einer Moral den Variablen menschlichen Denkens und Wollens entspricht, kommen wir letztlich sprichwörtlich in Teufels Küche. Es mag hier in sehr drastischer und womöglich anstößiger Weise aufgezeigt werden, aber es sind letztlich die möglichen Konsequenzen eines solchen Denkens. Und solch ein Denken sollte nicht verharmlos dargestellt werden. Man verstehe das richtig:

Es geht hier NICHT um den einzelnen Homosexuellen, der nicht unbedingt ein schönes und fröhliches Leben haben mag und dem von Menschen auch Unrecht getan worden sein mag. Es geht hier nicht darum, Klischees zu bedienen oder einzelne Menschen zu diffamieren oder zu verunglimpfen. Es geht um das Denksystem, das hinter der populären Rechtfertigung für alles Mögliche steht, was man eben gerade rechtfertigen möchte. Mit dem gleichen Argument rechtfertigt man ja auch z.B. illegale Film- und Musik-Downloads im Internet. Wenn es heißt „das macht doch heutzutage JEDER“, bedient man sich ebenso dieser Argumentation, die Moral an das Denken einer Gesellschaft, einer Kultur oder einer menschlichen Institution kettet. Abschließend gibt es noch eine Literaturempfehlung zum Thema „Homosexualität“, die – sagen wir – etwas einfühlsamer ist.

Ich habe dieses Video auf youtube auf „nicht-gelistet“ gestellt, damit es nicht ohne Kontext weitergegeben wird. Ich betone das hier, weil es sich hier um eine sehr emotional belastete Thematik handelt, bei der es manchen Menschen (teilweise durchaus verständlicher Weise) nicht leicht fällt, einen kühlen Kopf zu behalten, weil so viel Emotion hochkommen mag, die damit verbunden ist. Ich möchte aber, dass wir hier klar Denken und uns überlegen. Ist es sinnig, Ethik und Moral auf die Variablen menschlichen Denkens, menschlicher Kultur zu bauen? Ich denke nein, denn das kann sehr böse enden. Das Ganze zeigt m.E. klar die Notwendigkeit einer letzten Instanz auf, die nicht der Mensch selbst ist. Viele Menschen wollen durchaus keinen Gott haben, der festgelegt hat, was richtig und falsch ist; aber richtig und falsch dem Mutwillen menschlichen Denkens auszuliefern, finde ich persönlich naiv; selbst, wenn man an keinen Gott glauben mag.

Eine Grundlage für Moral?

White: Lasst und mit Alex sprechen. Hallo Alex

Alex: Hi

White: Hi

Alex: Ich möchte nur ein paar Kommentare abgeben bzgl. Einem Video von Ihnen, das ich auf youtube sah, wo Sie die Aktivitäten der Homo-Lobby gesprochen haben

White: Ist es ein neueres Video, wie ich annehme?

Alex: Ja, es ist letzte Woche hochgeladen worden.

White: Ja, dann erinnere ich mich, welches Video Sie meinen.

Alex: Es ging da um gleichgeschlechtliche Ehe

White: Ja

Alex: Sie sprachen darüber, wie diese Thematik bereits an Kinder herangetragen wird, wie sie da schon indoktriniert werden.

White: Ja

Alex: Es geht hierbei einfach nur um Bildung.

White: Es geht also nur um Bildung?

Alex: Ja

White: Also, wenn man Kindern im Kindergartenalter gleichgeschlechtliche Ehe nahebringt, dann ist das einfach nur Bildung?

Alex: Man erzählt den Kindern, dass es so was gleichgeschlechtliche Ehe gibt.

White: Sollten das nicht eigentlich die Eltern des Kindes machen?

Alex: Die Eltern machen das nicht.

White: So ist es also die Aufgabe des Staates, Kindergartenkindern die Homosexualität nahezubringen als Teil der Bildung?

Alex: Ich denke, man kann über das Alter diskutieren, wann man das macht. Ich denke aber, dass dieses Thema durchaus aufkommen muss.

White: Wie ist es mit Pädophilie? Sollte man auch darüber sprechen? Die, die diese „Richtung“ vertreten, nennen es „zwischengenerationale Intimität“. Diese Position gibt es auch.

Alex: Das ist in unserer Kultur nicht anerkannt.

White: Unsere Kultur soll also bestimmen, was wir kleinen Kindern beibringen?

Alex: Ja

White: Daher kommt also unsere Moral? Von unserer Kultur?

Alex: Viel davon, ja.

White: Wirklich? Als die deutsche Kultur den Judaismus als Seuche identifiziert hatte, war das in Ordnung, weil es das war, was die Kultur sagte?

Alex: Nein, denn Nazi-Deutschland stand im Widerspruch zu anderen Kulturen

White: Ach so. Die deutsche Kultur stand im Widerspruch zu anderen Kulturen. Entscheidend ist also nicht, was eine einzelne Kultur glaubt, sondern, was alle Kulturen insgesamt glauben?

Alex: Unsere Kultur stimmte dem Massenmord unter den Nazis nicht zu und griff deswegen Deutschland an.

White: Also hat die Kultur Recht, die die größere Armee hat? Was, wenn die Deutschen gewonnen hätten und deswegen deren Kultur vorherrschend wäre? Wäre sie dann richtig?

Alex: Deswegen haben wir die Regierung, die verschiedene  politische Richtungen vertritt, die es in einem Land gibt

White: Denken Sie, Adolf Hitler ließ zu, dass die Leute über bestimmte politische Fragen abstimmen durften?

Alex: Nein, Adolf Hitler nicht, aber unsere gegenwärtige Kultur erlaubt uns das.

White: Aber Alex, was ich Ihnen aufzeigen möchte, ist, dass Sie absolut gar keine sinnige Grundlage für Moral haben. Wenn Sie sagen, dass „richtig“ und „falsch“ davon bestimmt wird, was unsere Kultur denkt, dann wäre das, was Hitler den Juden getan hat, richtig gewesen, entsprechend Ihres Denkens. Das gibt wenig Sinn.

Alex: Aber es gibt viele andere Gruppen…

White: Was meinen sie mit anderen Gruppen?

Alex: Es gab viele andere Gruppen, die Hitler ebenso verfolgte wie die Juden.

White: Ja…?

Alex: Hitler hat auch Homosexuelle verfolgt.

White: Worauf möchten Sie hinaus? Wenn also Hitler gewonnen hätte, wenn seine Armeen unsere Armeen besiegt hätten, so dass die deutsche Kultur vorherrschend geworden wäre und nicht anders herum, und Ihr System stimmt, dass eine Kultur durch ihre Auffassungen entscheidet, was richtig oder falsch ist, dann wären die Taten Nazi-Deutschlands richtig gewesen, entsprechend dem, was Sie hier bisher gesagt haben.

Alex: Nein, es gibt einen Unterschied zwischen Kultur und Regierung. Wenn die Leute mit der Regierung nicht übereinstimmen, dann setzen sie die Regierung ab.

White: Wirklich? Haben Sie, Alex, viel Geschichte gelesen? Haben Sie eine Vorstellung davon, wie Regierungen handeln, wenn es an diesen Punkt kommt? Haben Sie mitbekommen, dass in Syrien gerade die Regierung weniger als 10 Prozent der Bevölkerung repräsentiert, aber natürlich über den Rest von 90 Prozent der Bevölkerung ebenso regiert und deswegen tausende als Ergebnis davon sterben? Die Regierung wurde von der Bevölkerung nicht einfach abgesetzt.

Alex: Es wird sich eines Tages ändern, es wird nicht immer so bleiben.

White: Also entscheidet darüber, was richtig und falsch ist, worin sich eine Gesellschaft mit der Zeit einig wird? Richtig und Falsch verändern sich im Laufe der Zeit? Oder etwa nicht?

Alex: Doch, Richtig und Falsch ändert sich. Es gibt kein absolutes Richtig oder Falsch. Richtig oder Falsch werden davon bestimmt, was das Beste für eine menschliche Gesellschaft im Allgemeinen ist.

White: Und wie bestimmt man, was das Beste ist? Denn die russische Auffassung ist davon anders als die französische Auffassung, die wiederum mit der norwegischen Sicht nicht übereinstimmt, wenn es darum geht, was das Beste für eine Gesellschaft ist.

Alex: Es geht darum, was tatsächlich funktioniert.

White: Also es geht darum, was funktioniert? Das ist dann eine pragmatische Sache. Denke man, das römische Reich funktionierte wirklich gut für 1000 Jahre. Ist das dann unser Vorbild, wenn es funktioniert?

Alex: Das römische Reich hat nicht funktioniert, es ging unter.

White: Nach 1000 Jahren. Die USA bestehen vielleicht seit 200 Jahren  in dieser Form.

Alex: Die Gesellschaft verändert sich ständig und entwickelt sich weiter. Sie bleibt nie dieselbe.

White: Vor 40 Jahren hatten wir Leute, die anfingen, Homosexualität zu promoten. Gerade jetzt sind wir in derselben Situation, wo Pädophile anfangen, „zwischengenerationale Intimität“ zu promoten. Wenn in 40 Jahren die, die „zwischengenerationale Intimität“ promoten, es geschafft haben, Leute in Hollywood dazu zu bringen, liebenswürdige Pädophile in Filmen auftreten zu lassen, es dazu noch etwas wie die Stonewall-Unruhen gibt usw. und als Folge davon, in 40 Jahren die „zwischengenerationale Intimität“ nun in unserer Gesellschaft eine populäre Anschauung geworden ist, dann wäre Pädophilie in Ordnung, entsprechend Ihres Denkens, oder?

Alex: Da werde ich jetzt nicht darauf eingehen, denn darüber spreche ich nicht.

White: Nun, Sie werden darauf nicht eingehen, weil das demonstriert, dass ihre Position inkohärent und irrational ist. Deswegen werden Sie darauf nicht eingehen. Das ist der einzige Grund, weshalb Sie nicht darauf eingehen werden, denn ihr Denksystem gibt keinen Sinn.

Alex: Nein, das ist völlig anders, man kann das nicht mit Homosexualität vergleichen.

White: Nein, wo ist es anders? Die Leute, die zwischengenerationale Intimität propagieren, sagen, dass sie so geboren worden sind. Dass es eine natürliche Veranlagung in Ihnen ist, dass das ein Teil dessen ist, was sie sind. Sie sprechen ihnen ihre Bürgerrechte ab, Sie sprechen ihnen das Recht ab, glücklich zu sein. Sie sprechen ihnen das Recht auf Erfüllung ab! Wer denken Sie, sind Sie, Alex!

Alex: Ich habe zu diesem Thema keine Meinung.

White: Danke für ihren Anruf.

Hier haben wir die Essenz des säkularen Denkens gesehen. Inkohärent und nicht dazu in der Lage, die Grundlagen seiner eigenen Annahmen zu überdenken. Erstaunlich. Aber Leute, so läuft unsere Gesellschaft. Und will man das Denken zum Tragen bringen, wird darauf nicht eingegangen.

Abschließend noch, wie angekündigt, ein Literaturhinweis.

Ich habe das folgende Buch vor einiger Zeit gelesen und es gibt nachvollziehbaren Einblick in das Denken und Fühlen eines „homophilen“ Christen. Ich kann das durchaus insofern nachvollziehen, dass ich von mir weiß, dass ich selbst als „heterosexueller“ Mann eben durchaus auch sexuelle Anziehung zu Frauen empfinden kann, die eben nicht meine Frau sind – und  als Single wünscht man sich manchmal durchaus, überhaupt eine Frau zu haben, aber das ist  ein anderes Thema.

Ist Veränderung möglich?


Rezension in »komm Nr. 3/2010«:

Unter dem o.g. Pseudonym schreibt der Autor offen und ehrlich über seinen langen Weg als Homosexueller hin zu einem glücklichen Ehemann und Vater. Bereits als 12-13-Jähriger kreisen seine Gedanken um gut aussehende Jungen. Während seines Zivildienstes entscheidet er sich für ein Leben mit Jesus und arbeitet in einer Gemeinde und christlichen Gruppen an der Uni mit. Als in seinem Studentenwohnheim ein Internetzugang eingerichtet wird, kommen angeregt durch gewisse Seiten die homoerotischen Phantasien wieder. Aus Kontakten im Web ergeben sich »One-Night-Stands«, dann sogar längere Beziehungen zu Männern. »Sebastian« beschreibt zum Einen das mühsame Auf und Ab seiner Gefühle, aber auch seine allmähliche Veränderung durch Erkenntnisse aus dem Wort Gottes und im Hinblick auf seine eigene Seele, und wie ihm andere Christen geholfen haben.

»Ich würde lügen«, so gibt er heute zu, »ich wäre nun … frei von jeglicher Versuchung im homosexuellen Bereich … Gefühle … tauchen zwar noch hin und wieder auf, sind aber weit davon entfernt, das Denken und Handeln zu bestimmen …«

Das Buch wird abgerundet durch einen Grundsatzartikel von Gerrit Alberts und einer Liste von Adressen und Literaturempfehlungen zum Thema. (Markus Wäsch)