Manchmal frage ich mich: Ist es lieblos, manchmal recht hart klingende Predigten hier hochzuladen und somit meinem Mitmenschen und auch Mitchristen hier um die Ohren zu hauen? Nun, ich denke, es gibt da durchaus eine Balance. Man kann jemandem sicher lieblos die Wahrheit sagen, man kann jemandem stolz und arrogant die Wahrheit sagen. Das ist nicht gut. Gleichzeitig wäre es aber auch lieblos, jemandem die Wahrheit überhaupt nicht zu sagen und nicht nach Wegen zu suchen, jemanden tatsächlich die Wahrheit zu nahezubringen.
Es war schwer das heute zu predigen, denn ich rang wohl mit sechs verschiedenen Punkten, von denen ich dachte, dass sie gut für diese Versammlung wären. Aber ich will mit einen der Dinge schließen, die ich nicht ansprechen konnte.
Ihr hört oft, dass Prediger wie ich es einer bin und Prediger wie Jeff, kleinlich eingestellt und stolz und überkritsch sind. Das mag wahr sein. Ich werde da nicht selbst das Urteil sprechen. Was für einen kleinlichen und überkritischen Geist wir vielleicht haben möchten, dafür mag ich mich entschuldigen. Aber Wahrheit ist Wahrheit. Zuerst einmal: Wahrheit beißt und sie sticht und besitzt eine scharfe Klinge. Das ist so. Zweitens: Was stellt ihr euch vor, wie wir predigen sollen? Wenn euer Kind auf die Schienen vor einen nahenden Zug läuft, Weiterlesen „Warum so hart predigen? ( Paul Washer )“→
Der folgende Clip geht nur gerade mal ein wenig länger als eine Minute. Es geht um die Frage: Wer ist Gott und wer ist der Mensch? Und was wollte Gott dem Menschen wirklich mitteilen?
Es gibt keine großen Männer Gottes, es gibt nur schwache und zerbrochene Männer eines großen und barmherzigen Gottes.
Als ich jünger war, dachte ich immer, wenn ich Männer betrachtete, die Gott gebrauchte, dass sie eine gewisse geistliche Stufe erklommen hatten und deswegen, weil sie diese Stufe erklommen hatten, Gott wirklich angefangen hatte, sie zu gebrauchen. Ich weiß, dass Gott mich gebraucht hat, aber ich weiß, dass das alles nur aus Gnade ist.
Ich erinnere mich, wie ich vor ein paar Jahren predigte und es brach eine kleine Erweckung an der Uni aus und Menschen wurden gerettet und andere Menschen waren sehr wütend und warfen Wasserbomben auf mich, wenn ich über den Campus lief. Ich denke, das ist nicht so biblisch wie Steine, aber ich ziehe solche Wasserbomben natürlich den Steinen vor. Und deswegen dachte eine Gruppe von jungen Männern, ich sei der „Apostel“ Paulus. Und sie wollten mit mir nach Peru gehen und da bei mir sein.
Als sie in Lima aus dem Flugzeug stiegen, dachten sie, ich sie der Apostel Paulus, als sie ungefähr einen Monat später wieder ins Flugzeug stiegen, beteten sie für meine Errettung.
Ich will das nicht überziehen und sagen, dass wir nicht nach Heiligkeit streben sollten und Heuchelei ist ein Vergehen, das die Seele verdammen wird. Aber Menschen sind Menschen und das ist alles, was sie je sein werden.
Es gibt einen Meister, es gibt einen Vater und der Rest von uns sind Empfänger der Gnade. Deswegen liebe ich so den Apostel Johannes. Wenn er von sich selbst spricht, sagt er nicht „Der, der Jesus liebte“, denn das wäre ein großes Rühmen seiner selbst. Damit sagt man, dass man all die Gebote erfüllt hat. Er sagt: „Der, den Jesus liebte“. Ich nehme das mit Freude als einen ewigen Titel für mich an und möchte keinen anderen. „Der, den Jesus liebte“. Das ist alles, was wir je sein werden und es ist genug.
Bevor wir weitermachen. Ein Bruder kam mit einer Frage: Weißt du, es gibt einiges an Religionen und Glauben auf dieser Welt und wir sollten die Hoffnung, die in uns ist, darlegen können. Und wenn wir sagen, dass „unser“ Gott Licht ist, dann sagen sie, dass ihr Gott Licht ist. Wenn ihr sagen, dass das Leben in IHM ist, dann sagen sie, dass das Leben ihn ihrem Gott ist. Und wir sind definitiv in einer ziemlich pluralistischen Gesellschaft in einer pluralistischen Zeit. Es ist nicht, wie wenn man des Evangelium in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts predigt in einer Gegend, wo man nichts anderes kannte. Wir können uns da den ganzen Tag die Köpfe einschlagen. Du setzt dich zum Beispiel mit einem Mann und dem Quran hin. Und du sitzt da und argumentierst hin und her, welches Buch jetzt das richtige ist, welches das älteste, welches das was weiß ich und was weißt du ist. Ich denke, was du da wahrscheinlich tust, ist in eine hitzige Debatte vom Zaun zu brechen, indem du viele, einfach schlicht intellektuelle Argumente benutzt. Und wenn du das tust. Mit Illustrationen, Geschichtsfakten und allem möglichen, dann verkündest du eben nicht: So spricht der HERR! Da ist nicht die Kraft, die aus der Schrift kommt.
Was ich denke, dass es sehr sehr hilfreich ist, ist einer Sache zu folgen, die Spurgeon sagte vor vielen, vielen Jahren. Und er sagte ungefähr: Du musst einen Löwen nicht verteidigen, lass den Löwen einfach aus dem Käfig und er wird sich selbst verteidigen. Es ist ebenso mit der Schrift. Ich mag mich gern hinsetzen und jemandem sagen: Erzähle mir das Erste, was du mir über deinen Gott erzählen kannst. Erzähle mir das wichtigste, das was du mir am meisten über deinen Gott erzählen willst.Lass sie mir über ihren Gott erzählen. Und ich sage ihnen, was die Bibel sagt über den Gott Israels! Und dann lass ich sie das nächste erzählen, was sie über ihren Gott erzählen wollen. Und dann erzähle wiederum ich ihnen, was ich ihnen zu sagen habe.Und ziemlich schnell werden wir vor allem eines sehen: Den majestätischen Blick, den die Schrift auf den einzig wahren Gott hat im Gegensatz dazu, was diese Person einem erzählen wird. Und was ihr dabei tut: Ihr streitet nicht darüber, wer den wahren Gott hat, ihr haut euch nicht mit intellektuellen Argumenten darüber, welches Buch das Älteste ist oder am Vertrauens würdigsten ist. Du verkündigst einfach dieser Person, was die Bibel über Gott sagt. Und Gott hat versprochen, diese Proklamation zu segnen. Durch das Wirken seines Geistes.
Seht ihr, was ich sage? Lasst mich euch ein anderes Beispiel geben. Ich kann den ganzen Tag mit einer Person diskutieren, die einfach sagt, dass sie nicht glaubt, dass Jesus Gott ist. Oder: ich glaube, dass Jesus einfach nur ein normaler Prophet ist. Ich kann dann alle möglichen Dinge sagen und argumentieren oder ich kann einfach dieses Buch öffnen und sagen: Nun, o.k., aber würdest du mir erlauben zu sagen, was die Bibel darüber sagt, wer Jesus ist? Und man fängt einfach an, Christus zu verkündigen. Wenn jemand anfängt, über die Bibel zu streiten und sagt: ich glaube nicht, dass sie Gottes Wort ist. Was ist die beste Weise, dem gegenüber zu treten? Natürlich, wenn sie mit einer Behauptung kommen, da seien allerlei mögliche Widersprüche in der Bibel, dann sage ich: O.k., ich würde die gerne kennen lernen, zeig sie mir. Nun, aber wenn sie einfach nur wissen wollen, warum ich glaube, dass die Bibel, das Wort Gottes ist, dann sag ich etwas sehr einfaches. Weil ich sie gelesen habe. Und als ich sie las, sah ich, dass es sich um ein Buch handelt, wie es kein zweites gibt. Die Dinge, die sie sagt, ihre Wahrheiten, was sie über den Menschen sagt, was sie über Kultur sagt, was sie über das Böse sagt, alles in ihr zeugt von ihrer Wahrheit.
Seht ihr, es gibt Männer, die so brillant in einer Diskussion sind, dass sie mit jedem hier diskutieren könnten, der hier heute in diesem Raum sitzt und die würden die Diskussion darüber gewinnen, dass zum Beispiel ein Mann namens Marc nicht existiert. Ich meine, es gibt Männer, die können intellektuell so mit dir ringen, dass sie die Diskussion gewinnen, dass Marc nicht existiert, aber wir entscheiden den Streit für uns, wenn wir Marc einfach ins Zimmer holen. So ist das auch wenn wir diskutieren.
Ich hab Christen gehört, die sich auf eine Diskussion mit Atheisten einlassen und ein Atheist fragt sie das: Wenn ich beweisen kann, dass Gott nicht existiert, wenn ich diese Diskussion gewinnen kann, wirst du dann deinen Glauben an Gott aufgeben? Und ich habe es christliche Apologeten gut meinend antworten hören: Ähh… Ja. Das ist das Absurdeste, was du jemals sagen kannst. Denn was du im Grunde sagst, ist einfach das: Wenn du klüger bist, als ich es bin und du meinen Intellekt schlagen kannst, dann werfe ich meinen Glauben weg. Nun, ich würde so antworten: Wenn du klüger bist als ich es bin und mich in einer Diskussion besiegst, dann werde ich immer noch nicht meinen Glauben an Jesus Christus wegwerfen, denn mein Glaube an Jesus Christus basiert nicht auf meiner Fähigkeit ihn zu verteidigen. Ich kenne IHN. Ich kenne IHN.
Mein erster Pastor, vor Jahren war das, ich weiß nicht, wen er da zitierte, aber ich glaube, er zitierte einen bestimmten Professor, der sagte: Ich kann gegen ein Argument argumentieren. Aber ich kann nicht gegen ein verändertes Leben argumentieren. Ich kann nicht gegen ein verändertes Leben argumentieren. Was ich will, dass ihr tun sollt, ist:
Warum glaubst du, dass Jesus der Sohn Gottes ist? Nun, wenn ihr ein bisschen Zeit habt, dann lasst mich sagen, was die Bibel über ihn sagt. Warum glaubst du, dass die Bibel das Wort Gottes ist? Habt ihr ein wenig Zeit? Lasst uns durch die Bibel gehen und die majestätische Wahrheit sehen, die sie lehrt. Die Dinge, die sie über dich und mich sagt, wo wir zugeben müssen, dass sie wahr sind.
Diese Predigt ist eine große Herausforderung und ich weiß nicht, ob ich das Video hochgeladen hätte, wenn ich richtig im Verkündigungsdienst stehen würde.
Die Worte sind klar und scharf und sollten uns keinen Anlass geben um über andere Christen zu meckern oder über schlechten geistlichen Zustände überall, sondern wir sollten selbst vielmehr in uns schlagen und sagen: Herr, sei uns barmherzig und schenk uns die Gnade, nicht so viel Blödsinn zu tun.
Als .pdf:
Ich denke, einfach sehr, sehr wichtig. Jesus hat am Kreuz alles vollbracht.
Ein kurzer Auszug aus einer Predigt. Paul Washer zitiert hier aus dem Buch „The Father’s Bargain“ des Puritaners John Flavel.
[…]
Er sieht dich Gläubigen an und sagt das: „Vater, ich habe solch eine Liebe zu und solch ein Erbarmen mit dieser einen Person“. Nachdem sie jedes Gebot gebrochen haben, sagt er immer noch: „Solch eine große Liebe habe ich und solch ein großes Mitleid habe ich!“
Stolze Menschen sagen:“ Ich will dein Mitleid nicht“. Nun, du brauchst sein Mitleid. Du brauchst es. Wir sind erbärmlich. Er sagt: „Solch eine Liebe und ein solch ein Erbarmen habe ich für sie, dass ich, damit sie nicht in Ewigkeit verloren gehen können, für sie verantwortlich sein will als ihre Garantie. Vater, bring all deine Rechnungen herein, dass ich sehe, was sie dir schulden“.
In einem Sinn ist der Christ ein Gefangener der Liebe Gottes. Und die Liebe Gottes drängt uns, für ihn zu leben. Für ihn. Warum solltest du deine Frau lieben? Wegen ihm. Weil er für dich starb. Warum solltest du danach streben, seine Gebote zu halten? Weil er sein eigenes Blut für deine Seele vergoss. Jesus Christus muss der Anfang, das Zentrum und das Ende von allem sein. Es steht geschrieben, dass wir unsere Erlösung haben und diese Erlösung in Christus Jesus. Eines Tages kam ein junger Mann zu mir und sagte: Bruder Paul, du hast Recht. Jesus ist alles, was wir brauchen. Ich sagte: Junger Mann, Jesus ist alles, was wir haben. Abseits von ihm, sind wir fern von Gott. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Und niemand kommt zum Vater außer durch ihn.
Es gibt einen Gott und einen Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch CHRISTUS JESUS. Der, der den SOHN hat, hat LEBEN. Der, der den Sohn Gottes nicht hat, der hat auch kein Leben. Jesus ist nicht ein Teil des christlichen Lebens. Er ist nicht einmal etwas sehr wichtiges im christlichen Leben. Er ist Alles im christlichen Leben. Er ist das ZIEL des christlichen Lebens. Er ist der GRUND des christlichen Lebens. Und er ist die MOTIVATION des christlichen Lebens. Als ein Christ: Weißt du, was deine größte Not ist? Eine klarere und klarere Offenbarung davon, was Gott für dich in Jesus getan hat. Und je mehr du verstehst, wer Jesus ist und was er vollbracht hat, desto mehr wirst du gedrängt, im Gehorsam zu leben. Aber es wird nicht eine Knechtschaft sein, es wird keine traurige Plagerei sein. Es wird eine Freude sein. Eine Freude.
Nun, er sagt, dass sie Fremdlinge und Pilger auf der Erde waren. Wem gegenüber waren sie Fremde? Manche von euch treff ich hier zum ersten mal, aber ihr seid mir wie eine Familie, ich hab kein Verlangen euch zu verbannen. Vielleicht ein paar von euch. [scherzhaft] Wenn ihr Fremde seid im Volk Gottes, mit den Einwohner Kanaans aber sehr vertraut seid, dann gehörst du zu denen. Wenn du viel lieber Gemeinschaft hast mit denen, die sich als nicht Pilger betrachten auf einer Reise in ein fernes Land, wenn du mit denen lieber zusammen bist, dann bist du kein Pilger, der auf einer Reise in ein fernes Land ist. Wenn deine Hoffnung in dieser Welt liegt – wenn alles, was du besitzt, alles, was du bist, und alles, was du je warst, im Grunde in dieser Welt zu finden ist, dann bist du kein Fremder und Andersartiger dieser Welt gegenüber. Weiterlesen „Pilger und Fremdlinge“→
Lasst mich von meinem Jesus erzählen, lasst mich davon erzählen. Lasst mich von meinem Herrn zeugen. Vor 22 Jahren bin ich in meinem Apartment aufgewacht, halb nackt, nachdem ich mich selbst fast zu Tode gesoffen hatte. Ich bemerkte, dass mir kalt war und ich fühlte etwas auf meinem Gesicht. Worin lag ich da? Weiterlesen „Lasst mich von meinem Jesus erzählen…“→
Paul Washer spricht hier abwechselnd zu Kindern und zu Eltern, geht darauf ein, wie wichtig es ist, den Intellekt und das Verständnis von Kindern in der Erziehung zu fördern, weil Gotteserkenntnis über den Verstand geschieht. Fand ich sehr hilfreich und bedenkenswert, obwohl ich sicher weit davon entfernt bin, Vater zu werden oder mich direkt mit der Erziehung von Kindern beschäftigen zu müssen.
Es ist ein großes Vorrecht, euch alle heute hier zu haben, wirklich ein außerordentliches Vorrecht. Ich möchte euch dafür danken, dass ihr gekommen seid und möchte ein wenig etwas zur Anbetung heute Morgen sagen. Vielleicht mögen einige von euch denken: „Wenn die hier ein wenig Musik an den Start brächten, dann wäre die Anbetung viel besser!“. Seht ihr, hierin liegt das Problem und das ist gleichzeitig etwas, was wir heute darlegen möchten. Das Christentum ist, wenn man heute eine Kirche besucht, eher eine Unterhaltungsshow geworden. Ihr wollt unterhalten werden. Auch sind wir nicht mehr denkende Leute. Wisst ihr, Emotion ist sehr, sehr wichtig, aber Emotion, die durch das Fleisch erzeugt wird und nicht durch den Verstand, kann sehr in die Irre führen und gefährlich sein. Es ist die Wahrheit, die Wahrheit des Wortes Gottes, die in deinen Verstand eindringen sollte, die in dir große Emotion auslösen sollte. Und Wahrheit sollte dein Denken anregen.
Als ich das erste Mal über die Anden flog, da traute ich meinen Augen kaum und war sehr beeindruckt von ihrer Schönheit und Majestät. Der alte Missionar, der mit mir unterwegs war, Homer Crain, der schnarchte. Und ich dachte: Wie in der Welt kann der das tun inmitten all dieser Schönheit? Und 15 Jahre später nahm ich einen Haufen junger Typen mit in die Anden und die wunderten sich alle wie ich angesichts solcher Schönheit schnarchen konnte. Der Gedanke dahinter ist: Selbst die wundervollsten Dinge, verlieren, aufgrund von Schuld in uns, wenn man von ihnen ein wenig gesehen und viel darüber gesprochen hat, nicht ihr Schönheit, aber wir unser Interesse. Manche Dinge werden sehr schnell zu Klischees. „Liebe den Herrn“, „Was würde Jesus tun?“ . All diese Dinge werden zu Klischees. Werden zu kleinen Sachen, die wir auf kleine Traktate packen können.
„Jesus starb“. Kein Wunder, dass diese Aussage keine Kraft hat, wenn sie nicht einmal Kraft zu haben scheint, unsere eigenen Herzen zu erwärmen. Du magst davon singen und darüber sprechen, aber es scheint nach einer Weile geradezu gewöhnlich zu sein. Was bedeutet es, dass Jesus starb? Weiterlesen „Was bedeutet das Kreuz Jesu Christi?“→
Nachtrag (30.08.2016): Neulich entdeckte ich ein Zitat von R.C. Sproul aus dessen Buch: „Can I know Gods Will? Crucial Questions“
Ein schmerzliches Problem dem sich viele Single-Frauen gegenüber sehen – mehr in vergangenen Generationen als heute – wird von der ungeschriebenen Regel unserer Gesellschaft verursacht, die Männern die Freiheit gibt, aktiv ein eine Ehefrau zu suchen, während Frauen Unmoral unterstellt wird, wenn sie aktiv einen zukünftigen Ehemann suchen. Keine biblische Regel sagt, dass eine Frau, die heiraten will, passiv sein sollte. Es gibt nichts, was ihr verbietet, aktiv nach einem passenden Partner zu suchen. Ich hatte die Aufgabe zahllose alleinstehende Frauen in der Seelsorge zu betreuen, die zu Beginn des Gesprächs darauf bestanden, dass sie keinen Wunsch hätten, zu heiraten. Sie wollten nur die Bedeutung ihres Zölibats besprechen, von dem sie glaubten Gott habe es ihnen auferlegt. Nach ein paar Fragen und Antworten kommt es oft zu folgendem Szenario: „Die junge Frau fängt an zu weinen und es platzt aus ihr heraus: „Aber ich will wirklich heiraten“. Wenn ich dann vorschlage, dass es weise Schritte gibt, die sie umsetzen kann, um einen Ehemann zu finden, leuchten ihre Augen erstaunt auf, so als ob ich ihr gerade die Erlaubnis gegeben hätte, das Verbotene zu tun. Ich habe ein Tabu gebrochen.
Original-Zitat:
One excruciating problem faced by single women – more so in past generations than today – is caused by the unwritten rule of our society that allows men the freedom actively to pursue a marriage partner while women are considered loose if they actively pursue a prospective husband. No biblical rule says that a woman eager to be married should be passive. There is nothing that prohibits her from actively seeking a suitable mate. On numerous occasions, I’ve had the task of counseling single women who insisted at the beginning of the interview that they had no desire to be married but simply wanted to work out the dimensions of the celibacy they believed God had imposed on them. After a few questions and answers, the scenario usually repeats itself: the young woman begins to weep and blurts out, „But I really want to get married.“ When I suggest that there are wise steps that she can take to find a husband, her eyes light up in astonishment as if I had just given her permission to do the forbidden. I have broken a taboo.