Bibelstudium für Einsteiger ( Buch )

Ich mag hier einmal ein Buch vorstellen, dass sehr nützlich sein könnte und zwar ist es verfasst von R.C. Sproul und trägt den Titel:

Bibelstudium für ein Einsteiger

Warum möchte ich dieses Buch vorstellen? Nun, ich komme oft mit Leuten in Berührung, bei denen ich den Eindruck habe, dass sie die Bibel sehr willkürlich auslegen. Oft lesen sie kaum die Bibel, und oft vertreten sie Lehren, die sie vertreten, weil ihre Gemeinde / Gruppe / Lieblingsprediger (… ) diese Lehre vertritt, ohne, dass sie sich je Rechenschaft gegeben hätten, WIE sie mit ihrer Bibel umgehen und ob ihr Umgang mit der Schrift gut und begründbar ist.

R.C. Sproul will in diesem Buch Mut machen: Ja, man kann die Bibel verstehen, und nein: sie spricht nicht in Rätseln, die unsere Fanatasie zu allerlei möglicher Spekulation anregen sollten. Ich finde das Buch wichtig und sehr sinnvoll, weil es auf sehr wenig Seiten sehr viel korrigiert und klarstellt, nicht nur für den gelehrten Theologen, sondern auch für den „normalen“ Bibelleser. R.C. Sproul schreibt nachvollziehbar und eingängig, trotz der nicht ganz einfachen Thematik und versucht nicht, den unbedarften Leser noch mehr zu verwirren, sondern versucht Klarheit in die Fragen zu bringen, wie z.B. „wie lese ich die Bibel?“, „wie interpretiere ich die Bibel?“, „wo liegen dabei Fallen?“, „wo finden sich Hilfen dafür?“ etc.

Besonders wertvoll die Kapitel „Persönliches und selbstständiges Bibelstudium“ und „Praktische Regeln für die Auslegung“

Einen Auszug aus dem Buch ( Vorwort, Inhaltsverzeichnis und Kapitel „Hermeneutik- Die Lehre von der Auslegung“ ) findet man unter folgendem Link:

http://www.betanien.de/verlag/muster/bibelstudium-auszug.pdf

Verlagstext:

Der Mensch lebt nicht allein von Brot, sondern muss sich vom Wort Gottes ernähren (Mt 4,4). Dieses Buch hilft, richtig an die Bibel heranzugehen und sie richtig zu verstehen. Zuerst zeigt der Autor, warum wir die Bibel studieren sollten und verdeutlicht auch das Vermächtnis der Reformation, die das persönliche Bibelstudium überhaupt ermöglicht hat. Dann erklärt er, was beim Bibellesen zu beachten ist, wie z.B. Hintergrund des jeweiligen Bibelbuches, literarischer Stil, Zusammenhang, die Wichtigkeit und die Grenzen buchstäblicher Auslegung usw., und dass die Schrift allein durch die Schrift auszulegen ist. Häufige Fehler beim Bibelstudium werden geklärt und praktische Tipps und Hilfsmittel genannt. In leichtverständlichem und gut lesbarem Stil wird so nicht nur Biblschülern und Studenten, sondern jedem Christen eine solide Hermeneutik (Lehre vom rechten Verstehen der Bibel) vermittelt.

Ein Übungsteil („Fragen zur Lernkontrolle und Vertiefung“) macht das Buch auch als Kurs für Jugend- und Bibelgruppen usw. verwendbar.

„Wenn ich der Teufel wäre, wäre ich höchst unerfreut über dieses Buch.“ (James I. Packer)

Inhalt:
Bibelstudium – Warum?
Persönliches und selbständiges Bibelstudium
Hermeneutik: die Lehre der Auslegung
Praktische Regeln für die Bibelauslegung
Die Bibel und Kultur
Hillfsmaterialien fürs Bibelstudium
Fragen zur Lernkontrolle und Vertiefung

Deine Not ist Denjenigen zu sehen, der auf dem Thron sitzt

Auszug aus einer Predigt von Paul Washer

[…]
Eine der größten Nöte der Gläubigen heute, sowohl für euch als auch für mich, ist, dass wir einen Thron sehen.

Jesaja tat es Not einen Thron zu sehen. Als König Usiah starb, sah er den HERRN sitzend auf einem Thron. Ezekiel hatte es nötig einen Thron zu sehen, Jeremia brauchte einen Thron. Wirklich, vor allem Ezekiel tat es Not einen Thron sehen. Euch tut es Not einen Thron zu sehen. Gläubiger, dir tut es Not. Dass da ein Gott ist und er dich erlöst hat. Aber der Gott, der dich erlöst hat, der ist dein HERR und sitzt auf einem Thron, der so immens und groß ist, dass alles andere im Vergleich dazu gleichsam verschwindet.

Du brauchst einen Thron sehen, wenn du denkst, du kannst die Dinge auf deine eigene Art und Weise tun. Aber du brauchst auch einen Thron, wenn du die Dinge auf Gottes Weg tust und dir alles entgegen steht. Es tut dir Not einen Thron zu sehen.
[…]
Weiter heißt es: Dieser Thron ist ein großer Thron. Das Wort, was im griechischen steht, ist μεγαϛ, von dem wir heute unser „Mega“ ableiten. Das bedeutet etwas Großes. Das Wort kann übersetzt werden als „Erscheinung“, „Dimension“, „Masse“, „Gewicht“, „Umfang“, „Ausmaß“, „Rang“ , „hohe Stellung“, „Wert“, „Tugend“, „Autorität“ und „Macht“.
[…]
Hört, was die Schrift sagt. Jesaja sagt: „So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Thron und die Erde ist der Schemel meines Fußes”. Niemals gab es einen König auf diesem Erdball, der einen ganzen Kontinent besaß und ihn behielt. Es gab große Könige, vor denen wir zittern würden und vor denen der größte Teil der Welt gezittert hat, aber ihnen gehörte nicht einmal ein Teil der Erde. Und doch, der König, vor dem du stehen wirst, der König, der dich richten wird, der ist so groß mit seinem Thron, dass er diesen Planeten gleichsam zum Fußschemel hat. Er setzt seine Füße hier ab.

Wie groß ist dann seine Macht? Wie groß ist seine Herrschaft? Wie groß ist derjenige, vor dem du stehen wirst?

Etwas anderes, was von der Größe dieses Thrones spricht, ist folgendes: Nun hat Johannes diese Vision. Ich möchte, dass ihr da darüber nachdenkt. Johannes hat diese Vision und sagt: „Ich sah einen Thron“. Aber wisst ihr, dass da eine fast unzählbare Schar an Menschen da vor dem Thron steht? Ein Meer, Ozeane von Menschen so weit wie das Auge sehen kann. Aber Johannes bemerkt keinen von ihnen. Fällt euch das auf? Er bemerkt sie überhaupt nicht, weil der auf dem Thron so groß ist, dass es jeden anderen gleichsam verschwinden lässt, total und vollständig verschwinden lässt.

Ist es nicht bemerkenswert wie viel Wert der Mensch auf den Menschen legt und wie wichtig wir füreinander sind? Aber wenn Gott sich selbst am Ende voll offenbart, dann werden wir alle total und vollständig verschwinden. Es gibt Bücher nur über dieses Wort.

Stell dir vor, du ringst mit Stolz. Du hast Not für einen Blick auf den Thron Gottes. Und all dein Stolz zerbricht und verschwindet. Ich möchte, dass ihr auch etwas anderes an diesem Thron erkennt. Er ist groß wegen dem, der auf ihm Hört zu, was die Schrift sagt. Sie sagt, er ist der „ICH BIN“, das Alpha und das Omega, der Uralte der Zeit, der ewige Gott, der unsichtbare Gott, der gepriesene Gott, der Mächtige, der Heilige, der gerechte Gott, der Gott der Götter, der König der Könige, der Herr der Herren, der Besitzer des Himmels und der Erde, der Gepriesene und einzig Herrschende, der Gesetzgeber, der Richter der ganzen Erde, Der zu Fürchtende, die Bibel sagt, derjene, der zu fürchten ist.

Nebukadnezar sagte das:

Aber nach Verlauf der Zeit hob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel empor, und mein Verstand kehrte zu mir zurück. Da lobte ich den Höchsten und pries den, der ewig lebt, und verherrlichte ihn, dessen Herrschaft eine ewige ist und dessen Reich von Geschlecht zu Geschlecht währt; gegen welchen alle, die auf Erden wohnen, wie nichts zu rechnen sind; er verfährt, wie er will, mit dem Heer des Himmels und mit denen, die auf Erden wohnen, und niemand ist, der seiner Hand wehren, noch zu ihm sagen dürfte: Was machst du?

Das ist der Gott der Bibel. Einer der Gründe, weswegen ich predige, ist genau das, was Nebukadnezar da geschah. Er sagte: „Ich sah zum Himmel und mein Verstand kehrte zu mir zurück“

Und wir sollten sehen, dass der, der auf dem Thron ist, sitzt. Schaut euch das an. Er sitzt. Die Tatsache, dass Gott auf diesem Thron sitzt, die zeigt ruhige, eine vollkommen ruhige Herrschaft. Gott ist nicht beunruhigt. Er hat keine Angst. Das kam ihm keiner Überraschung gleich. Es ist die Welt, die davon überrascht getroffen sein wird, nicht Gott. Er hat das von Ewigkeit her festgelegt. Das erinnert mich an Psalm 2, wo es heißt:

Warum toben die Heiden und reden die Völker vergeblich? Die Könige der Erde stehen zusammen, und die Fürsten verabreden sich wider den HERRN und wider seinen Gesalbten: «Wir wollen ihre Bande zerreißen und ihre Fesseln von uns werfen!» Der im Himmel thront, lacht, der HERR spottet ihrer.

Habt ihr gemerkt, dass am Tag des Gerichts, wenn jedes Geschöpf in der Hölle, jedes Geschöpf, das je auf der Erde war, die Fülle der Schöpfung sich gegen den, der auf dem Thron sitzt, erheben würde, dass sie zusammen nicht mehr Kraft hätten als der Schwächste von ihnen in sich selbst Kraft zeigen könnte? Das käme einer winzigen Milbe gleich, die ihren Kopf gegen eine ganze Welt aus Granit schlagen würde. Das ist der Gott, mit dem jeder hier von euch zu tun hat! Macht dir das keine Angst? Wenn das Blut Christi nicht deine Hoffnung ist, dann muss dir das Angst machen. Nun, im Text geht es weiter und da steht folgendes: „vor seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel“ – Das Wort fliehen kommt im griechischen von dem Wort Φευγω – Das heißt wörtlich – „fort fliehen“ oder „Sicherheit in der Flucht suchen“
[…]
Nun, was bedeutet all das? Ich möchte, dass ihr über etwas nachdenkt! Stellt euch vor – ob jung oder alt – ihr werdet in den Thronsaal Gottes geführt. Und wie ihr geführt werdet und nicht anhalten könnt – sie zwingen euch dazu, vorwärts zu gehen – und wie du so geführt wirst, da siehst du wie Himmel und Erde in die andere Richtung rennen und schreien „Flieht, flieht! Flieht vor dem Zorn Gottes. Flieht vor dem, der auf dem Thron sitzt. Wer kann seine Gegenwart schauen? Die Flüsse trocknen aus und die Berge schmelzen!“

Und du, du völlig bedeutungslose Milbe. Du wirst dem begegnen, vor dem die Schöpfung in Furcht und Schrecken flieht. Und dann stell dir das vor: Du läufst da nun hin – stolz auf all deine Errungenschaften und auf all die Dinge, die du hast und auf Titel und Besitztümer und dies und das. Wie du in diesen großen Raum läufst, siehst du, wie alles dieser Welt, das nicht ewig ist an dir vorbeigleitet in eine andere Richtung um zerstört zu werden. Du wirst gerettet werden, aber wie durchs Feuer. Alles ist verloren.

Was bedeutet das? Es bedeutet das: Die Welt wird vergehen und mit ihr ihre Lust, aber der, der den Willen Gottes tut, der wird ewig leben! Dieses Wort hier, wo es heißt „die Welt wird vergehen“ – das bedeutet wortwötlich und kann auch so übersetzt werden : „wird herausgeschoben werden“ . All die Dinge, die dir so wichtig sind, die Dinge, die vergehen werden, die schiebt Gott nun selbst jetzt – im Gericht – hinaus.
[…]
Die von euch, die möglicherweise den Herrn nicht kennen, alles, worauf du schaust, ist die Erde, das ist die Grundlage, auf der du alles andere beurteilst. Du musst zum Himmel schauen, so dass dein Verstand zu dir zurückkehrt. Du musst die ewigen Dinge betrachten und realisieren, was eigentlich vorgeht. Denkt ihr, ich würde mein Leben für Dichtung geben? Das ist keine Dichtung. Das ist Wirklichkeit. Das ist, was geschehen wird. Das ist, was auf jeden Fall geschehen wird. Und die von uns, die Gläubige sind – ja, unsere Herzen wurden erneuert. Ja, wir wurde wiedergeboren durch den Heiligen Geist, aber vergiss niemals, dass der christliche Glaube ein Prozess der Heiligung ist. Du kannst dich den ganzen Tag rühmen, dass du wahres Evangelium hast und ich freu mich, dass du das tust. Aber du kannst immer noch fasziniert sein von dieser Welt, abgelenkt sein, weil du einfach auf die Dinge dieser Welt siehst, die glänzen, Dinge, die den Menschen heute so wichtig sind. Du musst zum Himmel sehen. Du hast Not, einen Thron zu sehen. Du musst die Wirklichkeit sehen, dass dein Verstand doch zu dir zurückkehren möge!

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Die ganze Predigt in voller Länge findet sich hier:

https://lannopez.wordpress.com/der-grosse-weisse-thron-und-das-gericht-gottes/

Unser Problem

Auszug aus einer Predigt von Paul Washer

[…]

Manche von euch, die 60 oder 70 Jahre alt sind. Ihr hörtet solches Predigen ständig als ihr Kinder wart. Aber nun scheint es, dass die nachfolgenden Generationen die Wahrheit nicht ertragen können. Sie wollen lieber verführt sein und gut von sich denken.

Aber ein Mann, der seine Krankheit nicht akzeptiert, der wird nicht geheilt werden! Ein Mann der nicht all seine Hoffnungen zerstört hat – bezüglich seiner eigenen Selbstgerechtigkeit, seinem Verdienst und seinen Werken – der kann nicht zu Christus kommen. Wir müssen erkennen, dass wir in uns hoffnungslos sind und es nur einen Retter gibt und sein Name ist Jesus. Wir gehen zurück in den Römerbrief – Kapitel 3 Vers 10. Da steht:

Es ist keiner gerecht, auch nicht einer;

Das Wort gerecht meint in einer Weise „fehlerlos“. Es spricht von einem Standard. Um gerecht zu sein, muss man perfekt einen bestimmten Standard vollkommen zu erfüllen. Wenn du diesen fehlerlosen Standard nicht erreichst, dann bist du verdreht, falsch, pervertiert. Der Standard ist Gottes Wesen und Gottes Gesetz und die Bibel sagt, dass niemand Gottes Standard, sein heiliges Wesen erfüllt hat, niemand hält Gottes heiliges Gesetz. Wir alle sind verdreht und ausgerenkt.

Es heißt auch:

Es ist keiner verständig, keiner fragt nach Gott;

Wenn du jemals wirklich Gott gesucht hast, dann nur, weil Gott dich zuerst gesucht hat.

Es heißt:

Alle sind abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; es ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer!

Wie viele Menschen, selbst wenn sie in den christlichen Kreisen unterwegs sind, werden dir erzählen, dass sie in den Himmel kommen, weil sie nicht sooooo schlecht sind! Sie kommen in den Himmel, weil sie gut sind. Aber was sagt die Schrift?

Es ist keiner gut, auch nicht einer;

Keiner! Alle haben gesündigt. Du magst sagen: Bruder Paul, ich hab nicht viel gesündigt! Wie oft musst du sündigen? Adam und Eva haben nur ein mal gesündigt und die ganze Schöpfung wurde in moralisches Chaos und Gericht gestürzt. Du hast öfter gesündigt als du zählen kannst. Wenn Adam und Eva und die ganze Schöpfung der Verdammung – wegen dieser einen Sünde – nicht entkommen konnten, wie willst du der Verdammung entkommen, wegen der Sünden, die du auf dich gebracht hast?

Du sagst: Aber ich bin ziemlich gut nach menschlichen Maßstäben, aber du wirst nicht nach menschlichen Maßstäben beurteilt, sondern du wirst von Gott beurteilt. Von einem gerechten und heiligen Gott. Und er hat dein Herz gesehen. So viele Leute sagen zu mir: Richte mich nicht, weil du weißt nicht, was in meinem Herzen ist! Was für eine törichte Aussage. Denn sie würden sich schämen, wenn ich wüsste, was in ihrem Herzen ist. Wie kommen sie überhaupt auf die Idee ihr Herz zu nehmen als Nachweis, dass sie gut sind? Denn sie verbergen ihr Herz vor jedem!

Du kennst mich nicht wirklich!

Nun, o.k., dann lass mich sehen, was du im Verborgenen tust und denkst.

Nein, das würde ich dich niemals sehen lassen.

Allein schon die Gedanken unseres eigenen Herzens klagen uns an. Alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes!

Oft nimmt man diesen Vers heute und gibt ihm eine humanistische Bedeutung. Was bedeutet es, der Herrlichkeit Gottes zu ermangeln? Nun, Gott hatte einen wundervollen Plan für uns alle und er hatte so viel in uns investiert, uns zu sehen, wie wir mit Herrlichkeit erfüllt sind, aber trotz seines großen Plans hat keiner von uns das erreichen können. Ich denke nicht, dass das die vordergründige Bedeutung dieses Textes ist! Wenn es heißt, dass wir der Herrlichkeit Gottes ermangeln, dann sollte das im Zusammenhang mit Römer Kapitel 1 gesehen werden, wo steht: Obschon sie Gott kannten, haben sie ihn nicht als Gott verehrt, noch ihm gedankt. Ihr seid geschaffen worden! Von wem? Von Gott! Und ihr seid nicht nur von Gott geschaffen worden, sondern all euer Lebensvermögen, eure Existenz wird letztlich noch von ihm noch erhalten. Ihr schuldet jeden Atemzug und jeden Schlag eures Herzens Gott. Und jeder Atemzug ist nur gegeben, um ihm Anbetung zu bringen und das Herz schlägt nur, um ihm zu dienen. Und schaut doch dieses Zeugnis, das gegen uns spricht! Unser Leben und Denken ist davon erfüllt, nach unserem eigenen Vorteil zu trachten! Nach unseren eigenen Träumen, unseren eigenen Zielen, unserem eigenen Willen zu streben. Was wir wollen! Selbst die, die für sich beanspruchen fromm oder religiös zu sein, müssten zugeben, dass sie in ihrem täglichen Leben praktische Atheisten sind! Gott ist ihrem Denken fern! Wenn sie im Geschäft, in der Fabrik oder auf dem Feld sind, wenn sie zu Hause arbeiten, ist da Gott das Zentrum ihrer Gedanken? Ist all ihr Denken und all ihr tun allein auf die Ehre Gottes ausgerichtet?

Du sagst zu mir: Bruder Paul, niemand ist so! -> Genau das will ich euch sagen! Alle haben gesündigt und alle ermangeln der Herrlichkeit Gottes!

Warum sind Menschen so leer und so ärmlich und so ohne Sinn im Leben? Ist es nicht seltsam? Die Christen in Amerika sind die reichsten und bewahrtesten Christen in der ganzen Geschichte und wenn man in all die sogenannten christlichen Buchläden geht, sieht man, dass 85 % der Bücher darüber geschrieben sind, wie leer wir sind! Wollt ihr wissen, warum wir so leer sind?

Zu aller erst, weil die große Mehrheit derer, die sich da Christen nennen, nicht bekehrt sind! Zweitens, selbst die, die sich Christen nennen, sind genau deswegen so leer, weswegen Jesus nie leer war! Er sagte: Ich hab Nahrung zu essen, die ihr nicht kennt! Meine Nahrung ist, den Willen meines Vaters zu tun. Unsere Nahrung ist, auf dieser Erde voran zu kommen. Erfolg, Comfort. Ruhm. Freizeit. Jugend. Schönheit. Wir. Wir. Wir. Wir. Und je mehr wir von uns bekommen, umso leerer werden wir. Denn wir sind für etwas anderes geschaffen – besser gesagt – wir wurden für jemanden anderen geschaffen. Aber wir sind verdreht und an der falschen Quelle.

Wir haben nicht nur gesündigt, wir sind nicht nur getrennt von einem heiligen und gerechten Gott, sondern unser ganzer Lebenszweck ist uns entrissen worden. Denn alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes!

Und hier kommt nun das Problem! Das zu hören kann dir sowohl zum größten Segen werden als auch zum größten Problem. Worum geht es? Gott ist gerecht!

Du sagst. Das ist gut. Ich möchte einen gerechten Gott, ich möchte kein allmächtiges Wesen, das böse ist. Ich will einen gerechten Gott. Das sind gute Neuigkeiten, Bruder Paul! Nein, das sind sie nicht. Denn du bist nicht gerecht! Siehst du, da ist das Problem. Er ist ein gerechter Gott und ein gerechter Gott, der Richter der ganzen Erde, der wir Recht schaffen. Und wenn er Recht schafft, dann ist seine Antwort auf dich ziemlich bedrohlich.

Ich weiß, dass ihr diese Evangelisten wieder und wieder im Fernsehen gesehen habt. Wie oft höre ich einen Evangelisten auf die Kanzel steigen und sagen: Das erste, was ich euch lieben Leuten sagen möchte, ist, dass Gott – entgegen dieser ewig gestrigen puritanischen Prediger – nicht ein zorniger Gott ist. Wie oft habt ihr das gehört? Gott ist nicht ein zorniger Gott. In Ordnung. Lasst uns einfach mal sehen. Wir gehen zum siebten Psalm Vers 11.

Gott ist ein gerechter Richter und ein Gott, der jeden Tag in Verärgerung ist. In manchen von eueren Übersetzungen steht „der täglich zürnt“. Seht ihr, Gott braucht keinen PR-Mann, der ihn politisch korrekt darstellt, damit ihn die Menschen mögen. Die Bibel sagt, dass Gott ein zorniger Gott ist und ihr solltet auf eure Knie fallen und ihn preisen, dass er das ist. Nicht nur ist er ein zorniger Gott, sondern er ist ein Gott der hasst. Und du sagst ja, Bruder Paul, du hast völlig recht. Gott hasst die Sünde und liebt den Sünder. Das schaut gut auf einem christlichen T-Shirt aus, aber das ist nicht biblisch. Die Bibel sagt nicht, dass Gott die Sünde hasst, den Sünder aber liebt. Die Bibel sagt, dass Gott den Sünder hasst. Schaut in Psalm 5 Vers 5.

Die Prahler bestehen vor deinen Augen nicht; du hassest alle Übeltäter. – In anderer Übersetzung „Du hasst alle, die Falsches tun“. Steht hier, dass Gott die Sünde hasst oder dass Gott den Sünder hasst? Du sagst: Bruder Paul, was ist dann mit Johannes 3, 16, wo steht, dass Gott so sehr die Welt geliebt hat – Ja, das steht in der Bibel. Aber Psalm 5 steht auch in der Bibel! Aber Gott ist voll Erbarmen und ein liebevoller Gott! – Ja, das ist wahr, wenn wir darüber reden werden, aber du kannst das nicht verstehen, bevor du nicht den GANZEN Ratschluss Gottes verstehst! Gott ist Liebe, aber dieser liebende Gott hasst! Gott ist voll Erbarmen, aber er ist auch zornig! Ihr könnt nicht einfach nur eine Seite der Münze nehmen, ihr könnt nicht einfach nur einen Teil der Geschichte nehmen. Und das ist das Problem heutzutage. Wie ich heute morgen gesagt hatte, ich hab einmal eine ganze Predigt über die Heiligkeit Gottes gepredigt. Nach der Predigt kamen 3 Männer zu mir, die sagten zu mir, sie hätten ein riesiges Problem mit mir, weil ich eine ganze Predigt nur über die Heiligkeit Gottes hielt und nicht ein einziges Mal die Liebe Gottes erwähnte.

Und ich sagte. Gentleman. Gestern Abend zuvor habe ich eine ganze Predigt über die Liebe Gottes gepredigt und nicht einmal habe ich die Heiligkeit Gottes erwähnt und nicht einer von euch hatte ein Problem damit.

[…]

Die ganze Predigt am Stück:

https://lannopez.wordpress.com/das-kreuz-jesu/

In diesem Zusammenhang auch – Sehr bedenkenswert:

„Sport, Spiel, Spannung Teil 1“

„Sport, Spiel, Spannung Teil 2“

„Sport, Spiel, Spannung Teil 3“

( Ich möchte aber darauf verweisen, dass ich nicht zu allem in dem Vortrag Ja und Amen sage – interessant im zweiten Teil sind sicherlich die Ausführungen zu Architektur, aber ich würde nicht unbedingt sagen, dass die traditionelle Bauweise aus der Bibel abzuleiten wäre, die sagt doch recht wenig dazu – zumindest im NT, das wird auch an keiner Stelle gesagt, es wird nur darauf verwiesen, wie  die traditionelle Architektur, die eher der traditionell reformierten Theologie entsprach, aufgegeben wurde in Hinblick auf die „moderne“ Theologie, wie sie im Vortrag beschrieben wird)

Gefunden: Gottes Wille

Ich möchte hier auf ein kleines, ziemlich unkompliziertes und sehr praktisches Büchlein aufmerksam machen. Ich denke, den meisten Christen geht es manchmal so, dass sie sich fragen, wie sie den Willen Gottes für ihr Leben erkennen können und wie sie „Gottes Stimme“ hören können, wenn es zum Beispiel darum geht, Entscheidungen zu Fällen etc..

Ich hatte da lange Zeit doch mitunter sehr seltsame Vorstellungen diesbezüglich ( was auch damit zusammenhängt, dass ich in charismatischen Gemeinden groß geworden bin, die ein recht mystisches Führungsverständnis hatten ) und ja, man kann sich damit schon auch verrückt machen. Und ich bin deswegen dankbar für dieses Buch, das in wenigen Seiten ziemlich vieles korrigiert, was mir mitunter ziemliche Probleme bereitet hat.

Sehr schön, dass MacArthur seine Ausführungen auf die Schrift gründet – und auch zeigt, wie das dann praktisch aussehen kann. Er räumt dabei mit manchem Klischee auf, das man so findet ( man lese auch das Beispiel weiter unten ) und weist auf Gottes eindeutig offenbarten Willen hin im Gegensatz zu irgendwelchen „Zeichen“, die manch ein Gläubiger zu sehen meint, wenn er Gottes Willen für sich persönlich zu erkennen sucht.

MacArthurs Buch ist sicher weit davon entfernt, eine erschöpfende Analyse zu sein, aber gibt in Kürze viele gute Prinzipien mit auf den Weg, vielleicht weniger was für den „Theologen“, aber sicher etwas für den „normalen“ Gläubigen, was sehr hilfreich und „praktisch“ sein kann.

Gefunden – Gottes Wille

Herr, wenn sie sich mit mir auf diese Bank setzt, dann soll das dein Zeichen sein, dass du willst, daß ich sie heirate!«

Die Bank war frisch gestrichen, die Ehe kam nicht zustande.

Mancher Christ, der nach Gottes Willen sucht, könnte genauso gut sein Horoskop lesen. Geht es nicht auch anders? Und was ist das überhaupt – Gottes Wille? John MacArthur, Pastor der Grace Community Church in Sun Valley, Kalifornien, und vielgehörter Gastredner, zeigt den Weg heraus aus dem mal abergläubischen, mal argwöhnischen Krampf mit dem Willen Gottes. In der Bibel hat uns Gott viel mehr über seinen Willen offenbart als wir denken. Er will uns noch viel tiefer führen als wir uns vorstellen. Gottes Wille ist nicht Dienstleistung und nicht Drohung, sondern die Chance meines Lebens. Wie das geht? Lesen Sie selbst.

In dem Zusammenhang auch noch einmal der Hinweis auf Hans-Werner Deppes Vortrag „Wie redet und handelt Gott in meinem Leben?

Wie redet und handelt Gott in meinem Leben?

Ich bin hier auf einen Vortrag von Hans-Werner Deppe gestoßen, den er auf der ersten Betanien-Konferenz gehalten hat. Es geht um das Thema:

„Wie redet und handelt Gott in meinem Leben?“

Der Vortrag ist sehr bedenkenswert, weil er die Führung Gottes nicht in irgendwelchen „Eingebungen“ / „Eindrücken“ oder „plötzlich ins Auge springenden Bibelversen“ sucht, sondern sehr nüchtern bei dem zu bleiben versucht, was geschrieben steht.

Der Vortrag als MP3 findet sich hier:

http://www.betanien.de/verlag/material/audio/BetanienKonf09_Deppe.mp3

Ein Skript in .pdf-Form findet sich hier:

http://www.betanien.de/verlag/material/audio/Deppe_GottesRedenundHandeln.pdf

Mir hat der Vortrag sehr geholfen, manche blödsinnige Vorstellung aufzudecken, die ich im Kopf hatte und die nicht wirklich dem entsprach, was man in der Schrift findet.

Gesundes Bibelstudium

Ein Vortrag von Joachim Schmitsdorf

„Gesundes Bibelstudium

Was gilt mir und was gilt mir nicht?“

Hier als MP3:

http://www.betanien.de/verlag/material/audio/BetanienKonf09_Schmitsdorf.mp3

Hier als PDF:

http://www.betanien.de/verlag/material/audio/Schmmitsdorf_GesundesBibelstudium.pdf

Ist an sich für sich selbst sprechend, ich finde es unheimlich wichtig, dass wir uns darüber Gedanken machen, wie wir mit der Schrift umgehen. Der Vortrag geht nicht groß in die Tiefe, aber legt wichtige Grundprinzipien eines gesunden Bibelstudiums klar dar und ist sehr hilfreich für jemanden, der sehr willkürlich mit seiner Bibel umgeht.

Auszug aus dem Vortrag:

[…] Um es vorab klar zu sagen: Die Frage „Was in der Bibel gilt mir persönlich?“ kann man nicht pauschal beantworten. Ich denke, die obigen Beispiele zeigen das. Es gibt dafür kein Patentrezept. Aber: man kann sie beantworten! Wollen wir erkennen, ob ein Bibeltext uns persönlich gilt (und wenn ja, inwiefern), dann müssen wir diesen vorher sorgfältig auslegen. Wir müssen erst objektiv feststellen, was dieser Text bedeutet, bevor wir ihn auf uns persönlich anwenden können. Es bedarf also immer einer gründlichen Prüfung des jeweiligen Bibeltextes. Doch hier liegt vieles im Argen. Selbst Christen gehen oft völlig falsch an die Bibel heran.[…]

Der Vortrag wurde auf der ersten Betanien-Konferenz gehalten.

Was ist Erlösung?

Wann immer ich Videos wie „Shocking Message“ oder „Bist du ein echter Jünger“ und ähnliches hochlade, ist mir sehr wichtig zu betonen, dass die Erlösung nichts ist, was irgendwie menschlichen Ursprung hat, sondern Christus allein zuzuschreiben ist. Wir können unser Vertrauen niemals auf unsere Frömmigkeit, oder auf unseren Gehorsam Gott gegenüber richten. Erstens ist kein Christ Gott vollkommen gehorsam, wir mangeln da alle und zweitens sagt Jesus nicht: „Glaubt an eure Buße“, „Glaubt an euren Gehorsam“, „Glaubt an euren Wandel als Christen“, „Glaubt an eure religiösen Erfahrungen“, sondern Jesus sagt: „WER an MICH ( an Jesus! ) glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben[…] “ ( Johannes 11, 25 u. 26 ).

Warum sage ich das? Die Videos wie „Shocking Message“ oder „Bist du ein echter Jünger“ betonen eine Seite des christlichen Lebens. Ein Christ hat ein anderes Leben als ein „Weltmensch“. Ein Christ denkt anders, ein Christ handelt anders, ein Christ lebt anders, und all das ist Gottes Werk in seinem Leben. Aber das ist es nicht, was einem Christen ZUERST Hoffnung geben sollte. Es sollte einem Menschen sehr wohl sorgen machen, wenn er ein eigentlich gottloses Leben führt und sich Christ nennt. Das ist gefährlich, sehr gefährlich, ich glaube kaum, dass so jemand wirklich an den Gott der Bibel glaubt. Aber es gibt auch eine andere Gefahr: Wenn jemand immer nur auf sich selbst sieht und sich fragt: „Reicht meine Buße?“, „Reicht meine Umkehr?“, „Reicht mein Glauben?“, „Reicht mein Ringen mit der Sünde?“, „Reicht mein Gehorsam?“, „Reicht mein Gott dienen?“ um Gewissheit seines Heils zu finden, dann wird er es kaum finden. Weil er schaut nicht auf Christus, sondern sucht etwas, was in seiner eigenen Frömmigkeit liegt, das ihm Hoffnung gibt, mit Gott Frieden zu haben. Und das geht nicht. Denn unser Frieden mit Gott geht nicht auf irgend etwas zurück, was wir tun könnten, sondern die Schrift sagt, dass Gott den rechtfertigt, der aus Glauben an Jesus Christus ist. Die Rechtfertigung ist Gottes Werk und wir stehen gerecht vor Gott, weil Gott uns rechtfertigt, nicht wir haben uns selbst gerechtfertigt durch irgendetwas, was wir getan hätten. Denn tatsächlich sagt die Schrift: Darin zeigt sich die Liebe Gottes, dass Christus bereits für uns ( die Gläubigen ) gestorben ist, als wir noch Sünder / Gottlose waren ( Römer 5, 8 ).

Gottes Liebe ist der Grund unserer Erlösung und das ist etwas, was wir immer im Auge behalten müssen.

Was ist Erlösung?

In diesem Moment befiehlt Gott allen Menschen Buße zu tun und zu glauben, dass heute der Tag der Erlösung ist und dass du vor dem kommenden Zorn fliehst. Vor dem Gesetz Moses, das dich verdammt, in die Stadt der Zuflucht zu fliehen, die unser Herr Jesus Christus ist. Rennt zu ihm. Buße ist einfach aufzugeben. Aufzuhören gegen Gott zu kämpfen und zu versuchen, deinen eigenen Erlösungsweg zu suchen durch deine eigenen Werke, buchstäblich aufzugeben und sich auf Christus fallen zu lassen. Das ist Erlösung.

So dass du sagst: Nichts in meinen Händen bringe ich. Nur ans Kreuz klammere ich mich. Und wenn dieser Same in der wächst bis zu dem Punkt, an dem du weißt, dass dein Stehen vor Gott 100-prozentig und vollständig auf dem vollkommenen Werk und Verdienst Jesu Christi gegründet ist, dann stehst du vor ihm mit Zuversicht. Wissend, dass für all deine Sünden bezahlt wurde und dass du in Christus gerecht bist. Komm zu IHM.

Komm zu Christus. Komm zu ihm. Mit leeren Händen. Es ist Zeit, sich selbst aufzugeben.

( MEHR… )

Der Wille Gottes für Sklaven – überarbeitet und verbessert

In folgendem Video ist meines Erachtens eine der besten und entlarvendsten Predigten von Paul Washer zu sehen und hören. Ich bedanke mich an dieser Stelle noch einmal bei der Person die bei der ursprünglichen Fassung mit zur Übersetzung beigetragen hat. Die Predigt ist ebenso wachrüttelnd wie Mut machend und lenkt den Blick auf vieles, was man vielleicht gar nie bedacht und in Betracht gezogen hat.

Der Text

Der Wille Gottes für Sklaven

Predigt gehalten von Paul Washer

Lasst uns Gott im Gebet nahen:

„Vater, ich komme von dich im Namen deines Sohnes. Und ich bitte, Vater, um deine Gnade und um deine Barmherzigkeit. Dass du an diesem Tag zu uns redest, dass du uns hilfst, dass du uns stärkst, dass du mehr durch uns verherrlicht wirst. Dass wir lernen, als deine Diener zu wandeln und in deiner Souveränität Frieden zu haben. Dass dein echter und wahrer geistlicher Reichtum in unserem Leben sei, dass wir geheilt werden inmitten des Leidens in einer gefallenen Welt. Dass wir als Lichter scheinen, dass wir das sein werden was wir sind, neue Kreaturen in Christus Jesus. Vater, hilf uns. Ich bitte, wenn hier heute jemand ist, der dich nicht kennt, dass sie dich heute kennen lernen, als Retter und Herrn. In Jesu Namen, Amen.“

Ich möchte, dass wir in der Bibel Römer Kapitel 1 öffnen. Römer Kapitel 1. Ich wusste seit ungefähr einer Woche, dass ich hier predigen würde und der Herr hat etwas auf mein Herz gelegt. Und dann, anfangs dieser Woche musste ich nach Illinois, meine Mutter liegt dort im Krankenhaus und leidet an Krebs, was ihr das Leben kosten wird. Aber in einem Sinn ist es  etwas Gutes, denn sie ist seit über 65 Jahren eine Christin und sie gehört Ihm an. Und sie geht an den Ort, den ich wählen würde, hinzugehen, wenn ich meine Arbeit hier beendet hätte. Ich möchte, dass wir zu Römer Kapitel 1 Vers 1 wenden:

„Paulus, Knecht Jesu Christi, berufener Apostel, ausgesondert zum Evangelium Gottes.“ Weiterlesen „Der Wille Gottes für Sklaven – überarbeitet und verbessert“

Hintergrund „Shocking Message“

Mir ist neulich aufgefallen, dass ich nie hier im Blog das Video über den Hintergrund zur so called „Shocking Message“ geposted habe. Nun, das will ich dann doch mal der Vollständigkeit halber tun + noch auf eine Aussage verweisen, die Paul Washer nachträglich bzgl. Billy Graham gemacht hat, nachdem er ihn sehr positiv in dieser Predigt erwähnt hatte.

Die „Shocking Message“ war das erste Video, das ich jemals von Paul Washer gesehen habe und es war dann schon im Nachhinein sehr interessant und auch wichtig, mehr Licht zu bekommen bzgl. dem Kontext, in dem die Predigt gehalten wurde. Vielleicht sei noch erwähnt, dass ich für die, die sich vielleicht schwer tun, dem Inhalt der „Shocking Message“ zu folgen, viele Videos hochgeladen habe, die einen ähnlichen Schwerpunkt haben und mehr Licht in diese Thematik bringen sollen. Eines davon ist z.B. „Nachfolge“. Wichtig auch seine Darstellung des Evangeliums. Sollte jemand noch spezielle Fragen zur Thematik allgemein haben, kann er sie gern hier als Kommentar schreiben oder als persönliche E-Mail ( zu finden unter „about me“ )

Frage:

Eine der bekanntesten Predigten von dir ist die sogenannte “Shocking Youth Message”, wo du vor 5000 Jugendlichen über Matthäus 7 predigst. Ich hab ein wenig über den Hintergrund gehört, wie die Atmosphäre war, auch bzgl. Der anderen Predigern auf der Konferenz und was da auch mit der Musik los war. Wie war das, bevor du diese Predigt gepredigt hast? Ich frage das, damit die Leute wissen, dass du nicht einfach da oben über Dinge gesprochen hast, die nichts mit deiner direkten Zuhörerschaft zu tun hatten. Könntest du da einfach ein wenig vom Hintergrund hierzu was erzählen?

Antwort:

Es gab auf dieser Konferenz eine Predigt, die sehr viele Leute zum Lachen gebracht hat. Und gegen Ende, als all das Lachen verstummt war, da gab es einen so genannten Altar-Ruf und – ich glaube wirklich – das waren 2000 bis 3000 Kinder und Jugendliche gingen dann nach vorn. Sie haben gelacht, sie haben alles mögliche gemacht. Sicher waren auch einige dabei, die es ernst meinten. Aber wie das Ganze ablief, das war wirklich schockierend. Wie ich sie beobachtete, dachte ich: Wo ist die Wirklichkeit Christi? Wo ist die Wirklichkeit von Sünde, Erlösung, echter Hoffnung und ewiger Dinge? Nichts. Das war wie bei diesem Experiment in der Psychologie, mit dem “Pawlowschen Hund”, wo Hunden ein bestimmtes Verhalten “antrainiert” wurde, auf bestimmte Stimuli bzw. Reize mit einer entsprechenden Handlung zu reagieren.

Das war da genauso. So viele von unseren Jugendlichen sind mit dieser Auffassung groß geworden, dass es einen Altar-Ruf geben müsse und dass man da einfach nach vorn geht, weil man das halt so macht. Ich will jetzt nicht so sehr über die schimpfen, die predigen, sondern darüber, was unsere ganze “christliche Kultur” da geschaffen hat, diese Idee, dass man nach der Predigt nach vorn geht um da einen “Glaubensschritt” zu wagen. Aber die Wirklichkeit Christi und dass Menschen von Sünde überführt worden, das fehlte einfach. Und wenn jemand sagt, das sei nicht so gewesen, dann sage ich: Es war so wie ich sage. Ich war dabei.

Was auf dieser Konferenz auch geschah, war, dass da ein Junger ehemals muslimischer Mann war, der heftig verfolgt wurde wegen seines christlichen Glaubens, aus seiner Familie verstoßen wurde und all solche Dinge, der sein Zeugnis weitergab. Die Wirklichkeit Gottes war bei diesem jungen Mann sehr deutlich zu sehen. In allem, was er sagte, hörte man die Wirklichkeit Gottes, es war absolut erstaunlich, ich sehr war getroffen, aber absolut nichts im Publikum rührte sich, da war keine Träne, da war keine Ermutigung für den jungen Mann und ich sah, wie dieser junge Mann völlig entmutigt von der Bühne wieder herunter schlich, so als ob er etwas falsches getan hätte.

Aber das, was mich am meisten schockiert hat, war, als die sogenannte “Lobpreis-Band” auf die Bühne kam. Und all die Schüler rannten nach vorn zur Bühne und hüpften in die Luft und schrieen und lauter solche Dinge. Und meine Frau war da in der ersten Reihe und 3 oder 4 mal sprang ein junger Mann so sehr in sie rein, bei dem, was auch immer sie da versuchten – Slam Dancing – wie man das auch nennen mag und schlug sie dabei fast in ihren Stuhl zurück und letztlich stieß sie ihn weg, um sich selbst zu schützen. Und als ich dann sah, wie sie Mädchen hochhoben und sie über der Menge auf Händen trugen, da fragte ich mich wirklich: “Was in der Welt ist hier eigentlich los?”

Aber als ich dann die ersten Minuten über die amerikanische [ im weiteren Sinne auch westliche ]  Christenheit gesprochen hatte, da klatschten alle.

Ausschnitt aus der Predigt: “Was ihr wissen müsst, ist, dass Erlösung aus Glauben, aus Glauben an Jesus Christus allein ist. Und Glaube an Jesus allein ist begleitet von Buße. Ein Wegwenden von Sünde, ein Hass auf die Dinge, die Gott hasst und eine Liebe für die Dinge, die Gott liebt.  Ein Wachsen in Heiligung und ein Verlangen, nicht wie Britney Spears zu sein, nicht wie die Welt zu sein und nicht wie die große Mehrheit der amerikanischen [ und westlichen ] “Christenheit” zu sein, sondern wie Jesus Christus zu sein.

[ zustimmendes Klatschen und Gejubel ]

Ich weiß nicht, warum ihr klatscht. Ich rede über euch. Ich bin hier nicht hergekommen, um Zustimmung zu bekommen und dass mir applaudiert wird. Ich spreche über EUCH.

Ich hab da gemerkt: Um der Liebe Willen, musste ich etwas sagen, das sie richtiggehend aus der Trance reißen würde, in der sie waren. Und so hab ich dann das gesagt. Und wisst ihr, ich hab mir die Predigt teilweise noch einmal angehört. Sie ist wirklich sehr kritisiert worden. Wisst ihr: Gott hat diese Predigt benutzt. Selbst in unserer Missionsgesellschaft haben wir Zeugnisse mitgeteilt bekommen, tausende, zehntausende Zeugnisse von Leuten von überall her. Aus Japan, aus Australien, aus England, aus Polen, aus Südamerika, von überall her, von Menschen die gerettet worden sind u.a. durch diese Predigt.

Aber, wenn ich das ansehe: In meiner Emotion, in meiner Aufgewühltheit hab ich da ein paar  Dinge gesagt, die in die Richtung gingen z.B. “Buße ist ein Teil der Erlösung. Buße ist etwas, was vor dem Glauben, nach dem Glauben da ist, was den Glauben begleitet”. – Das wollte ich in dem Sinn so nicht sagen. Man kann nicht sagen, dass Glaube und Buße IMMER in einer bestimmten Reihenfolge auftreten. Ja. Glaube und Buße, die kommen bei einer Bekehrung. Wenn du glaubst, dann kehrst du auch um, aber um zu glauben, musst du aber auch gleichzeitig von deinem Unglauben Buße tun. Ich meine, das kann man so nicht trennen.

Was absolut verwunderlich ist, ist, dass Leute wörtlich mehrere Seiten geschrieben haben, auf denen sie diese eine Aussage kritisiert haben und so versuchten , die ganze Botschaft zu verwerfen und gleichzeitig nicht sehen konnten, dass die Predigt unheimlich viele Menschen zum Heil geführt hat.

Lasst mich das sagen. Im Büro von Heartcry hab ich wohl fast nie gehört oder gelesen, was Leute an Kritik, Lob und Tadel über mich und von mir gehaltene Predigten im Internet verfasst haben. Denn als all das anfing – und wir wissen nicht, wann und wie das war, denn wir haben das nicht ins Internet gestellt – da wäre ich, wenn ich zu viel Lob gelesen hätte, wirklich sehr schwer versucht gewesen mich von Christus abzuwenden wegen der vielen Schmeichelworte der Menschen. Und hätte ich zu viel Negatives über mich gehört, hätte es mich zerstört. Ich hab mich gleichzeitig aber Kritik nicht verschlossen, die von gottesfürchtigen Männern stammte. Aber lasst mich folgendes sagen und das klarstellen.

Viele üble Dinge werden über mich im Internet verbreitet. Man kann das vielleicht Verfolgung nennen. Als Jesus verfolgt wurde und die Leute schlimme Dinge über Jesus sagten, dann lagen diese Leute immer falsch. Aber, wenn Leute mich kritisieren, dann liegen sie nicht immer falsch. Wir sind Menschen. Wir sind schwach und wir versagen. Ich möchte, dass ihr wisst: Wenn jemand etwas über mich sagt, das nicht sehr positiv ist, dann mögen sie sogar richtig liegen. Und ich will wissen, dass sie wissen, dass sie richtig liegen mögen. Und das bricht mich. Und ich will genauer sein und ich will heiliger sein. Ich will die Emotionen, die Gott mir gegeben hat, nicht abstellen, aber ich möchte, dass sie geheiligt und vom heiligen Geist unter Kontrolle gehalten werden.

Ich war neulich in Detroit und einige Anrufer im Radio-Programm, in dem ich auftrat, sagten über mich: “Der Mann schaut so traurig aus die ganze Zeit. Er lacht quasi nie und er sieht so traurig aus”

Ich möchte dazu einfach kurz was sagen. Zuerst einmal: Meine nahen Freunde, die mich kennen, deren größter Kritikpunkt mir gegenüber ist, dass ich zu viele Scherze mache. Mein Zu Hause ist so voll Lachen – wir sind Homeschooler – aber die meisten Homeschooler würden von uns sagen, dass wir zu wild drauf sind bei uns zu Hause. Viel Tanzen und viele wirklich witzige Dinge geschehen da. Aber seht ihr: Wir leben in einer Zeit, in der Milliarden von Menschen ohne Christus sterben. Wir leben in einer Zeit, in der Millionen von so genannten Evangelikalen  das Evangelium nicht einmal verstehen. Wir leben in einer Zeit, in der manche der größten evangelikalen “Helden” schlicht im Licht des geschichtlichen Christentums als klare Irrlehrer überführt werden würden.

Sollte da nicht jemand deswegen beunruhigt sein? Sollte nicht jemand darüber traurig sein? Sollte nicht jemand aufstehen und sagen: DAS ist falsch!? Das ist falsch.

Und es ist falsch, was heute so läuft. Es ist sehr, sehr falsch. Wenn ich den Propheten Jeremia betrachte: Ich hätte ihn sicher nicht als den fröhlichsten Mann auf der Welt bezeichnet. Er war ein weinender Prophet. Jesus war als Mann der Sorgen bekannt. Ja, er war ein Mann großer Freude. Aber er war auch der Mann der Sorgen. Wir leben in sehr ernsten und notvollen Zeiten. Unser Land steht am Rand des Abgrundes, der Westen vor dem Niedergang. Es gehen Gerichte Gottes über die Welt. Wir leben nicht unbedingt in einer Zeit zum Lachen und dabei in die Hölle zu fahren. Natürlich dürfen wir uns im Herrn freuen, aber wir sind in schlimmen als auch in tollen Zeiten, in dem Sinn, dass wir in einer Zeit in der Geschichte leben, in der viel entschieden wird. Wir brauchen Männer, die das sehen werden und kämpfen. Und ihr werdet nicht in der Lage sein, aufzustehen und gegen die Angriffe der Welt zu kämpfen, gegen ein “Kirchentum” in der Amerika [ und der westlichen Welt ] zu kämpfen, ohne, dass die Leute wirklich auf dich losgehen werden. Aber dieser Kampf ist es wert. Der Kampf ist es wert. Denn das Evangelium steht auf dem Spiel und die Seelen der Menschen stehen auf dem Spiel und die Ehre Gottes steht auf dem Spiel.

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Paul Washer’s Aussage zu Billy Graham:

With Paul Washers‘ permission, I (Matt Haney of Grace Community Church in San Antonio, Texas) am posting below a private response that Paul Washer sent to someone else concerning Billy Graham, which should shed some light on the issue… „I have always sought to be charitable regarding those who preach in the name of Christ. This has been especially true in the case of Billy Graham. However in the last year I have seen and heard several things regarding his beliefs and ministry that have led me to withdraw any recommendation of his person and preaching. I regret my past positive statements regarding the man and his ministry. It saddens me, but I would have to now agree with your conclusions. He is either suffering from some sort of dementia or he has denied Christ as the only way, truth, and life.“ Your brother, Paul

Übersetzung:

Mit Paul Washer’s Erlaubnis veröffentliche ich ( Matt Haney von der Grace Community Church in San Antonio, Texas ) eine private Antwort, die Paul Washer jemanden sandte, der bezüglich Billy Graham besorgt war, die ein wenig Licht auf die Aussage Washer’s in der Predigt fallen lässt. – „Ich habe immer danach getrachtet mich denen gegenüber freundlich zu äußern, die im Namen Christi predigen. Das war im Besonderen so in Bezug auf Billy Graham. Jedenfalls habe ich im letzten Jahr verschiedenen Dinge gesehen und gehört, was seine Auffassungen und seinen Dienst angeht, die mich dazu gebracht haben, jede Empfehlung seiner Person und Dienstes zurück zu ziehen und ich bedauere meine früheren positiven Aussagen bezüglich dieses Mannes und seinem Dienst. Das macht mich traurig, aber ich müsste nun euren Folgerungen zustimmen. Er leidet entweder an einer Art von Demenz oder er hat Christus als den einzigen Weg, die Wahrheit und das Leben verleugnet.”

Die Wenigen

Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der ins Verderben führt, und viele sind es, die da hineingehen. Aber die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden!

Hütet euch aber vor den falschen Propheten, welche in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln?

So bringt ein jeder gute Baum gute Früchte, der faule Baum aber bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum sollt ihr sie an ihren Früchten erkennen.

Nicht jeder, der zu mir sagt: «Herr, Herr», wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Taten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter!

Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, ist einem klugen Manne zu vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde wehten und an dieses Haus stießen, fiel es nicht; denn es war auf den Felsen gegründet.

Und ein jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Manne gleich sein, der sein Haus auf den Sand baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde wehten und an dieses Haus stießen, da fiel es, und sein Fall war groß.

Und es begab sich, als Jesus diese Rede beendet hatte, entsetzte sich das Volk über seine Lehre. Denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
( Matthäus 7, 13-29 )

Als .pdf

https://unwisesheep.org/wp-content/uploads/2010/07/die-wenigen.pdf

Gefahren für die Jungen und Reformierten

Auch wenn ich jetzt eine kleine Bombe zünde ( hoffen wir es nicht ):

Ich denke, ich bin es meinen Lesern sicher schuldig, dass ich mich auch einmal gewissermaßen theologisch klar positioniere, so dass der Leser weiß, was ich als Betreiber dieses Blogs den glaube und auch warum. Ich finde es vom Übel, wenn man sich in einer theologischen Weichzeichnerei ergeht, die dazu führt, dass keiner weiß, was man eigentlich so glaubt und warum. Wenn ich als Christ oder als Mensch überhaupt, Aussagen über Gott mache, dann betreibe ich Theologie, aber wenn diese Aussagen so vage und nichtssagend sind, dann tue ich wohl keinem einen Dienst, weil letztlich ist es gehaltlos und als nichtssagende Aussage verhilft sie nicht gerade zu einem besseren Verständnis.

Ich glaube, dass Gott sich geoffenbart hat und zwar deswegen, damit Menschen von ihm wissen und ihn kennen können. Er ist keine höhere Substanz, von deren Wollen und Handeln man nichts wissen kann. Ich denke, dass es nicht ausreicht, zu sagen, mein Glaubensbekenntnis ist, dass ich an die Bibel glaube, denn es gibt Massen von Menschen, die das für sich beanspruchen und unterschiedlichste und sich gegenseitig widersprechende Dinge glauben. Daher werde ich im Laufe der nächsten Zeit vielleicht ein kurzes Glaubensbekenntnis oder etwas derartiges schreiben, damit ich theologisch für meine Leser transparenter bin.

Jedenfalls tendiere ich stark in die Richtung der Lehren der Gnade und ich weiß, dass jemand, der an den Lehren der Gnade festhält, wohl eher nicht die Norm ist, gemessen an allen Christen, denen ich schon begegnet bin. Das mag verschiedene Ursachen haben, eine ist sicher die Tradition vieler Christen, derer sie sich, so denke ich, auch nicht bewusst sind. Jeder Christ hat eine gewisse Tradition, ob er sich dessen bewusst ist oder nicht und verwechselt von Zeit zu Zeit seine Tradition damit, was die Schrift tatsächlich sagt. Ich sage das, weil ich doch eher einen im weitesten Sinne „ariminianischen Hintergrund“ habe und doch eine ganze Weile gebraucht habe, um die Lehren der Gnade überhaupt zu verstehen und auch als solche anzunehmen.

Das habe ich jetzt geschrieben, damit klar wird, wie ich zu den zwei folgenden Video-Ausschnitten stehe. Und bitte – keine ausufernden und sinnlosen Diskussionen im Kommentarbereich darüber – das wäre nett.

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Frage: Du magst das zum Teil schon angerissen haben, aber einmal konkret gefragt: Was sind die Gefahren  die du siehst bezüglich der gegenwärtigen Bewegung von jungen und in der Theologie reformierten Christen?

Antwort: Wisst ihr, Conrad Murrell sagte einmal folgendes: Du kannst tausend Meilen in diese Richtung laufen und in die Irre gehen und du kannst tausend Meilen in die entgegengesetzte Richtung laufen und dennoch in die Irre gehen. Aber in der Wahrheit zu wandeln ist wie auf der Kante eines Rasiermessers zu laufen, von dem du auf beiden Seiten herunterfallen kannst. Es gibt Gefahren in allem,  in jedem Unternehmen und Bestreben im christlichen Leben, wo wir von beiden Seiten vom Pferd fallen können. Denke ich an die jungen Männer, die es ernst meinen bzgl. dessen, wie Christentum bereits in der Vergangenheit gelebt wurde und bzgl. Wahrheit und bzgl. dessen, ihr Leben im Kontext von 2000 Jahren Christentums zu leben, die die Wahrheiten der Reformation erkannt haben und sie für sich in Anspruch nehmen möchten, dann stimme ich ihnen zu.

Aber sie müssen etwas verstehen. Es gibt mehr als den Intellekt im Leben als Christ. Diese Dinge intellektuell zu fassen ist eines, aber, dass sie in unserem Leben verwirklicht werden, ist etwas anderes.

Wenn du alles an richtiger Lehre zusammenfasst, wie sie in der Schrift offenbart ist, dann hast du immer noch nicht Jesus. Das alles weist uns auf Jesus hin, es zeigt uns, wer Jesus ist, aber es ist nicht gleichzusetzen mit der Beziehung, einer lebendigen Beziehung mit dem auferstandenen Christus. Es muss kultiviert werden. Wir sollten tief studieren und wir sollten lang beten. Dem jungen, aufstrebenden Theologen mag ich das sagen: Glaube nie der Lüge, dass Lehre oder Theologe den Eifer tötet oder hemmt. Wahre Lehre und wahre Theologie wird den Eifer wachsen lassen, aber allein zu studieren ist nicht genug. Die meisten der älteren Glaubensmänner mit denen ich gesprochen habe, sagten mir, dass sie es nicht so sehr bedauerten nicht genug studiert zu haben, sondern nicht genug gebetet zu haben. Wenn du anfängst, die tiefen Wahrheiten zu studieren, musst du auf deinen Knien bleiben, sonst wirst du verkopft und unausgeglichen, herzlos, hart und stolz. Aber, wenn du deine intellektuellen Anstrengungen mit dem Gebet paarst, wenn deine intellektuellen Anstrengungen einfach nur Mittel und Wege dahingehend bleiben, Gott zu kennen, dann wirst du in Ordnung sein.

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Eine einfache Frage von einem Zuschauer:

Bruder Paul, denkst du, dass die Apostel Calvinisten waren?

Eine Antwort: „Nun, es geht noch viel weiter zurück. Nein, ernsthaft. Bitte hört zu. Oft kommen Leute zu mir her und sie sagen zu mir: „Bruder Paul, bist du ein Calvinist?“. Und ich werde ihnen darauf keine Antwort geben. Und zwar aus folgendem Grund:  Wenn ich die meisten Leute frage, was sie denn denken, was ein Calvinist denn sei,  dann bekomme ich die schrecklichsten, verzerrtesten Auffassungen zu hören, darüber, was eine Person glaube, die an souveräne Gnade glaubt. Es ist unmöglich, diese Frage zu beantworten, denn über die meisten Leute, besonders über die, die auch Bücher dagegen schreiben,  kann ich nur folgendes sagen: Entweder führen sie Leute absichtlich in die Irre und versuchen einen Strohmann aufzubauen ODER sie verstehen die Lehren der Gnade überhaupt nicht. Denn ich kenne keine Person, die diese Dinge glaubt, die sie in diesen Büchern schreiben. Eine große Person, die sich mit diesen Fragen auseinander setzt ist James White und er sagt dasselbe. Ich kenne keine Personen, die die Dinge glauben, die sie Calvinisten vorwerfen, sie würden sie glauben. Das ist eine sehr schwierige Frage.

Eine andere Sache. Lasst mich folgendes sagen: Der Punkt für mich, das, was ich in der Schrift und in der Kirchengeschichte sehe, ist:  Die Kirche ist immer belebt worden und Seelen sind in das Reich Gottes gebracht worden, wenn man zu einer wahren Lehre von biblischer Erneuerung zurückgekommen ist im Gegensatz dazu zu glauben, dass jemand bekehrt ist, weil er ein Gebet gesprochen hat oder als Kind getauft wurde. Wenn ihr irgendetwas gehört habt, was ich predige: Ich predige keinen Calvinismus per se, ich predige einfach das:

CHRISTUS starb für Menschen, Menschen sind tot in ihren Sünden und es ist das übernatürliche Wirken des Geistes Gottes, der sie von den Toten erwecken muss und der Geist, der dieses Werk in ihnen beginnt, der WIRD es auch vollenden. Nun, ich halte mich zu den 5 Punkten, aber weil ich ein Baptist bin, bevorzuge ich es, mich einen 5 Punkte-Spurgeonisten zu nennen.

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Abschließend vielleicht noch der Hinweis auf die reformierte Ecke

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Und zu guter letzt noch ein Zitat aus der Autobiographie von Georg Müller ( die übrigens sehr zu empfehlen ist, weil sich Georg Müller kaum als den Glaubenshelden sieht, zu dem er gemacht wird )

Zitat:

[…] 1. Nur das Wort Gottes kann unser Maßstab für die Beurteilung geistlicher Dinge sein; es kann uns nur durch den Heiligen Geist erklärt werden, der in unserer Zeit genauso wie zu allen Zeiten der Lehrer seines Volkes ist. Und nur der Heilige Geist kann uns un­seren natürlichen Zustand zeigen, kann uns klarmachen, wie sehr wir einen Erlöser brauchen, kann uns befähigen, an Christus zu glauben, kann uns die Heilige Schrift erklären und beim Predigen beistehen usw. Dass ich ganz besonders den letzten Punkt verstand, war für mich von großer Bedeutung. Denn der Herr half mir, dies durch ein Experiment zu testen, indem ich alle Kommentare und fast jedes andere Buch zur Seite legte und nur das Wort Gottes las und studierte. Das Ergebnis war, dass ich an dem ersten Abend, an dem ich mich zu Gebet und Nachdenken über die Heilige Schrift in mein Zimmer zurückzog, in wenigen Stunden mehr lernte als bisher in vielen Monaten des Studiums. Aber der eigentliche Un­terschied war, dass ich, indem ich dies tat, wirkliche Festigkeit für meine Seele erhielt.

2. Vor dieser Zeit hatte ich mich sehr gegen die Lehre der Erwäh­lung und der bis zum Ende bewahrenden Gnade gewehrt – so sehr, dass ich noch wenige Tage nach meiner Ankunft in Teignmouth die Erwählung eine teuflische Lehre genannt habe. Aber nun wurde ich dahin geführt, diese kostbaren Wahrheiten durch das Wort Gottes zu untersuchen. Ich las das Neue Testament von Anfang an durch und achtete besonders auf alles, was mit diesen Lehren zu tun hatte. Zu meinem großen Erstaunen fand ich, dass jene Stellen, die über Erwählung und Bewahrung reden, etwa viermal so häufig sind wie jene, die scheinbar gegen diese Wahrheiten reden. Und wenig später, als ich auch diese Stellen näher untersucht und verstanden hatte, halfen auch sie mir in der Bestätigung dieser beiden Lehren. […]

( S. 41/42  ISBN 978-3-417-20657-9 )