Warum so hart predigen? ( Paul Washer )

Manchmal frage ich mich: Ist es lieblos, manchmal recht hart klingende Predigten hier hochzuladen und somit meinem Mitmenschen und auch Mitchristen hier um die Ohren zu hauen? Nun, ich denke, es gibt da durchaus eine Balance. Man kann jemandem sicher lieblos die Wahrheit sagen, man kann jemandem stolz und arrogant die Wahrheit sagen. Das ist nicht gut. Gleichzeitig wäre es aber auch lieblos, jemandem die Wahrheit überhaupt nicht zu sagen und nicht nach Wegen zu suchen, jemanden tatsächlich die Wahrheit zu nahezubringen.

Es war schwer das heute zu predigen, denn ich rang wohl mit sechs verschiedenen Punkten, von denen ich dachte, dass sie gut für diese Versammlung wären. Aber ich will mit einen der Dinge schließen, die ich nicht ansprechen konnte.

Ihr hört oft, dass Prediger wie ich es einer bin und Prediger wie Jeff, kleinlich eingestellt und stolz und überkritsch sind. Das mag wahr sein. Ich werde da nicht selbst das Urteil sprechen. Was für einen kleinlichen und überkritischen Geist wir vielleicht haben möchten, dafür mag ich mich entschuldigen. Aber Wahrheit ist Wahrheit. Zuerst einmal: Wahrheit beißt und sie sticht und besitzt eine scharfe Klinge. Das ist so. Zweitens: Was stellt ihr euch vor, wie wir predigen sollen? Wenn euer Kind auf die Schienen vor einen nahenden Zug läuft, Weiterlesen „Warum so hart predigen? ( Paul Washer )“

„Ich wünschte, wir hätten solches Predigen in unserer Gemeinde“

Wieder einmal ein wenig Korrektur. Ich möchte nicht, dass Leute, die z.B. den Blog lesen oder die Videos auf youtube schauen, einen allzu verzerrten Eindruck davon bekommen, welche Aufgabe und Sinn u.a. die Predigten von Paul Washer haben und was dabei zu beachten ist. Ich finde es sehr wichtig, dass da nicht jemand in irgend einer Weise in ein ungesundes Gleichgewicht kommt.

Ich möchte, dass die Videos und der Blog dienlich sind und mit Verstand und Weisheit auch von Gläubigen eingeordnet werden können. Und ein Teil davon ist, dass man nicht die geringschätzt, die vor Ort dienen, weil man einen „besseren Prediger“ im Internet gefunden hat oder ähnliches in diese Richtung gehendes.

Frage:

Manche der Leute, die deine Predigten übers Internet verfolgen, die werden irgendwie frustriert bzgl. ihres Predigers / Pastors in ihrer Ortsgemeinde. Und sie haben diesen Wunsch, dass ihr Pastor, der dort regelmäßig zu den gleichen Leuten predigt, der systematisch durch ein Buch der Bibel predigt und sie wollen, dass dieser Dienst ihres Pastors so aussieht wie dein Reiseprediger-Dienst mit der selben Leidenschaft und demselben Eifer und sie möchten im Grunde, dass ihr Pastor eine Kopie von Paul Washer ist. Welchen Rat würdest du einem jungen Mann geben, der so denkt.

Antwort:

Nun, sie wissen nicht, worum sie bitten. Hört mir zu. Manchmal komme ich aus dem Versammlungssaal raus und stehe dort mit dem dortigen Pastor und gebe den Leuten die Hand usw. und dann kommen Leute zu mir her und sagen: „Ich hab niemals was vergleichbares gehört. Das war mehr Wahrheit als ich in den letzten 5 Jahren gehört habe und ich wünschte einfach, wir hätten solches Predigen in dieser Gemeinde hier.“

Das ist einfach der Teufel, das ist so übel, das gegenüber dem Pastor zu sagen.

Oder manche sagen: „Wir haben diese Wahrheiten noch nie zuvor gehört!“

Lasst mich euch einfach was aus meiner Zeit als Pastor in Peru erzählen. Ich hab dort gelernt, dass Leute geistliche Wahrheiten nicht aufgenommen haben, weil sie sie einmal gehört haben. Manchmal habe ich über Monate über eine bestimmte Lehren oder bestimmte Themen gepredigt, die ich den Leuten vermitteln wollte. Und als ich damit fertig war, darüber zu lehren und alles ausgeschöpft hatte, was ich darüber wusste, dann fing ich an, gottesfürchtige peruanische Pastoren und gottesfürchtige Missionare einzuladen, von denen ich dachte, sie seien ein großer Segen für die Gemeinde und ich bat sie darum, zu kommen und über dasselbe Thema zu lehren. Und als die Mitglieder meiner Gemeinde das Gemeindegebäude verließen und z.B. dem eingeladenen Missionar die Hand geben, schauten sie ihn an und sagten: „Wir haben so wie heute noch nie zuvor in unserem Leben gehört“ und das ist, einfach nur um euch das zu zeigen, Teil dessen, was ein Reiseprediger zur Aufgabe hat.

Was ich ehrlich gern tue in den meisten Gemeinden, die ich besuche, ist, dass ich fast genau über dasselbe predige, worüber ihr örtlicher Prediger / Pastor predigt. Vielleicht auf eine andere Art, aber mein Predigen soll deren Dienst stützen und bestätigen. Etwas anderes. Ich wurde letztes Jahr gebeten, 3 Monate lang in einer kleinen winzigen Gemeinde in Alabama zu predigen und das habe ich wirklich geliebt, ich war so 3 Monate lang ihr Pastor in einer „engen“ Art. Und ein Haufen junger Leute, die mich wo predigen gehört hatten, die kamen da hin. Nach ungefähr zwei Wochen gingen die dann zu einem der dortigen Gemeindeleiter und sie sagten: „Wir haben eine Frage“. Der Gemeindeleiter sagte: „Ja, was wollt ihr wissen?“ Der Gemeindeleiter ist wirklich ein sehr guter Freund von mir. Und sie sagten: „Hat Bruder Paul seinen Dienst verändert? Ist er weich geworden? Hat sich etwas in seinem Leben verändert?“ Der Gemeindeleiter fragt: „Warum sollte er?“ – „Nun, weil sein Predigen so anders ist“. Er sagte: „Seht ihr, das ist weil er hier keinen Reisedienst tut, sondern als örtlicher Pastor dient. Er gibt Schafen Nahrung  auf lange Sicht“.

Aber ich möchte gleichzeitig auch die örtlichen Prediger / Pastoren warnen. Wenn ihr systematisch durch ein Buch der Bibel predigt und das langweilig ist, dann macht ihr das nicht richtig. Ich meine, wie könnt ihr durch den Epheserbrief predigen ohne Eifer? Wie könnt ihr das tun, ohne, dass das die Leute irgendwie bewegt? Ich möchte das hier von beiden Seiten betrachten, denn es gibt eine Menge Pastoren / örtliche Prediger da draußen, die ihren Schafen nichts rechtes zu Essen geben. Ich möchte dazu etwas empfehlen. Vor vielen Jahren schrieb Warren Wiersbe ein Buch namens „Walking with the Giants“  und darin hat er all die sehr kurzen, einseitigen oder halbseitigen Zeugnisse von Männern und Frauen Gottes, die durch die Jahrhunderte von Gott gebraucht wurden. Ich hab dieses Buch für mein Bibelstudium so lange bei mir getragen. Wisst ihr, warum? Wenn ich manchmal an einen Punkt kam, wo ich nicht beten wollte, einfach nicht motiviert war zu beten, da öffnete ich dieses Buch und las von betenden John Hyde in Indien oder von David Brainerd oder sonst wem und es trieb mich dazu, beten zu wollen und ich saß da und es war Montag und war nicht bereit, die Predigt für die nächste Woche in Angriff zu nehmen, einfach etwas lethargisch und ich nahm dieses Buch zur Hand und las von Alexander Maclaren, der 60 Stunden Vorbereitung für eine Predigt rechnete und das motivierte mich, das Bibelstudium wieder aufzunehmen.

Viele Leute kritisieren das Predigen in ihrer Gemeinde und liegen falsch, aber oft haben die Leute auch recht und die Pastoren studieren wirklich nicht lang genug um auf die Kanzel zu steigen und den Leuten Wort Gottes zu geben.

Bücher: George Whitefield

Ein zum Teil feiner Vortrag von Benedikt Peters als MP3:

George Whitefield – Ein Mann und seine Botschaft – KfG Herbstkonferenz 2002

Buch: George Whitefield – Der Erwecker Englands und Amerikas auch als kostenlose PDF

Buch: Der Geist der Erweckung – Die große Erweckung und die charismatische Bewegung – Ein Buch über das Leben Jonathan Edwards und Georg Whitefields auch als kostenlose PDF

Ersteres ist mir von einem Bruder sehr empfohlen worden, zweiteres hab ich selbst gelesen und halte es für einen wichtigen Beitrag.

Ich finde es immer wieder wichtig, über unsere heutige Zeit und Situation hinaus zu sehen, erstens um die eigenen Wurzeln zu sehen und zweitens zu sehen, was Gott in der Vergangenheit schon getan hat und um Mut zu bekommen, dass er auch heute noch ähnliches vermag.